Frustration, Ruhe & Beisshemmung – 3 Dinge, die der Aussie unbedingt lernen muss

...übrigens, wir haben Welpen...

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Frustration, Ruhe & Beisshemmung – 3 Dinge, die der Aussie unbedingt lernen muss

Bei der Rasse Australian Shepherd gibt es drei grundlegende Dinge zu beachten, auf die du als neuer Halter dein Augenmerk legen solltest, damit dein Hund dir Freude bereitet.

Lernen junge Aussies diese drei goldenen Regeln nicht kennen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Hund nicht mehr handelbar ist und sein Zuhause verliert und so zu einem Problemhund bzw. Wanderpokal wird.

Deshalb achte in deiner Erziehung besonders auf diese 3 Dinge. Ob dein Hund Sitz und Platz kann und brav bei Fuß läuft ist völlig egal und nebensächlich. Solche „Kleinigkeiten“ lernt der Hund ruck zuck, aber Frust, Ruhe und Menschen nicht zu beissen sind grundlegende Dinge, die der Hund in unserer Gesellschaft drauf haben muss.

In den Videos sind übrigens nicht umsonst häufig Aussies zu sehen, eben weil diese Rasse zu diesen Problemen neigt 😉

1) Frust ertragen können

Frust ertragen zu können ist in unserer heutigen Gesellschaft einer der wichtigsten Charakterzüge eines Hundes. Ein Hund der mit Frust umgehen kann, wird euch in der späteren Erziehung viel Freude bereiten.
Ein Aussie muss lernen Frust zu ertragen, sonst führt das später zu diversen Problemen. Um euch die Wichtigkeit dieses Punktes zu erläutern, möchte ich euch Beispiele geben, in denen der Hund Frust ertragen muss bzw. die zum Problem werden können, wenn er dies nicht gelernt hat. Außerdem schaut euch unbedingt das Video rechts an. Ihr könnt euch sicher sein, Aussies sind sehr willensstark!!!

PROBLEME BEIM FÜTTERN

Ihr wollt den Hund füttern. Ein Hund ohne Frustrationstoleranz wird bellen, unruhig sein, an euch hochspringen. Wenn es ihm zu langsam geht euch auch z.B. in den Popo beissen. Ihr werdet es nicht schaffen den Napf auf den Boden zu stellen und dann das Futter frei zu geben, sondern der Napf wird bereits leer sein, weil der Hund das Futter bereits frisst während ihr den Napf noch in der Hand habt.

PROBLEME BEIM SPIELEN

Ihr wollt mit dem Hund spielen. Wenn ihr den Ball nicht sofort werft, wird der Hund vor euch stehen und euch anbellen. Bringt auch das Bellen nichts, wird er anfangen euch anzuspringen, euch anzupöbeln und versuchen an den Ball zu kommen. Auch in diesem Beispiel wäre es durchaus möglich, dass er euch in den Arm beisst um an das Spielzeug zu kommen.

PROBLEME BEIM ALLEINESEIN

Ihr wollt den Hund alleine lassen. Der Hund wird seinen Unmut auch hier durch Bellen äußern, dann wird er die Tür, durch die ihr verschwunden seid bekratzen und anfangen sie zu zerstören. Die Tapete wird fein säuberlich abtapeziert. Der Hund wird den Raum in dem er sich befindet in Schutt und Asche legen und das meine ich genauso wie ich es geschrieben habe. Hunde sind durchaus in der Lage Löcher in Wände zu fressen und die Einrichtung komplett zu zerstören. Vielleicht wird das Verhalten des Hundes so schlimm sein, dass er sich die Krallen blutig kratzt und / oder sich durch die Zerstörung von Gegenständen selbst in Gefahr bringt z.B. durch das Verschlucken von Holzsplittern ->Perforation des Darms (Wir haben Layla dadurch verloren) oder das Fressen von Textilien -> Darmverschluss.

Lösungsideen

Bitte schau dir nachfolgende Videos an, die Trainer bringen dir bei wie du deinem Hund die so genannte Impulskontrolle bzw. die Frustrationstoleranz beibringst. Vielleicht verwendet ihr als Freigabe Kommando nicht das Wort „Ok“, sondern „Nimm“, weil man Ok doch relativ oft im täglichen Gebrauch verwendet.

Ich persönlich finde es auch sehr wichtig den Hund an eine Hundebox zu gewöhnen, so dass er lernt nicht überallhin folgen zu können und immer seinen Willen durchzusetzen. Ich mache mit meinen Hunden auch die Übungen aus den Videos, aber Aussies sind so pfiffig, dass sie oftmals genau wissen wie sie sich bei einer dieser Übungen benehmen müssen, aber in anderen Situationen können sie sich dann wieder nicht zurück halten, deshalb empfinde ich eine generelle Frustübung mit der Hundebox sehr wichtig.

2) Ruhen lernen

Aussies sind sehr lebhafte und aufgeweckte Hunde, die von sich aus nicht zeigen, dass sie müde sind oder, dass sie eine Pause benötigen. Es ist deshalb Aufgabe des Menschen zu bestimmen, wann der Welpe sich ausruhen soll.

