Welpen an Box gewöhnen

...übrigens, wir haben Welpen...

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Welpen an die Box gewöhnen

Warum an eine Hundebox gewöhnen?

Australian Shepherds sind eine sehr aktive Rasse und viele Rassenvertreter schaffen es nicht von alleine zur Ruhe zu kommen und folgen ihrer neuen Familie stets überallhin. Die Neugier siegt meist vor der Erschöpfung. Aussie Welpen zeigen nicht wie andere ruhigere Rassen, dass sie müde sind und Ruhe benötigen, daher ist es die Aufgabe des neuen Halters dem Welpen genug Schlaf- und Ruhephasen zu verordnen.

Eine Hundebox hilft dabei den Welpen zur Ruhe zu erziehen und fördert zudem die Stubenreinheit und später auch das Alleinebleiben.

WICHTIG: Nur ein Welpe, der von klein auf gelernt hat sich zu entspannen ist auch als erwachsener Hund ein angenehmer Begleiter, der nicht durch Dauerkläffen, ständiges Hochspringen und Nerven des Halters auffällt!

Wir können dir definitiv nur raten, dich an diesen Leitfaden und an die Ruhezeiten zu halten, damit du auch später noch Spaß an deinem Aussie hast.

Ein Aussie, der eine Hundebox gewohnt ist, wird übrigens auch weniger Probleme haben alleine zu bleiben und die Box kann z.B. auch im Urlaub nützlich sein, wenn man den Hund in einer unbekannten Umgebung alleine lassen muss und das Hotelzimmer oder die Ferienwohnung vor der Zerstörungswut des Hundes schützen möchte.

Eine Hundebox musst du dir wie einen Art Laufstall für Kinder vorstellen, in dem der Hund sicher „aufgehoben“ ist und zur Ruhe findet, da Hunde Höhlen lieben und dort besonders gerne schlafen.

Was passiert bei gestressten Welpen

Welpen, die nicht gelernt haben sich zu entspannen oder die viel zu früh zu extrem gefordert wurden z.B. durch zu langes Spazieren gehen, ständige Mitnahme überallhin, ständiges Spielen oder Fordern durch das Beibringen von Tricks etc. zeigen auch als erwachsene Hunde extreme Stressanzeichen, so wie die Hündin in diesem Video. Diese Hündin ist zum Zeitpunkt des Videos ca. 1 Jahr alt und hat Probleme außerhalb ihrer Hundebox zur Ruhe zu kommen.

Sie zeigt eindeutige Stresssymptome wie Fienzen, starkes Hecheln, Gähnen mit Kopfschütteln und Kratzen als Übersprungshandlung.

Diese Hunde müssen langsam von ihrem hohen Stresspegel heruntergefahren werden, um ihnen dann das Ruhigsein beibringen zu können.

Wir haben für dich eine Seite mit Videos zusammen gestellt, auf der du die Stresssymptome deines Welpen erkennen kannst, um dann entsprechend reagieren zu können.

Wie viel Schlaf / Ruhe benötigt ein Hund?

Erwachsene Hunde benötigen zwischen 17-20 Stunden Schlaf  (resp. Ruhezeiten) pro Tag – man bedenke, der Tag hat „nur“ 24 Stunden.

Welpen sollten 20-22 Stunden ruhen und schlafen!

Schlafen

Schlaf ist wichtig, um die erlebten Ereignisse zu verarbeiten. Je nachdem wie anstrengend oder erlebnisreich der Tag war, desto unruhiger und tiefer ist der Schlaf.

Schlaf ist übrigens überlebensnotwendig, da der Körper sich im Schlaf regeneriert und z.B. neue Zellen bildet und neue Gehirnsynapsen & Verbindungen schafft. Es gibt Studien zum Schlafentzug bei Hunden, die folgendes gezeigt haben:

„Im ersten Stadium des Schlafentzugs wurden die Hunde überdreht. Im Zweiten unkonzentriert, grob motorisch und fahrig. Im Dritten nervös und schnell reizbar. Im Vierten aggressiv und kränklich. Im fünften Stadium erkrankten sie schwer und / oder chronisch.

