Zecken & Borreliose

Australian Shepherd Züchter aus Krefeld (NRW)

Zecken & Borreliose

Die Zecke

Ze­cken sind wei­ter­ver­brei­te Pa­ra­si­ten, die sich von dem Blut von Wir­bel­tie­ren (z.B. Men­schen und Hun­den) er­näh­ren. Sie be­nö­ti­gen dazu je­weils eine Blut­mahl­zeit pro Ent­wick­lungs­sta­di­um. Ze­cken le­ben nicht, wie die meis­ten Men­schen ver­mu­ten, auf Bäu­men und las­sen sich von dort auf ih­ren Wirt her­ab­fal­len – nein sie le­ben im un­te­ren Be­reich der Ve­ge­ta­ti­on auf 30–60cm Höhe auf Grä­sern, Bü­schen und Wie­sen und strei­fen sich von dort auf den Wirt ab.

Ze­cken zäh­len zu den Spin­nen­tie­ren, noch ge­nau­er zu den Mil­ben. Die Ze­cke ist ein hoch­spe­zia­li­sier­tes Tier, das sich per­fekt an sei­ne Um­welt an­ge­passt hat. Ze­cken su­chen sich oft schwer zu­gäng­li­che Kör­per­stel­len wie die Ach­sel­höh­le oder den In­tim­be­reich beim Men­schen und kön­nen sich dort bis zu 15 Tage fest­sau­gen. Beim Hund fin­det man die Ze­cken oft im Ge­sicht, rund um die Au­gen oder so­gar im Maul. Die Ze­cke saugt das Blut di­rekt in ih­rem Darm und kann ihr Vo­lu­men so um ein 200 Fa­ches erhöhen.

Fas­zi­nie­rend ist, dass Ze­cken nach nur ei­ner Blut­mahl­zeit bis zu 10 Jah­re ohne wei­te­re Nah­rung über­le­ben können!

Wie sticht die Zecke?

Die Ze­cke hat ei­nen hoch­ent­wi­ckel­ten Stech­ap­pa­rat. Mit ih­ren sche­ren­ar­ti­gen Mund­werk­zeu­gen (Che­li­ce­ren) reißt sie die Haut auf und gräbt mit ih­rem „Sta­chel“ (Hy­po­s­tom) eine Gru­be in das Ge­we­be, das sich an der Stich­stel­le mit Blut füllt. Nach­flie­ßen­des Blut saugt die Ze­cke im­mer wie­der ab.

Sticht oder beisst die Ze­cke ei­gent­lich? Weit ver­brei­tet ist der Be­griff ”Ze­cken­biss” – kor­rekt ist aber ei­gent­lich Ze­cken­stich. Die Ze­cke reisst mit ih­ren Mund­werk­zeu­gen zwar ein Loch in die Haut, saugt dann aber mit ih­rem Rüs­sel das Blut auf. Üb­ri­gens in­ji­ziert die Ze­cke mit ih­ren Beiss­werk­zeu­gen ein Be­täu­bungs­mit­tel, so merkt der Wirt nichts von der Ein­stich­stel­le. Spe­zi­el­le Sub­stan­zen im Ze­cken­spei­chel ver­hin­dern, dass das Blut ge­rinnt oder sich die Ein­stich­stel­le ent­zün­det, so kann die Ze­cke über Tage Blut sau­gen. Sie bil­det so­gar eine Art Kleis­ter mit der sich die Ze­cke an der Ein­stich­stel­le festhält.

  • Ze­cken­lar­ve: Die Lar­ven der Ze­cke sind weiß und bis zu 0,5 Mil­li­me­ter groß. Sie ha­ben im Ge­gen­satz zu Ze­cken in den an­de­ren Ent­wick­lungs­sta­di­en nur 3 Bein­paa­re (spä­ter 4).
  • Nym­phe: So wird eine Ze­cke im „Ju­gend­li­chen-Sta­di­um“ be­zeich­net. Nym­phen sind etwa 1–2 mm groß. Ihr Kör­per ist weiß bis durch­sich­tig gefärbt.
  • Er­wach­se­ne Ze­cke: Sie wer­den etwa 2–4 mm groß. Weib­chen kön­nen voll­ge­so­gen so­gar bis zu 12 mm groß wer­den. Die weib­li­che Ze­cke be­nö­tigt nach dem Durch­lau­fen al­ler Ze­cken­sta­di­en noch eine wei­te­re Blut­mahl­zeit für die Eiablage.

