Impfung

Australian Shepherd Züchter aus Krefeld (NRW)

IMPFUNG WIESO, WESHALB, WARUMNICHT?

Was ist eine Impfung?

Eine Imp­fung, auch Schutz­imp­fung oder Vak­zi­na­ti­on ge­nannt, be­fä­higt das kör­per­ei­ge­ne Im­mun­sys­tem, auf eine In­fek­ti­on mit dem Er­re­ger so rasch und wirk­sam zu re­agie­ren, dass dar­aus kei­ne oder nur eine ab­ge­schwäch­te In­fek­ti­ons­krank­heit re­sul­tiert. Imp­fun­gen wur­den ent­wi­ckelt als vor­beu­gen­de Maß­nah­me ge­gen In­fek­ti­ons­krank­hei­ten.

Es wird zwi­schen Le­bend– & Tot­impf­stof­fen und Ak­tiv- & Pas­siv­imp­fung un­ter­schie­den.

Die Emp­feh­lung zur jähr­li­chen Auf­fri­schung war nicht durch wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Stu­di­en be­legt, und man wird für vie­le der ge­bräuch­li­chen Pro­duk­te in der Li­te­ra­tur auch kei­ne Ver­öf­fent­li­chun­gen fin­den, die die Not­wen­dig­keit der jähr­li­chen Imp­fung nach­wei­sen.“
(R. D. Schultz, Ve­te­ri­na­ry Me­di­ci­ne, März 1998)

Aktiv Impfung

Ak­ti­ve Imp­fun­gen wer­den mit ei­ner Sprit­ze par­en­te­ral („un­ter Um­ge­hung des Ma­gen-Darm-Trak­tes“) in­ji­ziert. Man un­ter­schei­det

  • in­tra­der­ma­le („in die Haut“) mit Lan­zet­te oder ei­ner Impf­pis­to­le
  • sub­ku­ta­ne („un­ter die Haut“)
  • und in­tra­mus­ku­lä­re („in den Mus­kel“)

In­jek­tio­nen. Für we­ni­ge Im­mu­ni­sie­run­gen wur­de bzw. wird der Impf­stoff oral (in den Mund, „Schluck­imp­fung“) oder na­sal (in die Nase) ver­ab­reicht, ver­suchs­wei­se auch mit Haut­pflas­ter.

Die meis­ten ak­ti­ven Imp­fun­gen wer­den je­doch in­tra­mus­ku­lär in den Ober­arm oder bei Kin­dern in den Ober­schen­kel ver­ab­reicht – beim Hund in die Flan­ken oder den Na­cken. Die In­jek­ti­on von ak­ti­ven Impf­stof­fen in den Ge­säß­mus­kel gilt auf­grund ge­rin­ge­rer Wirk­sam­keit und häu­fi­ge­ren Kom­pli­ka­tio­nen laut der STIKO als ob­so­let.

Funktion Aktiv Impfung

Die ak­ti­ve Imp­fung ist die Imp­fung im me­di­zi­ni­schen Sin­ne, da­bei wird das Im­mun­sys­tem zur Bil­dung von An­ti­kör­pern durch Le­bend- oder Tot­impf­stof­fe an­ge­regt, ohne die In­fek­ti­ons­krank­heit selbst durch­ma­chen zu müs­sen.

  • Le­bend­impf­stof­fe: Der Le­bend­impf­stoff ent­hält ab­ge­schwäch­te, noch ver­meh­rungs­fä­hi­ge Er­re­ger, wel­che die Krank­heit nicht aus­lö­sen.
  • Todimpf­stoff: Bei ei­nem Tot­impf­stoff wur­den die­se Er­re­ger ab­ge­tö­tet oder es lie­gen nur noch Bruch­stü­cke des Er­re­gers vor z.B. die Zell­hül­le ohne re­pro­du­zier­ba­re DNA. Nach Ein­drin­gen des Impf­stoffs in den Kör­per wer­den sei­ne Ei­weiß­stof­fe (Pro­te­ine) und/oder Zu­cker­mo­le­kü­le durch im Blut zir­ku­lie­ren­de wei­ße Blut­kör­per­chen als kör­per­frem­de Stof­fe er­kannt. Es folgt die so ge­nann­te pri­mä­re Im­mun­ant­wort und es wer­den lang­le­bi­ge Ge­dächt­nis­zel­len ge­bil­det, so dass der Or­ga­nis­mus bei ei­ner er­neu­ten In­fek­ti­on mit dem­sel­ben Er­re­ger den Bau­plan für die spe­zi­fi­schen An­ti­kör­per be­reits vor­lie­gen hat. Eine An­ti­kör­per­art passt nur auf ei­nen Er­re­ger (Schlüs­sel-Schloss Prin­zip), so dass der Kör­per nicht stän­dig alle An­ti­kör­per-Ar­ten in gro­ßer Zahl vor­rä­tig hält, son­dern die­se erst bei Be­darf bil­det.

Zu den ak­ti­ven Im­mu­ni­sie­run­gen, die kei­ne Imp­fung dar­stel­len, ge­hö­ren Hy­po­sen­si­bi­li­sie­run­gen bei­spiels­wei­se bei Heu­schnup­fen und All­er­gie ge­gen Haus­staub­mil­ben oder In­sek­ten.

Passiv Impfung

Bei der pas­si­ven Imp­fung wer­den ei­ner er­krank­ten Per­son bzw. ei­nem er­krank­ten Hund nur die An­ti­kör­per in gro­ßer Zahl zu­ge­führt, da­mit die In­fek­ti­on be­kämpft wer­den kann. Es han­delt sich nicht um eine Imp­fung im me­di­zi­ni­schen Sin­ne, da das ei­ge­ne Im­mun­sys­tem nicht selbst An­ti­kör­per her­stellt, also „pas­siv“ bleibt, son­dern die­se au­ßer­halb des Impf­lings her­ge­stellt wer­den.