Bekommt dein Welpe nicht ausreichend Ruhezeiten (17-23 Stunden pro Tag) und Pausen wird er beginnen Stresssymptome zu zeigen, so lange bis sein Stresslevel so weit angestiegen ist, dass es extrem schwierig wird den Hund aus dieser Spirale wieder heraus zu holen.

Hat der Welpe einmal gelernt wie man zur Ruhe kommt bzw. wurde von dir dahingehend angeleitet und ist er entspannt groß geworden, wird er auch als erwachsener Hund eher zur Ruhe kommen. Du solltest aber auch bei adulten Aussies darauf achten, dass sie sich nicht übernehmen und ggfs. für Ruhe sorgen.

Lösungsideen

Nachfolgend wieder ein paar Videos mit Lösungsideen. Es gibt 3 Möglichkeiten dem Hund Ruhe zu verordnen:

  • Anbinden / Mit der Leine irgendwo festbinden – wird von vielen Hundeschulen empfohlen. Nach meiner Meinung aber besteht die Gefahr, dass der Hund sich mit der Leine verheddert / erwürgt. Er könnte die Leine durchbeissen und sich so in Gefahr bringen, in dem er Teile verschluckt und er hat noch zu viel Bewegungsspielraum, so dass sich nicht entspannen kann. Je weniger Bewegunsgfreiraum der Hund hat, desto eher legt er sich hin und entspannt sich!
  • Auf eine Decke oder in ein Körbchen schicken
  • den Hund in eine Box schicken

Ich persönliche empfehle und beginne mit einer Hundebox, weil diese Methode für einen Welpen und auch für Ersthundehalter am einfachsten ist, da bei der Deckenübung z.B. ständig korrigiert werden muss, sobald der Hund wieder aufsteht. Außerdem neigen junge Hunde dazu die Decke, das Körbchen oder die Leine mit der sie angebunden sind zu zerstören und sich somit aus der Situation zu befreien. Zum Alleinebleibenüben und zur Stubenreinheit ist die Boxmethode meiner Erfahrung nach auch am besten geeignet. Weiter oben habe ich dir den Artikel zur Boxgewöhnung verlinkt – auch dort findest du noch weitere interessante Videos von Experten, die dir die Wichtigkeit der Hundebox verdeutlichen.

3) Beissen

Hunde haben nicht in die menschliche Haut zu beissen! 

Diesen Satz musst du dir merken und dem Hund beibringen, dass es nicht akzeptabel ist dich zu beissen, weder in die Haut noch in die Kleidung.

Den Paradefehler machen die meisten neuen Welpenbesitzer, in dem sie es süß finden, wenn der Hund an den Fingern knabbert. Wenn du von Anfang an unterbindest, dass der Hund an dir knabbert / dich beisst, denn nichts anderes ist knabbern, dann wird dein Hund schnell verstanden haben wie er sein Gebiss einsetzen darf. Hunde können ihr Gebiss so gut kontrollieren, dass sie Dinge fein säuberlich abkauen können bzw. sie wissen genau wie stark sie zubeissen.

Lösungsideen

Beim Beissen verstehe ich keinen Spaß, denn lernt der Welpe nicht sein Gebiss zu kontrollieren, dann hast du irgendwann einen erwachsenen Hund, der eine wesentlich stärkere Beisskraft hat und der richtig gefährlich werden kann. Daher ist es extrem wichtig, dass der Hund weiß, dass er Menschen nicht zu beissen hat! Ich persönliche Nutze entweder den Schnauzengriff oder fixiere die Hunde, so wie die Trainerin im dritten Video es vormacht. Auch die Mutterhündin oder andere Rudelmitglieder zeigen den Welpen deutlich, was sie davon halten, wenn der Welpe sie beisst. Beim Beissen musst du handeln nicht mit dem Hund diskutieren!

  • Variante 1: Wenn du die Zähne deines Hundes an deiner Haut spürst, auch wenn es noch so sanft ist, dann suche dir ein Kommando z.B. „Aua“ und entziehe dich dem Hund. Allerdings funktioniert das beim Aussie eher nicht, denn er denkt: Juhu gewonnen, gleich nochmal reinbeissen.
  • Variante 2: Bei einem Biss zeige dem Hund deutlich, was du davon hälst, so wie die Trainerin im dritten Video es zeigt.
  • Variante 3: Schnauzengriff ausführen, d.h. mit Zeigefinger und Daumen über den Fang des Hundes fassen und kurz festhalten / drücken. Wenn der Welpe fiept war der Schnauzengriff erfolgreich und der Hund hat gelernt, dass es für ihn unangenehm wird, wenn er Menschen beisst.
  • Wenn der Welpe an Gegenständen kaut -> Wegräumen oder mit einem Kommando wie z.B. „Schluss“ oder „Hey“ oder in die Händeklatschen und Kommando unterbrechen
  • Kauartikel anbieten, aber möglichst bevor der Hund irgendwo reinbeisst, sonst lernt der Hund: Beissen = bekomme ich Kauspielzeug
  • Für mehr Ruhe sorgen, viele Welpen beissen weil sie völlig überdreht sind!!!


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