Wohin sticht die Zecke?

Ze­cken su­chen sich als Ein­stich­stel­le im­mer wei­che, dün­ne, gut durch­blu­te­te, schwer zu­gäng­li­che Haut. Beim Men­schen fin­den sich Ze­cken häu­fig an der Brust, Bauch, Len­den­be­reich und in den Knie­keh­len. Bei Kin­dern fin­den sich Ze­cken auch ver­mehrt am Kopf. Bei Hun­den ste­chen Ze­cken be­vor­zugt auch am Kopf und im Ge­ni­tal­be­reich, meist Stel­len, an de­nen der Hund die Ze­cke mit der Pfo­te schwer ab­strei­chen kann. Auch Ach­sel­höh­len und Len­den sind be­lieb­te Einstichstellen.

Welche Zeckenarten gibt es?

Nach­fol­gend fin­dest du ei­ni­ge häu­fi­ge Ze­cken­ar­ten, die in un­se­ren Brei­ten­gra­den / Ur­laubs­ge­bie­ten ver­tre­ten sind.

Üb­ri­gens gibt es in Aus­tra­li­en eine Ze­cke na­mens Ixo­des ho­lo­cy­clus, die ein Neu­ro­to­xin in­ji­ziert, was un­be­merkt zum Atem­still­stand und so­mit zum Tod des Men­schen führt. Fin­det man die Ze­cke nach den ers­te Sym­pto­men wie Krib­beln im Ge­sicht und Gleich­ge­wichts­stö­run­gen, und ent­fernt sie, dann klin­gen die Sym­pto­me ohne Fol­ge­schä­den von al­lei­ne wie­der ab.

20 Men­schen sind in Aus­tra­li­en an die­sem Ze­cken­biss be­reits ge­stor­ben. Zum Ver­gleich: 14 Men­schen ver­lo­ren ihr Le­ben durch ei­nen Spinnenbiss.

Auch in Ros­tock in Deutsch­land gab es 2006 ei­nen in­fi­zier­ten Mann, bei dem man zu­nächst dach­te er lei­det an ei­nem Schlaganfall.

