Hitzeschlag beim Hund

Australian Shepherd Züchter aus Krefeld (NRW)

Hitzschlag / Überhitzung beim Hund

Was ist ein Hitzschlag / Sonnenstich?

Ein Hitz­schlag ent­steht, wenn Hun­de z.B. bei ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren im Auto zu­rück­ge­las­sen wer­den und sie durch die Um­ge­bungs­tem­pe­ra­tur über­hit­zen. Ein Son­nen­stich hin­ge­gen be­kom­men die Hun­de, wenn sie sich in der pral­len Son­ne auf­hal­ten müs­sen. Die Son­nen­ein­strah­lung wirkt sich ne­ga­tiv auf das Ge­hirn des Hun­des aus.

Hun­de küh­len ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur nicht wie wir, haupt­säch­lich durch Schwit­zen, son­dern sie he­cheln und schwit­zen nur über die Pfo­ten. Der Hund kann beim He­cheln bis zu 400 Atem­zü­ge tä­ti­gen. Bei ei­nem Hitz­schlag ist also das Pro­blem, dass der Hund sei­ne Kör­per­tem­pe­ra­tur nicht mehr auf nor­ma­lem Ni­veau (38 °C bis 39 °C) hal­ten kann und die Tem­pe­ra­tur an­steigt.

Temperaturentwicklung bei einem geschlossenen Auto in der Sonne

Au­ßen­tem­pe­ra­tur5 Mi­nu­ten10 Mi­nu­ten30 Mi­nu­ten60 Mi­nu­ten
20°C24°C27°C36°C46°C
22°C26°C29°C38°C48°C
24°C28°C31°C40°C50°C
26°C30°C33°C42°C52°C
28°C32°C35°C44°C54°C
30°C34°C37°C46°C56°C
32°C36°C39°C48°C58°C
34°C38°C41°C50°C60°C
36°C40°C43°C52°C62°C
38°C42°C45°C54°C64°C
40°C44°C47°C56°C66°C

Symptome erkennen

Sym­pto­me für ei­nen Hitz­schlag / Über­hit­zung sind star­kes He­cheln mit weit her­aus­hän­gen­der Zun­ge und vie­le Atem­zü­ge. Au­ßer­dem tau­meln die Hun­de und kön­nen sich nicht mehr auf den Bei­nen hal­ten. Das Zahn­fleisch ist hell­rot. Meist kommt es auch zu Er­bre­chen, Be­wusst­seins­stö­run­gen & Krämp­fen.

Was passiert bei einem Hitzschlag?

Ab ei­ner Kör­per­tem­pe­ra­tur von 41 °C wird das Blut in die äu­ße­ren Kör­per­tei­le ge­pumpt und le­bens­wich­ti­ge Or­ga­ne wer­den nur noch un­zu­rei­chend mit Blut ver­sorgt. Ab ei­ner Tem­pe­ra­tur von 43 °C ge­rinnt das kör­per­ei­ge­ne Ei­weiß (De­na­tu­riert) und das Ge­hirn dehnt sich aus, was zu star­ken Be­wusst­seins­stö­run­gen füh­ren kann. Hier herrscht aku­te Le­bens­ge­fahr für den Hund!

Sym­pto­me er­ken­nen

Wel­che Sym­pto­me zeigt ein Hund mit Hit­ze­schlag?

Hit­ze­an­stieg im Auto

Ein Tier­arzt im Selbst­ver­such.

Ge­fahr Hit­ze

Tipps ge­gen die Hit­ze

Wie verhindere ich einen Hitzschlag?

  1. Las­se dei­nen Hund nie­mals bei Tem­pe­ra­tu­ren ab 20°C im Auto zu­rück. Auch ge­öff­ne­te Fens­ter & Par­ken im Schat­ten hel­fen nicht!
  2. Trai­ning soll­te in den frü­hen Mor­gen- oder spä­ten Abend­stun­den statt­fin­den.
  3. Stän­dig fri­sches, lei­tungs­kal­tes Was­ser zur Ver­fü­gung stel­len.
  4. Gehe mit dei­nem Hund schwim­men und baue ihm ein Plantsch­be­cken auf. Auch Küh­len mit ei­nem Was­ser­schlauch ist eine gute Idee.
  5. Gebe dei­nem Hund Zu­gang zu küh­len Räu­men oder Bo­den­be­lä­gen wie z.B. Flie­sen und na­tür­lich Schat­ten.

Hilfemassnahmen – Was ist zu tun?

Ein Hitz­schlag ist im­mer als aku­ter Not­fall zu be­trach­ten!