Im Lauf der Trainingsjahre hat sich dabei folgendes gezeigt. Retriever-Rassen verharren nicht allzu lange oder deutlich im Stadium der Aggression. Sie werden schneller chronisch krank, leiden zum Beispiel an Hautkrankheiten, da Schlafmangel das Immunsystem schwächt. Terrier-Rassen hingegen sind länger und auffälliger aggressiv, und fallen erst nach vergleichsweise langer Zeit in das Stadium der schweren Krankheit.“

Quelle: http://www.hundeerziehung-online.com/ruhebedurfnis-wie-viel-schlaf-braucht-der-hunde/ 

Nützliche Videos

Bitte schau dir diese Videos an. Die Trainer erklären dir genau, warum eine Box sinnvoll ist und geben dir Tricks an die Hand, wie du deinen Hund an die Box gewöhnst.

Empfehlenswerte Hundeboxen

Wie an die Box gewöhnen?

Schön, dass du verstanden hast, dass die Gewöhnung an eine Hundebox sinnvoll ist, deshalb möchten wir dir im Nachfolgen erklären, wie du dabei am Besten vorgehst.

Schritt 1: Standort

Die Hundebox solltest du in deinem Wohnraum aufstellen, nicht im Schlafzimmer, Flur oder einem anderen Raum, in dem du dich selten aufhältst. Welpen sind in den ersten Wochen nicht in der Lage alleine zu bleiben, da sie alleine nicht überlebensfähig sind. Der Trieb beim Rudel bzw. der Bezugsperson zu bleiben ist extrem stark, deshalb die Hundebox in deiner Sichtweite aufstellen, so dass der Welpe dich sehen kann. Eine Box im Flur kann zu einem Türsteher führen, der Besuch jedes Mal durch Gebell ankündigt.

Am Besten wählst du eine ruhige Ecke, die nicht zugig ist. Hunde lieben sowieso Ecken und Höhlen, da sie sich dort besonders sicher fühlen.

Achte darauf, dass sich in der direkten Umgebung der Box keine Textilien wie Gardinen, Decken, Kissen etc. oder Kabel befinden, da Aussie Welpen manchmal so kreativ sind, dass sie es schaffen sich diese Textilien in die Box zu ziehen, um dann ihr Unwesen zu treiben. Wir berichten hier aus Erfahrung, Maisy hat es z.B. geschafft durch die Box ein Tellergroßes Loch in unser Sofa zu fressen, das wir danach natürlich entsorgen durften. Wir wissen bis heute nicht, wie sie das geschafft hat, aber unsere Boxen stehen jetzt nicht mehr neben dem Sofa ;-).

Außerdem empfehlen wir dir ca. 1m rund um die Box alles zu entfernen, was dem Welpen gefährlich werden oder dir heilig sein könnte. Wenn die Hunde in der Box randalieren, kann es sein, dass sich die Box verschiebt oder bewegt und der Hund so an Gegenstände herankommen kann.

Schritt 2: Einrichtung der Box

Alles raus aus der Box! Keine Decke, kein Spielzeug, kein Kauknochen oder sonst irgendwelche Gegenstände. Hunde benötigen keinen weichen Untergrund zum Schlafen. Bei uns schlafen die Welpen teilweise auf Kieselsteinen im Garten oder auf dem bloßen Fliesenboden, obwohl sie auch die Möglichkeit eines bequemen Körbchens hätten. Das scheint also eher wieder eine typische Vermenschlichung zu sein, dass es Hunde gerne bequem haben.

Spielzeug und Kauknochen laden zur Beschäftigung ein, übrigens genauso wie eine Decke und der Welpe kann Kleinteile verschlucken, die zu einem Darmverschluss führen können, der tödlich enden kann. Wir hatten Maisy z.B. als Welpe mal in einer Pension und sie wurde uns mit einem völlig aufgeblähtem Bauch übergeben. Zuhause würgte sie dann Handtuchfetzen hervor. Offenbar hatte sie genug Zeit gehabt eine Decke oder ein Handtuch zu fressen…das hätte auch böse enden können, daher gehören Welpen und Textilien nicht zusammen 😉

Falls dein Welpe sein Geschäft aus Versehen in der Box verrichtet, kannst du die Box ohne Decke viel besser reinigen und siehst das Malheur auch viel schneller und wunderst dich nicht irgendwann über den übelreichenden Geruch, der aus der Box strömt. Wenn ein Ort nach Urin riecht, dann wird der Welpe immer wieder dorthin machen, daher ist es kontraproduktiv, wenn er die Decke als Indoorklo betrachtet.