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  • Die­se Ze­cke ist die am häu­figs­ten vor­kom­men­de in Deutschland
  • Vor­kom­men: in Deutsch­land und Eu­ro­pa (Aus­nah­me: Ge­birgs­la­gen über ca. 1500 m)
  • Ge­fähr­lich­keit: Der Holz­bock ist die Ze­cken­art, die in Deutsch­land am häu­figs­ten den Men­schen be­fällt. Er über­trägt z. B. Bor­re­li­en und FSME-Vi­ren auf Mensch und Tier.
  • Ty­pi­sche Le­bens­räu­me: Wäl­der, Stadt­parks, Gärten
  • Wir­te: Klein­säu­ger, Vö­gel, Ei­dech­sen, Igel, Ha­sen, Reh‑, Dam- und Rot­wild, Füch­se, Hun­de, Kat­zen, Menschen
  • Ak­ti­vi­tät: März bis Oktober/November
auwaldzecke 300x300 - Zecken & Borreliose
  • Die­se Ze­cke geht ak­tiv auf die Jagdt nach ih­ren Wirten
  • Vor­kom­men: vor­wie­gend im öst­li­chen und süd­west­li­chen Deutschland
  • Ge­fähr­lich­keit: Die Au­wald­ze­cke be­fällt haupt­säch­lich Hun­de und Pfer­de, sel­ten Men­schen. Sie über­trägt z. B. Ba­be­si­en, die Er­re­ger der „Hun­dem­a­la­ria“.
  • Ty­pi­sche Le­bens­räu­me: Wäl­der, Über­schwem­mungs­ge­bie­te, Wie­sen, Bra­chen, Moore
  • Wir­te: Klein­säu­ger, Reh‑, Dam- und Rot­wild, Wild­schwei­ne, Pfer­de, Rin­der, Scha­fe, Hun­de, Menschen
  • Ak­ti­vi­tät: Fe­bru­ar bis Mai und Au­gust bis Winter
igelzecke 300x300 - Zecken & Borreliose
  • Die­se Ze­cke war­tet im Bau ih­rer Wirts­tie­re auf neue Wirte
  • Vor­kom­men: in Deutsch­land und fast ganz Eu­ro­pa vom Mit­tel­meer bis nach Skan­di­na­vi­en und Ir­land, au­ßer­dem in Al­ge­ri­en und Ma­rok­ko in Nord­afri­ka, in Klein­asi­en und der Kau­ka­sus­re­gi­on, öst­lich durch ganz Ost­eu­ro­pa und West­asi­en bis nach Zentralasien
  • Ge­fähr­lich­keit: Sie be­fällt sel­ten Men­schen, über­trägt z. B. Bor­re­li­en und FSME-Viren
  • Ty­pi­sche Le­bens­räu­me: Wäl­der, Stadt­parks, Gärten
  • Wir­te: Füch­se, Igel, Wie­sel, Il­tis, Her­me­lin, Hun­de, Kat­zen, Menschen
  • Ak­ti­vi­tät: März bis November
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  • Die­se Ze­cke ist in Deutsch­land selten
  • Vor­kom­men: in Süd­deutsch­land sel­ten, häu­fig in Ge­bie­ten mit Schaf­be­wei­dung und in der Steppe
  • Ge­fähr­lich­keit: Sie be­fällt sel­ten den Men­schen, kann je­doch u. a. das Q‑Fieber, Tu­larä­mie, das Ro­cky-Moun­tains-Fleck­fie­ber, das si­bi­ri­sche Ze­cken­biss­fie­ber, die Rin­der­ana­plas­mo­se und die Hun­de­ba­be­sio­se übertragen.
  • Ty­pi­sche Le­bens­räu­me: son­nen­ex­po­nier­te Wie­sen­flä­chen (Tro­cken­ra­sen) und lich­te Wälder
  • Wir­te: Klein­säu­ger, Scha­fe, Rot­wild, Wild­schwei­ne, Zie­gen, Rin­der, Pfer­de, Hun­de, Menschen
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  • Die­se Ze­cke kann bis zu 9 Jah­re ohne Wirt leben
  • Vor­kom­men: in ganz Deutschland
  • Ge­fähr­lich­keit: Be­fällt haupt­säch­lich Tau­ben, ge­le­gent­lich den Men­schen. Bis­her wur­den am Men­schen nur all­er­gi­sche Re­ak­tio­nen bis hin zum ana­phy­lak­ti­schen Schock si­cher nachgewiesen.
  • Ty­pi­sche Le­bens­räu­me: an wär­me­be­güns­tig­ten Stand­or­ten in oder an Ge­bäu­den, au­ßer­dem in der Nähe der Brut­plät­ze von Tau­ben, z. B. auf Dachböden
  • Wir­te: Fel­sen­tau­ben, ver­wil­der­te Haus­tau­ben, Vö­gel, Ge­flü­gel, Menschen
  • Ak­ti­vi­tät: März bis Oktober
braune hundezecke 300x300 - Zecken & Borreliose
  • Die­se Ze­cke stammt aus Afri­ka und ist in ganz Süd­eu­ro­pa verbreitet
  • Vor­kom­men: Afri­ka, Süd­eu­ro­pa, sel­ten nörd­lich der Alpen
  • Ge­fähr­lich­keit: Sie be­fällt haupt­säch­lich Hun­de und über­trägt ver­schie­de­ne Bak­te­ri­en: Ba­be­si­en, Ba­be­sia ca­nis vo­geli (ein Er­re­ger der Ba­be­sio­se des Hun­des), Ehr­li­chia ca­nis (Ca­ni­ne Ehr­li­chio­se), Ana­plas­ma pla­tys (Ca­ni­ne Cy­cli­sche Throm­bo­zy­to­pe­nie) und He­pa­to­zoon ca­nis (He­pa­to­zoo­no­se).
  • Ty­pi­sche Le­bens­räu­me: war­me Re­gio­nen, in Deutsch­land in be­heiz­ten Einrichtungen
  • Wir­te: Hun­de, sel­ten Menschen
  • Ak­ti­vi­tät: Som­mer

Warum sind Zecken gefährlich?