Die pas­si­ve Im­mu­ni­sie­rung ist also eine Not­fall­maß­nah­me. Bei­spiel­haft hier­für sind Ver­let­zun­gen mit Ver­schmut­zung der Wun­de (Ver­dacht auf eine In­fek­ti­on mit Wund­starr­krampf), Bis­se durch oder Schleim­haut­kon­takt mit be­stimm­ten Wild­tie­ren (Ver­dacht auf Toll­wut) oder der Kon­takt von me­di­zi­ni­schem Per­so­nal mit Blut von Pa­ti­en­ten, die Trä­ger der Er­re­ger von He­pa­ti­tis B sind (ins­be­son­de­re nach Na­del­stich­ver­let­zung).

Ein­ge­führt wur­de die pas­si­ve Im­mu­ni­sie­rung 1890 von Emil von Beh­ring, als er ein Heil­ver­fah­ren ge­gen Diph­the­rie ent­wi­ckel­te, bei wel­chem er aus Pfer­de­blut iso­lier­te An­ti­kör­per ver­wen­de­te. Eine wich­ti­ge und weit ver­brei­te­te na­tür­li­che Form der pas­si­ven Im­mu­ni­sie­rung ge­gen In­fek­ti­ons­krank­hei­ten ist die Mut­ter-Kind-Im­mu­ni­sie­rung.

Funktion Passiv Impfung

Wenn eine Per­son an ei­ner ernst­haf­ten In­fek­ti­ons­krank­heit lei­det, ohne zu­vor ge­impft wor­den zu sein, ist die pas­si­ve Imp­fung sinn­voll: Hier­bei wird dem Pa­ti­en­ten eine hohe Kon­zen­tra­ti­on An­ti­kör­per ge­gen den Krank­heits­er­re­ger zu­ge­führt.

Hier­zu ver­wen­det man be­vor­zugt gen­tech­no­lo­gisch auf Zell­kul­tu­ren her­ge­stell­te mo­no­k­lo­na­le mensch­li­che An­ti­kör­per, oder, so­weit sol­che nicht zur Ver­fü­gung ste­hen, Ex­trak­te aus dem Blut von Men­schen, die die be­tref­fen­de In­fek­ti­ons­krank­heit (un­ge­wollt) durch­ge­macht ha­ben, oder aus dem Blut von Tie­ren, die ge­zielt mit dem Er­re­ger in­fi­ziert wor­den wa­ren.

  • Vor­tei­le: Der Vor­teil ist der schnel­ler ein­set­zen­de Schutz: Die An­ti­kör­per müs­sen nicht erst in­ner­halb von ein bis zwei Wo­chen ge­bil­det wer­den, son­dern ste­hen gleich nach der In­jek­ti­on des Im­mun­se­rums zur Ver­fü­gung.
  • Nach­tei­le: Nach­tei­lig ist, dass der Schutz nur ei­ni­ge Wo­chen an­hält und der Or­ga­nis­mus ist durch eine neu­er­li­che In­fek­ti­on mit dem­sel­ben Er­re­ger wie­der ge­fähr­det. Das liegt dar­an, dass das Im­mun­sys­tem durch die Gabe von Im­mun­se­rum nicht sti­mu­liert wird, über Ge­dächt­nis­zel­len ein ei­ge­nes Im­mun­ge­dächt­nis hin­sicht­lich der Er­re­ger aus­zu­bil­den.
    Falls das Im­mun­se­rum vom Tier oder Mensch stammt, kommt als wei­te­rer Nach­teil hin­zu, dass es, ab­ge­se­hen von den ge­wünsch­ten An­ti­kör­pern, Spu­ren von Fremd­ei­weiß oder Po­lys­ac­cha­ri­den (Zu­cker) des Spen­ders ent­hal­ten kann. Das Im­mun­sys­tem des Emp­fän­gers re­agiert auf die­se Stof­fe und führt dazu, dass die An­ti­kör­per schnel­ler aus­ge­schie­den wer­den und da­mit kür­zer als ge­wünscht wirk­sam blei­ben. Bei wie­der­hol­ter Gabe von Fremd­se­rum be­son­ders der­sel­ben Tier­art kann es au­ßer­dem zu ei­ner un­er­wünsch­ten all­er­gi­schen Re­ak­ti­on des Emp­fän­gers in Form ei­ner Se­rum­krank­heit oder ei­nes all­er­gi­schen Schocks kom­men. Da­her wer­den sol­che Im­mun­se­ren nach Mög­lich­keit durch mo­no­k­lo­na­le (aus ei­ner Zelllinie/Spezies) An­ti­kör­per er­setzt.

Impfung bei Hunden

Auch Haus­tie­re soll­ten nach herr­schen­der Mei­nung ge­impft wer­den. Die emp­foh­le­nen Imp­fun­gen wer­den vom Tier­arzt ver­ab­reicht und eben­so wie beim Men­schen in ei­nem Impf­pass do­ku­men­tiert. In Deutsch­land er­ar­bei­tet die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on (StI­Ko Vet.) Impf­emp­feh­lun­gen für die Deut­sche Klein­tier­pra­xis. Im Ge­gen­satz zu den Imp­fun­gen beim Men­schen wer­den die meis­ten Imp­fun­gen bei Tie­ren un­ter die Haut – meist im Be­reich der Flan­ken oder im Na­cken­be­reich – ver­ab­reicht.

2011 wur­de in Deutsch­land ein Um­satz von 191 Mil­lio­nen Euro mit Tier­impf­stof­fen er­zielt, je etwa zur Hälf­te bei Nutz- und Heim­tie­ren.

Die Imp­fung ge­gen Toll­wut und der Nach­weis im neu­en EU-Heim­tier­aus­weis sind ge­setz­lich in prak­tisch al­len eu­ro­päi­schen Staa­ten für die Ein­rei­se von Hun­den, Kat­zen und Frett­chen er­for­der­lich. Sie muss nach Vor­schrift des Impf­stoff­her­stel­lers wie­der­holt wer­den (ein bis drei Jah­re) und die letz­te muss für die meis­ten Staa­ten min­des­tens 30 Tage zu­rück­lie­gen. Nach Än­de­rung der deut­schen Toll­wut­impf­ver­ord­nung ist seit 2006 eine jähr­li­che Auf­fri­schung nicht mehr vor­ge­schrie­ben, wenn der Her­stel­ler eine län­ge­re Frist an­gibt.