  1. Brin­ge den Hund un­ver­züg­lich in den Schat­ten und lei­ne ihn an, falls er des­ori­en­tiert ist. Vor­sicht: Des­ori­en­tier­te Hun­de kön­nen auch ag­gres­siv re­agie­ren!
  2. Du musst nun lang­sam die Kör­per­tem­pe­ra­tur her­un­ter­küh­len: Ver­wen­de z.B. ei­nen Was­ser­schlauch oder kal­ten Um­schlä­gen. Der Was­ser­schlauch ist vor­zu­zie­hen, da er stän­dig Küh­lung lie­fert.
    1. Be­gin­ne zu­nächst die Bei­ne zu küh­len (wenn du Um­schlä­ge ver­wen­dest, wechs­le sie häu­fig aus).
    2. Mes­se ca. alle 3 Mi­nu­ten die Tem­pe­ra­tur. Zu schnel­les Ab­küh­len kann zu ei­nem Schock füh­ren, des­halb den Kör­per & Kopf lang­sam ab­küh­len.
    3. Wie­der­ho­le die Küh­lung so lan­ge bis der Hund eine Kör­per­tem­pe­ra­tur von 39 °C hat. Jetzt soll­test du mit der Küh­lung auf­hö­ren, da der Hun­de­kör­per sonst Ge­gen­maß­nah­men er­greift und Wär­me pro­du­ziert.
    4. Mas­sa­gen re­gen den Kreis­lauf an.
    5. Wenn der Hund bei Be­wusst­sein ist, gib ihm Schluck­wei­se Was­ser zu trin­ken.
    6. Eine In­fu­si­on zur Hy­drie­rung wäre wün­schens­wert.
  3. Der nächs­te Weg soll­te zum Tier­arzt sein!

Ers­te Hil­fe

Was ist zu tun bei ei­nem Hit­ze­schlag?

Hilfs­maß­nah­men

Wie ret­te ich den Hund bei ei­nem Hit­ze­schlag?

Gut zu wissen: Gehweg Temperatur

Über die Hit­ze des Geh­we­ges ma­chen wir Schuh­trä­ger uns nor­ma­ler­wei­se kei­ne Sor­gen, aber je­der weiß wie es sich an­fühlt mit nack­ten Fü­ßen über auf­ge­heiz­te Fuß­bö­den zu lau­fen. Im Som­mer hei­zen sich die Bür­ger­stei­ge und der Asphalt be­son­ders stark auf und kön­nen so die Pfo­ten der Hun­de ver­bren­nen.

Du kannst die Tem­pe­ra­tur des Bo­dens ganz ein­fach tes­ten, in­dem du dei­nen Hand­rü­cken kurz auf den Bo­den legst. Kannst du dei­nen Hand­rü­cken dort ver­wei­len las­sen, ist die Tem­pe­ra­tur für den Hund in Ord­nung. Musst du die Hand so­fort wie­der weg­zie­hen, soll­test du dei­nen Hund nicht Gas­si füh­ren.

Autoscheiben einschlagen erlaubt?

Wenn du der Mei­nung bist, ein Hund er­lei­det ei­nen Hitz­schlag in ei­nem ge­park­ten Auto und der Fahr­zeug­be­sit­zer ist weit und breit nicht zu se­hen, dann darfst du ge­ge­be­nen­falls die Schei­be ein­schla­gen, und den Hund be­frei­en. Rufe aber zu­nächst die Po­li­zei (Not­ruf: 110) und wei­se auf die Dring­lich­keit des ster­ben­den Hun­des hin, da nicht je­der Fahr­zeug­hal­ter von ei­ner ein­ge­schla­ge­nen Schei­be be­geis­tert ist. Fra­ge nach, ob du die Schei­be ein­schla­gen darfst, rufe not­falls alle paar Mi­nu­ten den Not­ruf an und fra­ge nach wo das Po­li­zei­fahr­zeug bleibt. Es ist im­mer bes­ser die Be­hör­den öff­nen das Fahr­zeug. Prü­fe, ob der Hund auf An­spra­che oder Klop­fen re­agiert und ob Au­to­tü­ren ge­ge­be­nen­falls of­fen sind oder eine Stand­kli­ma­an­la­ge, durch lei­ses Sum­men, zu er­ken­nen ist. Ist dies al­les nicht der Fall, dann darfst du den Hund aus dem ge­park­ten Auto be­frei­en. Fol­gen­de Rechts­grund­la­gen grei­fen:

  • Tier­schutz-Hun­de­ver­ord­nung: in § 8 Abs. 2 Punkt 3 der Tier­schutz-Hun­de­ver­ord­nung (TierSchHuV) ist aus­drück­lich ge­re­gelt, dass für ei­nen Hund wenn er in ei­nem Fahr­zeug ver­bleibt für aus­rei­chen­de Frisch­luft und an­ge­mes­se­ne Luft­tem­pe­ra­tu­ren zu sor­gen ist.