Die Welpen sollen die Hundebox als Schlafplatz und Rückzugsort ansehen und nicht als Spielplatz mit Dach, deshalb befindet sich nur der Welpe (ohne Halsband übrigens) in der Hundebox und sonst nichts. So kommt der Welpe auch viel schneller zur Ruhe. Halsbänder und Geschirre solltest du übrigens zum Schlafen ebenfalls ablegen, da auch hier eine Verletzungs- und Verschluckungsgefahr besteht.

Auch dies sind wieder Erfahrungswerte, wir hatten einen Welpen, der hat seine Tasso Plakette, die am Halsband hing malträtiert und völlig unleserlich zerkaut.

Schritt 3: Die Box schmackhaft machen

Hunde lieben alles was mit Fressen zu tun hat, daher ist es eine gute Idee den Welpen in der Box zu füttern, da er die Box nun mit dem Futter positiv verknüpft. Locke dazu den Welpen zur Box und stelle sein Futter hinein. Zu Beginn stellst du es ganz nach vorne, so dass der Welpe von Außen fressen kann. Nach und nach solltest du den Napf weiter rein schieben, so dass der Hund in der Box verschwindet.

Wenn der Welpe in Ruhe frisst, dann kannst du bereits die Boxentür verschließen bzw. von Außen zuhalten, so dass der Welpe das „Eingesperrtsein“ ebenfalls durch die Futteraufnahme positiv verknüpft. Welpen, die beim Fressen unruhig sind oder nicht die volle Futtermenge aufnehmen, bekommen durch eine Fütterung in der Box übrigens mehr Ruhe. Manchmal hilft es auch das Futter direkt in die Box zu streuen. Die meisten Welpen fressen lieber vom Boden bzw. kippen den Napf sowieso um.

Richtig super findet der Hund die Box, wenn du z.B. kleine Fleischwurststücke oder Käse in die Box wirfst. Er wird so voller Freude in die Box stürmen und sich sein Leckerli holen. Wenn du diese Handlung mit einem Kommando z.B. „Box“ verknüpfst, lernt der Hund gleich auf Kommando in seine Box zu gehen. Außerdem hilft diese Übung dabei, dass der Hund von sich aus die Box immer wieder aufsucht, um nachzusehen, ob vielleicht noch Futter in der Box liegt, deshalb lege ruhig ein paar Leckerlis hinein, wenn der Welpe es gerade nicht mitbekommt.

Empfehlenswertes

Schritt 4: Jetzt wird es ernst…

Herzlichen Glückwunsch, dein Welpe kann die Hundebox jetzt hoffentlich gut leiden, jetzt wird es Zeit, dass du ihn zur Ruhe bringst, d.h. du setzt den Welpen kommentarlos in die Box und machst die Tür zu. Nun setzt du dich in Sichtweite des Hundes z.B. aufs Sofa und beginnst dich mit allem anderen zu beschäftigen, nur nicht mit dem Hund.

Für deinen Welpen bricht jetzt eine kleine Welt zusammen, er stellt jetzt nämlich fest, dass er eingesperrt ist und nicht mehr frei entscheiden kann. Der Welpe wird nun beginnen zu jammern, zu fienzen, zu jaulen, zu bellen und je nach Temperament deines Welpen, springt der Welpe in der Box auf und ab und sucht einen Ausgang.

Ganz wichtig ist jetzt, dass du den Welpen in seiner Aufgeregtheit nicht positiv unterstützt (bzw. auch nicht negativ, Aussies finden nämlich jegliche Aufmerksamkeit super…). Das bedeutet Welpen nicht anschauen, nicht mit ihm sprechen, nicht streicheln, nicht bemitleiden und auf gar keinen Fall aus der Box raus lassen. (Wenn der Welpe schläft prima, dann Ruhe genießen und abwarten bis er wach wird, erst dann die Tür wieder öffnen, sonst wacht der Welpe durch das leise Öffnen der Tür entweder auf oder verlässt unbemerkt die geöffnete Box und verrichtet sein Geschäft im Wohnbereich).