Haus­hun­de wer­den ge­gen Stau­pe, He­pa­ti­tis, Lep­to­s­pi­ro­se, Par­vo­vi­ro­se, Pa­rain­flu­en­za und Toll­wut ge­impft. Jün­ge­re Un­ter­su­chun­gen zei­gen, dass ein Impf­schutz (mit Aus­nah­me Lep­to­s­pi­ro­se) über drei Jah­re und mehr be­stehen kann, mitt­ler­wei­le wei­sen vie­le Her­stel­ler ihre Impf­stof­fe mit ei­ner Wirk­dau­er von drei Jah­ren aus. We­ni­ger ver­brei­tet ist die Imp­fung ge­gen Lyme-Bor­re­lio­se und die bak­te­ri­el­le Kom­po­nen­te des Zwin­ger­hus­tens (Bor­de­tel­la bron­chisep­ti­ca). Nur im züch­te­ri­schen Be­reich spie­len fer­ner an­de­re Imp­fun­gen als Vor­sor­ge ge­gen das Welpen­sterben eine Rol­le (bspw. ge­gen das Ca­ni­nes Her­pes Vi­rus).

Die Imp­fung ge­gen Toll­wut und de­ren Do­ku­men­ta­ti­on im EU-Heim­tier­aus­weis ist nur noch bei Rei­sen zwin­gend er­for­der­lich, da die Imp­fung in­ner­halb Deutsch­lands nicht mehr für nö­tig ge­hal­ten wird. Kann bei Grenz­kon­trol­len eine gül­ti­ge Imp­fung nicht an­hand EU-Heim­tier­aus­wei­ses nach­ge­wie­sen wer­den, wird die Ein­rei­se in das Ziel­land ver­wehrt. Glei­ches kann bei der Ein­rei­se bei der Rück­kehr nach Deutsch­land, Ös­ter­reich oder der Schweiz pas­sie­ren. Eine jähr­li­che Auf­fri­schungs­imp­fung für Toll­wut ist (lt. EU-Ver­ord­nung (EG) Nr. 998/2003 für Rei­sen in­ner­halb der EU, au­ßer den Son­der­be­stim­mun­gen oben ge­nann­ter Län­der) nicht mehr er­for­der­lich, es gel­ten die Wie­der­ho­lungs­impf­ter­mi­ne der Impf­stoff­her­stel­ler.

Gegen welche Krankheiten impfen wir?

Staupe

Die Stau­pe ist eine Vi­rus­er­kran­kung, sie wird nach dem Ent­de­cker ih­res Er­re­gers Hen­ri Car­ré auch als Car­ré­sche Krank­heit be­zeich­net.

Sym­pto­me

Kenn­zeich­nend für die Er­kran­kung sind ho­hes Fie­ber und Ab­ge­schla­gen­heit. Je nach be­fal­le­nem Or­gan­sys­tem kön­nen Durch­fall und Er­bre­chen oder Atem­wegs­sym­pto­me auf­tre­ten. Im wei­te­ren Ver­lauf kann es zu ei­ner Schä­di­gung des Ge­hirns mit zen­tral­ner­vö­sen Er­schei­nun­gen kom­men.

Die Krank­heit wird durch das Ca­ni­ne Stau­pevi­rus (CDV, Ca­ni­ne Dis­tem­per Vi­rus) aus­ge­löst. Es ist eng ver­wandt mit dem Ma­sern­vi­rus des Men­schen und ist au­ßer­halb ei­nes Or­ga­nis­mus nur we­ni­ge Tage in­fek­ti­ös. Wäh­rend er ge­gen­über Trock­nung und Käl­te recht re­sis­tent ist, wird er von al­len gän­gi­gen Des­in­fek­ti­ons­mit­teln sehr schnell in­ak­ti­viert.

Es sind vor al­lem jun­ge Hun­de zwi­schen acht Wo­chen bis sechs Mo­na­ten be­trof­fen. Die In­ku­ba­ti­ons­zeit be­trägt zwi­schen drei und sie­ben Ta­gen. Nach­dem das Vi­rus über die Maul- oder Na­sen­schleim­haut auf­ge­nom­men wur­de, ver­mehrt es sich zu­nächst in den Man­deln oder den Bron­chi­al­lymph­kno­ten.

Vier Tage nach der In­fek­ti­on kommt es zur Virä­mie, in de­ren Fol­ge vor al­lem Ge­we­be des Ab­wehr­sys­tems wie Milz, Thy­mus, Kno­chen­mark, Lymph­kno­ten oder Kupf­fer-Stern­zel­len be­sie­delt wer­den. Kann der Kör­per in­ner­halb der ers­ten neun Tage aus­rei­chend An­ti­kör­per bil­den, bil­den sich im All­ge­mei­nen kei­ne Krank­heits­sym­pto­me aus. Un­ter­bleibt die Bil­dung von An­ti­kör­pern, be­fällt der Er­re­ger ne­ben dem Ver­dau­ungs- und dem Ner­ven­sys­tem auch den At­mungs­ap­pa­rat und den Uro­ge­ni­tal­trakt. Da ab die­sem Zeit­punkt alle Se­kre­te und Ex­kre­te des Hun­des Vi­rus­ma­te­ri­al ent­hal­ten, kann sich die Krank­heit in der Po­pu­la­ti­on wei­ter­ver­brei­ten.