Ze­cken kön­nen beim Ein­stich Krank­heits­er­re­ger über­tra­gen. Sie kön­nen da­bei das FSME Vi­rus und Bor­re­lio­se über­tra­gen. Es ist des­halb wich­tig die Ze­cken so schnell wie mög­lich zu ent­fer­nen, da das Bak­te­ri­um Bor­re­lia burg­dor­fe­ri, wel­ches Bor­re­lio­se aus­löst, erst aus dem Darm der Ze­cke in die Wun­de kom­men muss. Die­ser Vor­gang dau­ert ca. 12–24 Stun­den, d.h. ent­fernt man die Ze­cke di­rekt nach dem Ein­stich, kann das Ri­si­ko an Bor­re­lio­se zu er­kran­ken mi­ni­miert wer­den. Das FSME Vi­rus wird al­ler­dings di­rekt beim Ein­stich über­tra­ge­nen, wenn die Ze­cke da­mit in­fi­ziert ist. Es ist des­halb wich­tig Men­schen und Hund nach je­dem Spa­zier­gang ab­zu­su­chen und die Ze­cken zu ent­fer­nen. Bei uns hei­misch sind die bei­den Ar­ten ge­mei­ne Holz­bock oder der Auwaldzecke.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Ze­cken kön­nen ei­ni­ge Krank­hei­ten über­tra­gen wie z.B.

  • Ehr­li­chio­se (meist symptomlos),
  • Fleck­fie­ber (nur Mittelmeerraum),
  • Krim-Kon­go-Fie­ber (Süd­ost­eu­ro­pa, Asi­en und Afrika),
  • Flei­sch­all­ergie (Zu­cker­mo­le­kül ver­ur­sacht all­er­gi­sche Re­ak­tio­nen bei ro­tem Fleischverzehr),
  • Co­lo­ra­do Ze­cken­fie­ber (in Berg­re­gio­nen über 1700 Me­ter in den USA und Kanada),
  • He­art­wa­ter (nur Huf­tie­re in Afri­ka und Indien),
  • In­di­sche Wald­krank­heit (In­di­en),
  • Que­ry-Fie­ber (Deutsch­land durch Scha­fe übertragen),
  • Ro­cky-Moun­tain-Fleck­fie­ber (USA, Süd-Ka­na­da, Me­xi­ko und gro­ße Tei­le Südamerikas),
  • Süd­afri­ka­ni­sches Fleck­fie­ber (Süd­afri­ka),
  • Tu­larä­mie (Nord­ame­ri­ka & Eu­ro­pa) und
  • Ze­cken-Rück­fall­fie­ber (Spa­ni­en, Por­tu­gal, Ame­ri­ka, Südafrika).

Die drei be­kann­tes­ten Ze­cken­er­kran­kun­gen habe ich nach­fol­gend wei­ter re­cher­chiert. Das An­ste­ckungs­ri­si­ko ist laut des Ro­bert Koch In­sti­tuts (RKI) sehr gering.