  • Not­stand nach dem Bür­ger­li­chen Recht: es kann nach § 228 BGB – ein Not­stand vor­lie­gen. Aus­zug § 228 BGB: Wer eine frem­de Sa­che be­schä­digt oder zer­stört, um eine durch sie dro­hen­de Ge­fahr von sich oder ei­nem an­de­ren ab­zu­wen­den, han­delt nicht wi­der­recht­lich, wenn die Be­schä­di­gung oder die Zer­stö­rung zur Ab­wen­dung der Ge­fahr er­for­der­lich ist …

  • Recht­fer­ti­gen­der Not­stand nach dem Straf­recht: es kann nach § 34 StGB – ein Recht­fer­ti­gen­der Not­stand vor­lie­gen. Aus­zug § 34 StGB: Wer in ei­ner ge­gen­wär­ti­gen, nicht an­ders ab­wend­ba­ren Ge­fahr für Le­ben, Leib, Frei­heit, Ehre, Ei­gen­tum oder ein an­de­res Rechts­gut eine Tat be­geht, um die Ge­fahr von sich oder ei­nem an­de­ren ab­zu­wen­den, han­delt nicht rechts­wid­rig, …

Quel­le

Wenn du dich dazu ent­schei­dest oder von der Po­li­zei die Er­laub­nis be­kom­men hast das Auto zu öff­nen, dann wäh­le ein Fah­rer­fens­ter und öff­ne da­nach alle Tü­ren. Nicht das Heck­fens­ter ein­schla­gen, da das Glas ers­tens här­ter ist als die Sei­ten­schei­ben und zwei­tens der Hund wo­mög­lich noch wei­ter ver­letzt wer­den könn­te.

Empfehlenswerte Literatur zum Thema

”Lan­des­weit Be­ach­tung und Zu­stim­mung fand im Jahr 2007 ein Ur­teil des Amts­ge­richts Neu­stadt. Die zu­stän­di­ge Rich­te­rin ver­ur­teil­te ei­nen 37 Jah­re al­ten nicht vor­be­straf­ten Mann zu ei­nem Jahr Haft ohne Be­wäh­rung so­wie ei­nem le­bens­lan­gen Tier­hal­te­ver­bot, weil er sei­ne Dal­ma­ti­ner Hün­din bei sen­gen­der Hit­ze im Juni 2006 zwei Stun­den in ei­nem ge­park­ten Auto zu­rück ge­las­sen hat­te und die Hün­din qual­voll den Hit­ze­tod ge­stor­ben ist.”

Quel­le

Rechtliches

”Bei Tier­quä­le­re­ri dro­hen emp­find­li­che Stra­fen! Rechts­grund­la­ge sind die Pa­ra­gra­phen §§ 17 – 20a Tier­schutz­ge­setz (Straf- und Buß­geld­vor­schrif­ten). Dar­in ist u.a. ge­re­gelt: Mit Frei­heits­stra­fe bis zu drei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe wird be­straft, wer ein Wir­bel­tier ohne ver­nünf­ti­gen Grund tö­tet oder … aus Roh­heit er­heb­li­che Schmer­zen oder Lei­den … zu­fügt. Ne­ben der Frei­heits­stra­fe kann die Tat auch nach § 18 Abs. 4 TierSchG mit ei­ner Geld­bu­ße bis 25.000 ‚- Euro ge­ahn­det wer­den. Wenn Sie den be­grün­de­ten Ver­dacht ei­nes Ver­stos­ses ge­gen das Tier­schutz­ge­setz ha­ben, soll­ten Sie An­zei­ge er­stat­ten. Zu­stän­dig sind: die nächs­te Po­li­zei­dienstel­le oder das zu­stän­di­ge Ve­te­ri­när­amt. Ma­chen Sie mög­lichst ge­naue An­ga­ben über den Ort, die Zeit, die Art des Vor­falls, den Ab­lauf des Vor­falls, das be­trof­fe­ne Tier und die die­sem zu­ge­füg­te Schmer­zen, Lei­den oder Schä­den. Wei­ter­hin zu be­tei­lig­ten Per­so­nen und Zeu­gen.”

Quel­le

Weiterführende Literatur


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