Pro­phy­la­xe

Imp­fun­gen sind die wich­tigs­te Pro­phy­la­xe, ge­ra­de weil die Er­kran­kung in den letz­ten Jah­ren wie­der ver­mehrt auf­ge­tre­ten ist. Da­her soll­ten Hun­de mit­tels ei­ner Grund­im­mu­ni­sie­rung und Wie­der­auf­fri­schungs­imp­fun­gen ge­schützt wer­den. Weil Hun­de­wel­pen oft noch sehr lan­ge über ei­nen Schutz durch ma­ter­na­le (von der Mut­ter­hün­din mit der Milch auf­ge­nom­me­ne) An­ti­kör­per ver­fü­gen, kann der rich­ti­ge Zeit­punkt für den Be­ginn ei­ner Grund­im­mu­ni­sie­rung va­ri­ie­ren.

Im­mu­ni­tät ge­gen Ma­sern hält le­bens­lang, und ich weiß von kei­nem Ve­te­ri­när, der von sei­nem Haus­arzt eine jähr­li­che Ma­sern­imp­fung ver­langt. Aber die meis­ten Klein­tier­ärz­te in Eu­ro­pa rev­ak­zi­nie­ren Hun­de jähr­lich ge­gen Stau­pe, und Stau­pe ist nichts an­de­res als Hun­de­ma­sern.“
(Prof. Dr. Ma­ri­an Hor­zi­nek (Uni­ver­si­tät Ut­recht), Ve­te­ri­na­ry Vac­ci­nes and Dia­gnostics, 1999)

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Als He­pa­ti­tis be­zeich­net man die Ent­zün­dung der Le­ber, die die Zer­stö­rung der Le­ber zur Fol­ge hat. Die Krank­heit tritt durch die Fol­ge der Imp­fung heu­te nur noch sehr sel­ten auf.

Sym­pto­me 

Das Vi­rus wird über Spei­chel, Kot, Nasen­se­kret und Harn aus­ge­schie­den. Nach Aus­hei­lung oder bei la­ten­ten Vi­rus­trä­gern spielt ins­be­son­de­re der Harn eine Rol­le bei der Er­re­ger­über­tra­gung. Auch eine Über­tra­gung von der Mut­ter auf die Fe­ten über die Pla­zen­ta ist nach­ge­wie­sen. Der Er­re­ger kann au­ßer­halb des le­ben­den Or­ga­nis­mus bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur meh­re­re Wo­chen, bei Tem­pe­ra­tu­ren von un­ter 4 °C so­gar bis zu 9 Mo­na­ten in­fek­ti­ös blei­ben. Die Kei­me ge­lan­gen vor al­lem oral, also über den Mund, in den Wirt, wo­bei es zu­nächst zu ei­ner Vi­rus­ver­meh­rung in den Man­deln und dann zur Ver­brei­tung über Lymph­ge­fä­ße und Lymph­kno­ten in das Blut kommt. Die In­ku­ba­ti­ons­zeit be­trägt 2–5 Tage. Sym­pto­me sind ho­hes Fie­ber, Apa­thie, Er­bre­chen und Fres­sun­lust. Die Man­deln, Lymph­kno­ten, Milz und Le­ber sind ge­schwol­len. Auf­grund der Ge­fäß­ent­zün­dung tre­ten Öde­me und Blu­tun­gen der Schleim­häu­te so­wie in die Kör­per­höh­len und die vor­de­re Au­gen­kam­mer auf. Ge­le­gent­lich wer­den auch neu­ro­lo­gi­sche Sym­pto­me be­ob­ach­tet. Dar­über hin­aus kön­nen Nie­ren­schä­den auf­tre­ten. Die Le­ber­pal­pa­ti­on (Ab­tas­tung) ist im All­ge­mei­nen schmerz­haft. Die Sym­pto­me va­ri­ie­ren je nach Ver­laufs­form sehr stark. All­ge­mein kann ge­sagt wer­den, dass die Pro­gno­se umso un­güns­ti­ger ist, je aku­ter die Krank­heit ver­läuft.

Pro­phy­la­xe 

Imp­fun­gen mit in­ak­ti­vier­ter Vak­zi­nen oder he­te­ro­log at­te­nu­ier­ter CAV-2-Le­bend­vak­zi­nen bie­ten den größ­ten Schutz, da es für die­se Krank­heit kei­ne The­ra­pie gibt. Es kön­nen le­dig­lich Sym­pto­me be­han­delt wer­den.

Parvovirose

Pa­vo­vi­ro­se ist eine hoch an­ste­cken­de In­fek­ti­ons­krank­heit, die durch das Ca­ni­ne Par­vo­vi­rus ver­ur­sacht wird.

Sym­pto­me

Der Er­re­ger greift in die Zell­bio­lo­gie ein und ver­mehrt sich bei der Zell­tei­lung. Am emp­fäng­lichs­ten für die Er­kran­kung sind Wel­pen im Al­ter von 2 bis 16 Wo­chen und alte Hun­de. Der Er­re­ger ist ge­gen­über Um­welt­ein­flüs­sen sehr un­emp­find­lich. Bei Raum­tem­pe­ra­tur bleibt er über ein Jahr in­fek­ti­ös, die meis­ten han­dels­üb­li­chen Des­in­fek­ti­ons­mit­tel ver­mö­gen ihn nicht zu in­ak­ti­vie­ren. Zu den ge­gen das Vi­rus wirk­sa­men Sub­stan­zen zäh­len Na­tri­um­hy­po­chlo­rit, Form­alde­hyd und Glu­tar­al­de­hyd.

Als Über­trä­ger kom­men gleich­falls mit dem er­krank­ten Tier in Be­rüh­rung ge­kom­me­ne Men­schen in Fra­ge (Hun­de­be­sit­zer, Händ­ler, Tier­ärz­te, über Schuh­werk ver­schlepp­tes Vi­rus­ma­te­ri­al).