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  • Vor­kom­men: über­wie­gend Mittelmeerraum
  • Sym­pto­me: Fie­ber, Mü­dig­keit und Muskelschmerzen
  • In­ku­ba­ti­ons­zeit: 5–21 Tage
  • Kli­nik: Pa­ra­si­ten zer­stö­ren die ro­ten Blut­kör­per­chen, was zum Tod des Tie­res füh­ren kann. Auf­fäl­lig im Blut­bild sind ver­min­der­te Rote und wei­ße Blut­kör­per­chen und dun­kel ge­färb­ter Urin durch Bilirubin.
  • Über­trä­ger: Auwaldzecke
  • The­ra­pie: Clin­da­my­cin, Chi­nin, Ato­va­quon, Azi­thro­my­cin und Imp­fung ist möglich
  • Ri­si­ko: sehr ge­ring nur 60 Fäl­le seit 1950 bekannt.
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  • Vor­kom­men: Eu­ro­pa, Nord­ame­ri­ka & Asien
  • Sym­pto­me: Ring­för­mi­ge rote Aus­brei­tung um die Ein­stich­stel­le, Ab­ge­schla­gen­heit, Ge­lenk­schmer­zen, Mus­kel­schmer­zen, er­höh­te Tem­pe­ra­tur oder Nacht­schweiß, Nervenschmerzen
  • In­ku­ba­ti­ons­zeit: 7–10 Tage
  • Kli­nik: Die Bor­re­lio­se ist eine durch das Bak­te­ri­um Bor­re­lia burg­dor­fe­ri aus­ge­lös­te Infektionskrankheit.
  • Über­trä­ger: Ge­mei­ner Holzbock
  • The­ra­pie: mehr­wö­chi­ge An­ti­bio­ti­ka­ga­be und Ze­cken in­ner­halb von 12–24h ent­fer­nen, bis da­hin ist der Er­re­ger meist noch nicht übertragen.
  • Ri­si­ko: ge­rin­ge­res 0,3 bis 1,4% Chan­ce zu er­kran­ken. 10–35% der Ze­cken tra­gen in Ri­si­ko­ge­bie­ten den Krank­heits­er­re­ger in Deutsch­land in sich.
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  • Vor­kom­men: Eu­ro­pa (Deutsch­land: Ba­den-Würt­tem­berg, in Bay­ern, im süd­li­chen Hes­sen, im süd­öst­li­chen Thü­rin­gen und in Sach­sen), Russ­land, Asien.
  • Sym­pto­me: Grip­pe­ähn­li­chen Sym­pto­men, Fie­ber und bei ei­nem Teil der Pa­ti­en­ten lei­det an Ent­zün­dung von Ge­hirn und Hirn­häu­ten. Groß­teil zeigt al­ler­dings kei­ne Krank­heits­sym­pto­me (ca. 70%)!
  • In­ku­ba­ti­ons­zeit: 7–14 Tage, in Ein­zel­fäl­len bis zu 28 Tage
  • Kli­nik: Die Früh­som­mer-Me­nin­go­en­ze­pha­li­tis (FSME) ist eine durch das FSME-Vi­rus aus­ge­lös­te Krank­heit, die bei Pa­ti­en­ten zu ei­ner Ent­zün­dung der Hirn­haut, des Ge­hirns und/oder des Rü­cken­marks füh­ren und so­gar töd­lich en­den kann.
  • Über­trä­ger: Ge­mei­ner Holzbock
  • The­ra­pie: nur Be­handlung der Sym­pto­me mög­lich. Imp­fung für Men­schen vorhanden.
  • Ri­si­ko: ge­ring 0,1 bis 5% der Ze­cken in­fi­ziert. Ab 1000 Hö­hen­me­ter kein Ri­si­ko mehr, dort kann das Vi­rus nicht über­le­ben. Hun­de schei­nen we­nig empfänglich!

Welche Krankheiten befallen auch den Hund?

Hun­den kön­nen an fünf der oben ge­nann­ten Er­kran­kun­gen eben­falls erkranken:

  • Bor­re­lio­se
      • Sym­pto­me: Ap­pe­tit­lo­sig­keit, Fie­ber, Mat­tig­keit bis hin zu wech­sel­sei­ti­gen Ge­lenk­schmer­zen, die oft nach dem Auf­ste­hen auf­tre­ten. Die Sym­pto­me tre­ten oft erst Wo­chen nach dem Ze­cken­biss auf und sind da­her nicht mehr so leicht in Ver­bin­dung zu bringen.
      • Be­handlung: An­ti­bio­ti­kum & ge­fähr­de­te Hun­de imp­fen lassen
  • Bar­be­sio­se
      • Sym­pto­me: Zer­stö­rung der ro­ten Blutkörperchen
      • Be­handlung: An­ti­pro­to­zoi­ka Mit­tel ge­gen Einzeller
  • Ehr­li­cho­se
      • Sym­pto­me: Fie­ber, Blu­tun­gen, Er­bre­chen, Ab­ma­ge­rung oder Abgeschlagenheit
      • Be­handlung: An­ti­bio­ti­ka, vor al­lem ge­fähr­det sind Wel­pen
  • FSME
      • Sym­pto­me: Fie­ber, neu­ro­lo­gi­sche Störungen
      • Be­handlung: Nur Sym­ptom­be­hand­lung, oft schwer­wie­gen­de Ver­läu­fe mit blei­ben­den Schä­den oder so­gar Tod des Hundes
  • Ana­plas­mo­se
      • Be­handlung: Antibiotika