Nun ist deine Geduld gefragt und du musst abwarten, bis der Welpe sich beruhigt hat und seine Situation akzeptiert hat. Diese Phase kann durchaus 1 bis 2 Stunden dauern, je nachdem wie müde und willensstark dein Welpe ist. Erst wenn der Welpe absolut ruhig ist, darfst du zu ihm hingehen und die Tür wieder öffnen. Du öffnest einfach kommentarlos die Tür und lässt den Welpen herauskommen. Dein Welpe macht nun die Lernerfahrung, dass ruhig sein sich lohnt, denn dann darf er die Box wieder verlassen.

Diese Übung solltest du möglichst oft bereits am Abholtag deines Welpen üben, damit er bis abends hoffentlich ohne großes Gebrüll in der Box zur Ruhe kommt, denn dann ist dir eine einigermaßen ruhige Nacht sicher, in der du nur noch aufstehen musst, wenn dein Welpe sich zum nächtlichen Pipimachen meldet :-).

Bei dieser Übung musst du sehr konsequent und genau sein, damit dein Welpe sich möglichst schnell an die Box gewöhnt. Erstens kannst du dann die nächsten Nächte wenigstens ein wenig schlafen und zweitens bedeutet die Box zu Beginn für den Welpen extremen Stress, den ein Lebewesen natürlich nicht auf Dauer haben sollte.

Wenn du dich an unseren Leitfaden hältst und weiterhin konsequent bist (Hund erst raus, wenn er ruhig ist) dann sollte dein Welpe spätestens innerhalb von einer Woche die Box akzeptiert haben und sich darin ruhig verhalten, wenn du ihn hineinsetzt. Er muss ja nicht jedes Mal schlafen, er kann dich ja auch einfach nur beobachten.

Auf der rechten Seite findest du nun ein paar Videos zur Einstimmung.

Sinnvoll ist es auf jeden Fall sich Ohrenstöpsel oder so wie im Video von Seven Gehörschutzkopfhörer anzuschaffen, denn die filtern den Lärm des Welpen doch ganz gut 😉

PS: Bei den Videos mit mehreren Welpen in der Box, habe ich übrigens ein Vetbed in der Box, damit wenn sich ein Welpe erleichtern muss, ich danach nicht die Welpen auch noch reinigen muss – das hat rein praktische Erwägungen in diesem Fall, aber bei euch Zuhause gehört keine Decke in die Box 😉

Tipp zur Aktivität

Welpen sollen pro Lebensmonat 5 Minuten Aktitivät pro Tag bekommen, d.h. 8 Wochen alter Welpe 10 Minuten pro Tag (das meint alles außer Schlafen). Natürlich sind diese Werte nur Richtwerte, aber sich annähernd daran zu halten, kann sicherlich nicht schaden.

Für unsere Nachzuchten ganz wichtig: Solltest du bei der Gewöhnung deines Welpen unsicher sein, dann sprich uns bitte an und schick uns ruhig Videos von deinem Welpen, damit wir den Trainingszustand beurteilen können und dir Tipps geben können!

Beispiel mit Welpe Leo

Da Leo erst abends bei uns abgeholt wurde und ich der neuen Familie einen Gefallen tun wollte, habe ich angefangen Leo an die Hundebox zu gewöhnen und für euch den Prozess in Videos festgehalten. Wie ihr sehen könnt, habe ich teilweise die Uhr im Hintergrund mitgefilmt, so könnt ihr erkennen, wie lange der Prozess gedauert hat. Die Videos sind sehr zeitnah hintereinander aufgenommen worden und bei diesem Welpen hat der Prozess etwa 1,5h gedauert. Schaut euch die Videos einfach von links nach rechts an. Jedenfalls bekam ich von Leos Familie die Rückmeldung, dass die erste Nacht und damit der erste Boxenaufenthalt gut geklappt hat und Leo weiterhin ruhig blieb 😉


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