Sym­pto­me sind Fie­ber, ver­min­der­te Nah­rungs­auf­nah­me und Teil­nahms­lo­sig­keit. Es kommt oft zu blu­ti­gen Durch­fäl­len und zu star­ker Ab­nah­me der wei­ßen Blut­kör­per­chen, so­dass der Or­ga­nis­mus auch noch von Bak­te­ri­en und an­de­ren Er­re­gern an­ge­grif­fen wird. Bei schwe­ren For­men tritt in­ner­halb von 24 bis 48 Stun­den der Tod ein. Wel­pen ster­ben oft im Al­ter von drei bis zwölf Wo­chen, ohne groß Sym­pto­me ge­zeigt zu ha­ben. In die­sem Fall führt der Be­fall des Herz­mus­kels zum Tod.

Der Er­re­ger dringt über die Na­sen- und Maul­schleim­haut in den Kör­per ein (In­ku­ba­ti­ons­zeit be­trägt 2 bis 10 Tage). Da das Vi­rus zur Ver­meh­rung Zel­len mit ho­her Tei­lungs­ra­te be­nö­tigt, be­fällt es be­son­ders die sich fort­wäh­rend stark re­ge­ne­rie­ren­den Zel­len des Darm­epi­thels, des Kno­chen­marks und des lympha­ti­schen Sys­tems. Fer­ner kann der Herz­mus­kel be­fal­len sein, auch Em­bryo­schä­di­gun­gen sind be­schrie­ben. Die Aus­schei­dung er­folgt haupt­säch­lich über den Kot, mög­li­cher­wei­se auch mit­tels Spei­chel und Er­bro­che­nem.

Pro­phy­la­xe

Vor­beu­gend ge­gen eine In­fek­ti­on mit Par­vo kann eine Imp­fung wir­ken. Da­her soll­ten Hun­de mit­tels ei­ner Grund­im­mu­ni­sie­rung und Wie­der­auf­fri­schungs­imp­fun­gen ge­schützt wer­den. Weil Hun­de­wel­pen oft noch sehr lan­ge über ei­nen Schutz durch müt­ter­li­che An­ti­kör­per ver­fü­gen, kann der rich­ti­ge Zeit­punkt für den Be­ginn ei­ner Grund­im­mu­ni­sie­rung va­ri­ie­ren.

Zwingerhusten

Pa­rain­flu­en­za ist der all­seits be­kann­te Zwin­ger­hus­ten, der be­son­ders dort auf­tritt wo vie­le Hun­de eng zu­sam­men le­ben. Der Zwin­ger­hus­ten wird durch un­ter­schied­li­che Er­re­ger aus­ge­löst.

Sym­pto­me

Das Haupt­sym­ptom ist star­ker Hus­ten. Der Hus­ten ist an­fall­ar­tig tro­cken und stark und kann auch mit Nie­sen ge­kop­pelt sein – er hört sich oft bel­lend an und er­weckt den Ein­druck der Hund hät­te et­was im Ra­chen hän­gen. Fie­ber und Aus­fluss aus Nase und Au­gen sind wei­te­re Sym­pto­me. Manch­mal tritt der Hus­ten nicht dau­er­haft auf, son­dern nur bei Be­las­tung wie Lau­fen, To­ben oder Spie­len. Bei der In­fek­ti­on kann es auch zu Man­del- & Ra­chen­ent­zün­dun­gen bis hin zur Lun­gen­ent­zün­dung kom­men.

Da die Krank­heits­er­re­ger über­all vor­kom­men, be­steht eben­falls ein In­fek­ti­ons­ri­si­ko, falls sich Hun­de aus un­ter­schied­li­chen Hal­tun­gen im Rah­men von Ver­an­stal­tun­gen (z. B. bei ei­ner Hun­de­aus­stel­lung oder in ei­ner Wel­pen­grup­pe) be­geg­nen und da­bei viel Kon­takt mit­ein­an­der ha­ben.

Bei den meis­ten Hun­den kommt es wie­der zu ei­ner voll­stän­di­gen Ge­sun­dung. Eine durch den Tier­arzt ver­ord­ne­te Gabe von An­ti­bio­ti­ka in Kom­bi­na­ti­on mit hus­ten­lin­dern­den Me­di­ka­men­ten kann er­for­der­lich sein. An­ti­bio­ti­ka wir­ken je­doch nur ge­gen die bak­te­ri­el­len Er­re­ger. Meist heilt der Zwin­ger­hus­ten nach 1 bis 2 Wo­chen von selbst wie­der ab, aber ge­ra­de bei jun­gen und ge­schwäch­ten Tie­ren kann es zu Kom­pli­ka­tio­nen und blei­ben­den Schä­den oder gar To­des­fol­ge kom­men.

Leptospirose

Lep­to­s­pi­ro­se ist eben­falls eine durch Lep­to­s­pi­ren her­vor­ge­ru­fe­ne an­ste­cken­de In­fek­ti­ons­krank­heit.

Sym­pto­me

Bei Lep­to­s­pi­ren un­ter­schei­det man Haupt­wir­te, also Tier­ar­ten, an die sich die je­wei­li­ge Bak­te­ri­en­art an­ge­passt ha­ben, so­wie Ne­ben­wir­te, wel­che nur ge­le­gent­lich durch den Er­re­ger­typ in­fi­ziert wer­den.

Hun­de sind Haupt­wir­te von Lep­to­s­pi­ra ca­ni­co­la und L. ba­ta­viae. Als Ne­ben­wirt kann der Hund auch durch L. ic­te­roha­emor­rha­giae, L. co­pen­ha­gen, L. aus­tra­lis, L. grip­po­ty­pho­sa, L. po­mo­na, L. se­jroe, L. sax­koebing und L. bra­tis­la­va in­fi­ziert wer­den. Wäh­rend frü­her aus­schließ­lich In­fek­tio­nen durch Lep­to­s­pi­ra ca­ni­co­la und ic­te­roha­emor­rha­giae kli­nisch beim Hund re­le­vant wa­ren, wer­den in jün­ge­rer Zeit auch In­fek­tio­nen mit den an­de­ren Ser­ova­ren be­ob­ach­tet.