Das FSME Vi­rus kann auch in ro­her Kuh oder Zie­gen­milch vor­kom­men, wenn die Tie­re vor­her von ei­ner be­fal­le­nen Ze­cke ge­sto­chen wurden.

Roh­milch also im­mer abkochen!

Pla­net Wissen

Ze­cken

Ze­cken

Was kann ich tun? Wie soll ich mich verhalten?

Wie kannst du deinen Hund schützen?

Die si­cher­lich ein­fachs­te Me­tho­de dei­nen Hund zu schüt­zen be­steht dar­in mit ihm auf We­gen spa­zie­ren zu ge­hen und Ge­bie­te, wo sich vie­le Ze­cken auf­hal­ten z.B. im Wald oder auf Wie­sen, eher zu mei­den. Zu­sätz­lich soll­test du dei­nen Hund nach dem Spa­zier­gang gründ­lich nach Ze­cken ab­su­chen. Schaue da­bei auch in Maul, Nase und Oh­ren und auch in die Pfotenzwischenräume.

Die meis­ten Er­re­ger wer­den erst nach 12 Stun­den über­tra­gen, d.h ein früh­zei­ti­ges Ab­sam­meln der Ze­cken schützt dei­nen Hund z.B. vor Borreliose.

Borreliose Impfung

Ge­gen Bor­re­lio­se gibt es an­ders als für den Men­schen eine Imp­fung, die ge­gen die drei Bak­te­ri­en­ar­ten Bor­re­lia burg­dor­fe­ri, Bor­re­lia ga­ri­nii und Bor­re­lia af­ze­lii An­ti­kör­per bil­det und so ei­nen 90% Schutz ga­ran­tiert. Wel­pen kön­nen be­reits ab 12 Wo­chen ge­impft wer­den. 3–5 Wo­chen spä­ter er­folgt dann die 2 Imp­fung zur Grund­im­mu­ni­sie­rung. Die Imp­fun­gen soll­ten im­mer im Früh­jahr und im Herbst jähr­lich zur Auf­fri­schung ge­ge­ben wer­den, um ei­nen voll­stän­di­gen Schutz zu gewährleisten.

Auf dem deut­schen Markt exis­tie­ren bis­lang zwei Impf­stof­fe ge­gen Bor­re­lio­se beim Hund: „Me­ri­lym®“ aus dem Hau­se Me­ri­al und der Impf­stoff „Vir­ba­gen ca­nis B®“ der Vir­bac Tier­arz­nei­mit­tel GmbH, der auch un­ter dem Na­men „Ri­vac Bor­re­lia“ von Ecu Phar ver­trie­ben wird. Wäh­rend sich der Me­ri­al-Impf­stoff ge­gen den in Deutsch­land sel­te­ne­ren Er­re­ger­stamm B. burg­dor­fe­ri rich­tet, deckt der Impf­stoff von Vir­bac und Ecu Phar die häu­fi­ger ver­brei­te­ten Er­re­ger­ty­pen B. af­ze­lii und B. ga­ri­nii ab.

Trotz al­le­dem er­kran­ken Hun­de an Bor­re­lio­se sehr sel­ten, vie­le tra­gen zwar An­ti­kör­per, zei­gen aber kei­ne Sym­pto­me. Nur 0,1 bis 1,5% al­ler Ze­cken­bis­se füh­ren über­haupt zu ei­ner Er­kran­kung. Man geht da­von aus, dass die meis­ten Hun­de re­sis­tent sind.

Es gibt üb­ri­gens ei­nen Test, wo­mit man ent­fern­te Ze­cken selbst auf Bor­re­lio­se tes­ten kann.