Die Ver­tei­lung die­ser Er­re­ger va­ri­iert in Eu­ro­pa be­trächt­lich. In Deutsch­land sind der­zeit vor al­lem L. bra­tis­la­va und L. co­pen­ha­ge­ni ver­brei­tet. Lep­to­s­pi­ren wer­den von in­fi­zier­ten Tie­ren im Urin aus­ge­schie­den und über Haut oder Schleim­häu­te auf­ge­nom­men. Als der­zei­ti­ger Haupt­über­tra­gungs­weg gilt die Auf­nah­me von mit Rat­ten­harn ver­un­rei­nig­tem Was­ser z.B. in Pfüt­zen. Die In­ku­ba­ti­ons­zeit be­trägt 5 bis 7 Tage, in der sich der Er­re­ger im Blut ver­brei­tet und von An­ti­kör­pern in 7 bis 10 Ta­gen ver­drängt wird. Sie set­zen sich dann in ver­schie­de­nen Or­ga­nen, vor al­lem in der Nie­re, aber auch Le­ber, Milz und Lymph­kno­ten fest. In der Nie­re ver­ur­sa­chen die Lep­tos­pie­ren eine in­ter­s­ti­ti­el­le Ne­phri­tis mit Stö­rung der Tu­bu­lus­funk­ti­on oder so­gar Tu­bu­lus­ne­kro­se.

Sym­pto­me sind Fres­sun­lust, Er­bre­chen und Fie­ber, ab­ge­schla­gen, be­we­gungs­arm, er­schwer­te At­mung, manch­mal auch Gelb­sucht, Blu­tun­gen und Ge­webs­de­fek­te der Maul­schleim­haut, Mus­kel­zit­tern oder blu­ti­gen Stuhl, häu­fi­ge Harn­ab­ga­be, Nie­ren­ver­sa­gen, Hus­ten (even­tu­ell auch Blut­hus­ten) und Atem­not. In ei­ner re­tro­spek­ti­ven Stu­die wur­de bei 70% der an Lep­to­s­pi­ro­se er­krank­ten Hun­de Lun­gen­ver­än­de­run­gen fest­ge­stellt, von Hun­den mit schwe­rer Atem­not über­leb­te nur ein Drit­tel die Er­kran­kung.

The­ra­pie

Die Be­handlung er­folgt durch An­ti­bio­ti­ka.

Pro­phy­la­xe

Für eine Imp­fung gibt es Impf­stof­fe von al­len grö­ße­ren Her­stel­lern. Der Impf­schutz währt al­ler­dings we­ni­ger als ein Jahr und schützt bei den meis­ten Impf­stof­fen nur ge­gen L. ca­ni­co­la und L. ic­te­roha­emor­rha­giae, nicht aber ge­gen die mitt­ler­wei­le viel häu­fi­ger vor­kom­men­den an­de­ren Ser­ova­re. Die Lep­to­s­pi­ro­se­imp­fung ist zwar in der ak­tu­el­len Dis­kus­si­on zur Ver­län­ge­rung der Impf­in­ter­val­le aus­drück­lich aus­ge­nom­men und wird nach den der­zei­ti­gen Impf­emp­feh­lun­gen nach wie vor jähr­lich emp­foh­len, eine Er­wei­te­rung des ver­impf­ten Er­re­ger­spek­trums und eine Re­duk­ti­on des Impf­in­ter­valls auf 6 Mo­na­te schei­nen aber er­for­der­lich. 2013 wur­de ein Impf­stoff von Zoe­tis zu­ge­las­sen, der ne­ben L. ca­ni­co­la und L. ic­te­roha­emor­rha­giae auch ge­gen L. grip­po­ty­pho­sa so­wie Toll­wut schützt (Ver­si­can L3R), MSD In­ter­vet brach­te 2013 ei­nen Impf­stoff mit den Kom­po­nen­ten L. ca­ni­co­la, L. ic­te­roha­emor­rha­giae, L. grip­po­ty­pho­sa und L. australis/L. bra­tis­la­va (No­bi­vac L4) auf den Markt.

Tollwut

Toll­wut ist eine Vi­rus­er­kran­kung durch das Ra­bies­vi­rus, die eine töd­li­che Ge­hirn­ent­zün­dung ver­ur­sacht. Haupt­über­trä­ger ist in den eu­ro­päi­schen Län­dern der Fuchs, wäh­rend bei­spiels­wei­se in In­di­en streu­nen­de Hun­de als Haupt­in­fek­ti­ons­quel­le gel­ten.

Sym­pto­me

Er­krank­te Hun­de wer­den be­son­ders ag­gres­siv, sind bis­sig, übererregt, zei­gen ei­nen ge­stei­ger­ten Ge­schlechts­trieb und bel­len un­mo­ti­viert („ra­sen­de Wut“). Spä­ter stel­len sich Läh­mun­gen ein, die zu hei­se­rem Bel­len, Schluck­stö­run­gen (star­kes Spei­cheln, Schaum vor dem Maul), Her­aus­hän­gen der Zun­ge füh­ren und in­fol­ge der Läh­mung der Hin­ter­bei­ne kommt es zum Fest­lie­gen. Die Pha­se der „ra­sen­den Wut“ kann auch feh­len und die Toll­wut gleich mit den Läh­mungs­er­schei­nun­gen be­gin­nen („stil­le Wut“).

Bei Wild­tie­ren führt eine Toll­wut häu­fig zum Ver­lust der Scheu vor dem Men­schen. Da­bei ist je­doch zu be­ach­ten, dass vie­le ver­städ­ter­te Wild­tie­re wie Füch­se und Wasch­bä­ren die­se oh­ne­hin nicht mehr auf­wei­sen. Die In­ku­ba­ti­ons­zeit be­trägt in der Re­gel zwei bis acht Wo­chen. Die mit dem Tod en­den­de Krank­heit dau­ert zwi­schen ei­nem Tag und ei­ner Wo­che.

Nach ei­ner Schät­zung der WHO ster­ben jähr­lich 55.000 Men­schen an Toll­wut, 99% da­von in Ent­wick­lungs­län­dern in Asi­en (56%) und Afri­ka (44%). In Deutsch­land sind zwi­schen 1977 und 2000 fünf Fäl­le von Toll­wut re­gis­triert wor­den (in Eu­ro­pa 281), von de­nen drei ih­ren Ur­sprung im Aus­land hat­ten. 40% der Op­fer von Tier­bis­sen von mut­maß­lich mit Toll­wut in­fi­zier­ten Tie­ren sind Kin­der und Ju­gend­li­che un­ter 15 Jah­ren. Welt­weit wer­den jähr­lich mehr als 15 Mil­lio­nen Men­schen auf­grund des Ver­dachts, sich der Toll­wut aus­ge­setzt zu ha­ben, be­han­delt, wo­durch schät­zungs­wei­se 327.000 durch Toll­wut be­ding­te To­des­fäl­le ver­hin­dert wer­den.

Ohne vor­he­ri­ge Imp­fung oder Post­ex­po­si­ti­ons­pro­phy­la­xe (PEP) nach ei­ner An­ste­ckung ver­läuft die In­fek­ti­on in­ner­halb von 15 bis 90 Ta­gen – von ein­zel­nen Aus­nah­men ab­ge­se­hen – im­mer töd­lich. Die Post­ex­po­si­ti­ons­pro­phy­la­xe muss da­bei mög­lichst schnell er­fol­gen, am bes­ten Stun­den nach ei­ner mög­li­chen In­fek­ti­on bzw. in­ner­halb der ers­ten 24 Stun­den.

Pro­phy­la­xe

Lou­is Pas­teur ent­wi­ckel­te 1885 die ers­te Toll­wut-Imp­fung mit ab­ge­schwäch­ten Er­re­gern und ret­te­te durch eine Imp­fung am 6. Juli 1885 das Le­ben von Jo­seph Meis­ter, der von ei­nem toll­wü­ti­gen Hund ge­bis­sen wor­den war. Bei der vor­beu­gen­den Imp­fung ge­gen Toll­wut han­delt es sich um ei­nen Tot­impf­stoff, der meist aus in­ak­ti­vier­ten Toll­wut-Vi­ren be­steht, die die Krank­heit nicht mehr aus­lö­sen kön­nen.

Es gibt kein be­kann­tes Heil­mit­tel ge­gen Toll­wut, des­halb soll­te man imp­fen. Nach ei­ner In­fek­ti­on und Über­schrei­tung der Frist für eine post­ex­po­si­tio­nel­le Pro­phy­la­xe (nach­träg­li­che Imp­fung) wur­de in letz­ter Zeit eine Be­handlung mit an­ti­vi­ra­len Me­di­ka­men­ten, Vi­ro­sta­ti­ka, und zeit­glei­cher Se­die­rung zur Stoff­wech­sel­re­du­zie­rung ver­sucht. Die­se The­ra­pie­ver­su­che wa­ren je­doch bis­her nicht er­folg­reich, da nur ei­ni­ge we­ni­ge Pa­ti­en­ten eine sol­che Be­handlung mit schwers­ten Ge­hirn­schä­den über­leb­ten. Als ers­ter Mensch, der eine sol­che ex­pe­ri­men­tel­le The­ra­pie (be­kannt ge­wor­den als Mil­wau­kee Pro­to­koll) nach ei­ner In­fek­ti­on wei­test­ge­hend ohne schwer­wie­gen­de Fol­ge­schä­den über­stan­den hat, galt 2004 die da­mals 15-jäh­ri­ge Jean­na Gie­se­aus den USA. 2011 über­leb­te ein acht­jäh­ri­ges Mäd­chen mit Hil­fe der­sel­ben The­ra­pie.

Ver­brei­tung

Um die Ver­brei­tung der Krank­heit zu be­kämp­fen, be­steht für den grenz­über­schrei­ten­den Rei­se­ver­kehr mit klei­nen Haus- und Heim­tie­ren schon seit Lan­gem eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht ge­gen Toll­wut. Welt­weit be­trach­tet sind Haus­hun­de die wich­tigs­te In­fek­ti­ons­quel­le für Toll­wut beim Men­schen; sie sind für 99 Pro­zent der To­des­fäl­le ver­ant­wort­lich. Jähr­lich gibt es etwa 50.000 re­gis­trier­te In­fek­tio­nen durch Hun­de beim Men­schen. Impf­kam­pa­gnen und Kon­trol­le der Hun­de­po­pu­la­ti­on sind die ein­zi­ge Mög­lich­keit, die Toll­wut wirk­sam zu be­kämp­fen. Deutsch­land gilt seit April 2008 als Toll­wut-frei, al­ler­dings nicht was die Fle­der­maustoll­wut be­trifft. Es tre­ten durch die Glo­ba­li­sie­rung auch im­mer wie­der Toll­wut­fäl­le bei Hun­den & Men­schen auf, so dass eine Imp­fung nach wie vor Le­ben ret­tet. Die Er­re­ger der Fle­der­maustoll­wut sind eng ver­wandt mit de­nen der Hun­de­toll­wut – auch hier­ge­gen hel­fen die­se Impf­stof­fe.

Impfempfehlung

Bei der rich­ti­gen Impf­emp­feh­lung schei­den sich die Geis­ter und of­fen­bar ist sich selbst die Impf­stoff­her­stel­ler­fir­ma nicht ganz si­cher, wie den nun ge­impft wer­den soll. Von der Fir­ma In­ter­vet fin­det man auf der Web­sei­te www.impfung-hund.de die Emp­feh­lung des Tier­arzt­ver­ban­des (links auf­ge­führt) aber in der ei­ge­nen Pa­ckungs­bei­la­ge der Imp­fung fin­det sich eine an­de­re Emp­feh­lung (hier rechts auf­ge­führt). Die meis­ten Tier­ärz­te hal­ten sich an das Impf­sche­ma der Pa­ckungs­bei­la­ge – im­mer­hin 🙂 – aber vie­le Tier­ärz­te wol­len die Toll­wut Imp­fung nach ei­nem Jahr noch ein­mal wie­der­ho­len, ob­wohl die­se von An­fang an be­reits für 3 Jah­re gül­tig sein soll.