Zeckenabwehr durch Antiparasitika

Na­tür­lich bie­tet auch der Ve­te­ri­när­markt An­ti­pa­ra­si­ti­ka in Form von Spot Ons, Hals­bän­dern oder so­gar Ta­blet­ten (z.B. Bra­vec­to), die über meh­re­re Mo­na­te im Hun­de­kör­per ak­tiv blei­ben und Ze­cken ab­tö­ten sol­len. Das Pro­blem an die­sen Mit­teln ist al­ler­dings, dass die Ze­cke erst ste­chen muss, um dann durch das Gift im Blut des Hun­des ge­tö­tet zu wer­den. So­bald die Ze­cke aber ge­sto­chen hat, kann sie be­reits Krank­heits­er­re­ger über­tra­gen ha­ben. Um den Hund also zu schüt­zen be­nö­tigst du re­pel­lie­ren­de (=ab­sto­ßen­de) Mittel.

Ab­sto­ßen­de Wir­kung ha­ben fol­gen­de Sub­stan­zen: Pyrethro­ide, Per­me­th­rin, Delta­me­th­rin und Flu­meth­rin. Die­se Sub­stan­zen sind aber nur für den Hund zu ge­las­sen und dür­fen auf kei­nen Fall mit Kat­zen in Kon­takt kom­men (au­ßer Flu­meth­rin in ge­rin­gen Men­gen im Se­res­to Hals­band), da sie für die­se hoch­gra­dig gif­tig sind. Wenn also eine Kat­ze mit im Haus­halt lebt – Fin­ger weg!

Auch von den An­ti­pa­ra­si­ti­ka Flu­ralaner (Bra­vec­to), Afox­ola­ner (Nex­Gard) und Sa­ro­la­ner (Sim­pa­ri­ca) Fin­ger weg, denn die­se Mit­tel ha­ben kei­ne re­pel­lie­ren­de Wir­kung und es han­delt sich da­bei um eine neue Wirk­stoff­grup­pe, die noch nicht aus­rei­chend auf Lang­zeit­schä­den er­forscht ist. Ich emp­feh­le dazu die Pa­ckungs­bei­la­gen der Me­di­ka­men­te zu studieren…

Hausmittel gegen Zecken

Es gibt ei­ni­ge Haus­mit­tel ge­gen Ze­cken, de­ren Wirk­sam­keit aber nicht be­legt ist und in ei­ni­gen Fäl­len so­gar eher zwei­fel­haft ist.

  • Ko­kos­öl
  • Schwarz­küm­mel­öl Ach­tung: Spar­sam ver­wen­den, sonst gif­tig. Nicht bei träch­ti­gen Hün­din­nen oder Le­ber­er­kran­kun­gen anwenden!!!
  • Knob­lauch Ach­tung: in ho­hen Do­sen giftig!!!
  • Zi­trus­öl
  • Sons­ti­ge äthe­ri­sche Öle wie Eu­ka­lyp­tus, La­ven­del und Thymian
  • Bern­stein­ket­te
  • EM Ket­ten

Zecken richtig entfernen

Ze­cken kön­nen mit ei­ner Pin­zet­te oder ei­ner spe­zi­el­len Zu­cker­zan­ge her­aus­ge­zo­gen bzw. her­aus ge­dreht wer­den. Auch mit den Fin­ger­spit­zen kann eine Ze­cke di­rekt am An­satz der Haut her­aus­ge­zo­gen werden.

Wenn du dir un­si­cher bist, ent­erbt na­tür­lich auch je­der Tier­arzt die Ze­cke. Du soll­test die Ein­stich­stel­le da­nach ein paar Tage be­ob­ach­ten, vor al­lem, wenn der Kopf der Ze­cke ste­cken ge­blie­ben ist und du die Ze­cke nicht voll­stän­dig ent­fer­nen konntest.

Auf kei­nen Fall soll­test du Al­ko­hol, Öl oder Kleb­stoff oder sons­ti­ge Mit­tel auf die Ze­cke auf­tra­gen. Die Ze­cke ge­rät in Stress und gibt umso schnel­ler die Krank­heits­er­re­ger ins Blut ab.

Weiterführende Literatur


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