Empfehlung Tierärzteverband & Intervet

Der Tier­ärz­te­ver­band, die Fir­ma In­ter­vet, die Me­di­zi­ni­schen Klein­tier­kli­nik der Lud­wig-Ma­xi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen und auch die Ame­ri­can Ani­mal Hos­pi­tal As­so­cia­ti­on emp­feh­len fol­gen­des Impf­sche­ma:

Frühim­mu­ni­sie­rung für be­son­ders ge­fähr­de­te Wel­pen

  • Ab 3 Wo­chen BbPi (in­tra­na­sa­le Zwin­ger­hus­ten­imp­fung)
  • Ab 4 Wo­chen Par­vo oder SP

Impf­sche­ma für Hun­de ohne be­son­de­re In­fek­ti­ons­ri­si­ken

Grund­im­mu­ni­sie­rung

  • Ab 8 Wo­chen SHPPi+L
  • Ab 12 Wo­chen SHPPi+LT
  • Ab 16 Wo­chen* SHPPi+LT
  • Ab 15 Mo­na­ten* SHPPi+LT

Nachimp­fun­gen

  • Alle 3 Jah­re SHPT (Emp­feh­lun­gen der Sti­Ko Vet.)
  • Jähr­lich Pi, Lep­to **
  • Alle 3 Jah­re SHPPi+LT

WSAVA Impfempfehlung

Ent­ge­gen al­ler gän­gi­gen Impf­emp­feh­lung hat die WSAVA (World Smal­lest Ani­mal Ve­te­ri­na­ry As­so­cia­ti­on) eine Impf­emp­feh­lung her­aus ge­ge­ben (Stand 20. Mai 2013), die be­sagt, dass Hun­de nur noch zwei Mal als Wel­pe ge­impft wer­den sol­len und da­nach wahr­schein­lich für ihr Le­ben aus­rei­chend ge­schützt sind.

Sie sol­len ge­gen Stau­pe, Pa­vo­vi­ro­se & He­pa­ti­tis ge­impft wer­den. Zwin­ger­hus­ten ist mit un­se­rer Grip­pe­schutz­imp­fung zu ver­glei­chen und nicht mehr not­wen­dig, da es zu vie­le un­ter­schied­li­che Stäm­me gibt. Die Wie­der­ho­lungs­imp­fung soll im Al­ter von 14–16 Wo­chen statt­fin­den, da die meis­ten Wel­pen zu­vor durch die müt­ter­li­chen An­ti­kör­per noch ge­schützt sind und die­se die Im­mu­ni­sie­rung der Erst­imp­fung ggfs. auf­he­ben. Mit 12 Mo­na­ten soll dann eine letz­te Auf­fri­schung er­fol­gen, die aber auch bei ei­nem aus­rei­chend ho­hen Ti­ter (An­ti­kör­per­be­stim­mung im Blut) aus­blei­ben kann.

Nebenwirkungen

In den ers­ten Ta­gen nach der Imp­fung kann es an der In­jek­ti­ons­stel­le zu be­grenz­ten, manch­mal schmerz­haf­ten Lo­kal­re­ak­tio­nen kom­men, die ei­ni­ge Tage an­dau­ern kön­nen, z.B. Schwel­lun­gen & Rö­tun­gen.

In Aus­nah­me­fäl­len kön­nen beim Impf­ling all­er­gi­sche Re­ak­tio­nen – mit mög­li­chen kli­ni­schen Sym­pto­men wie Le­thar­gie, Hy­per­ther­mie, Juck­reiz, Ge­sichts­ödem, Ur­tika­ria, Er­bre­chen und Durch­fall – auf­tre­ten. Sol­che Re­ak­tio­nen klin­gen ohne Be­handlung ab.

Empfehlung Intervet Nobivac® SHPPi

In­ter­vet emp­fiehlt in ih­rer Pa­ckungs­bei­la­ge zum Impf­stoff No­bi­vac SHPPI fol­gen­des – kei­ne Sor­ge ich fass die Er­kennt­nis­se wei­ter un­ten noch ein­mal in Form ei­nes Impf­sche­mas zu­sam­men:

Zur Grund­im­mu­ni­sie­rung ge­gen Stau­pe, H.c.c., Par­vo­vi­ro­se und Pa­rain­flu­en­za ist eine ein­zi­ge Imp­fung ab ei­nem Le­bens­al­ter von 12 Wo­chen aus­rei­chend.
Die ers­te Imp­fung ge­gen Stau­pe, H.c.c., Par­vo­vi­ro­se und Pa­rain­flu­en­za kann auch zu ei­nem frü­he­ren Zeit­punkt durch­ge­führt wer­den, al­ler­dings ist dann eine Nachimp­fung 2–4 Wo­chen nach der ers­ten Imp­fung (ca. 12 Wo­chen Le­bens­al­ter) […] Die Lep­to­s­pi­ro­se­kom­po­nen­te kann ab der 8. Le­bens­wo­che, die Toll­wut­kom­po­nen­te ab der 12. Le­bens­wo­che gleich­zei­tig ge­impft wer­den.

Wie­der­ho­lungs­imp­fung:
Stau­pe, H.c.c. und Par­vo­vi­ro­se: eine Imp­fung im Ab­stand von 3 Jah­ren
Pa­rain­flu­en­za: eine Imp­fung jähr­lich (bei ho­hem In­fek­ti­ons- ri­si­ko wird emp­foh­len, die Hun­de zwei­mal jähr­lich ge­gen Pa­rain­flu­en­za zu imp­fen.)

Wei­ter­hin heißt es dann in der Pa­ckungs­bei­la­ge des Lep­to­s­pi­ro­se & Toll­wut-Impf­stof­fes:

Der Impf­stoff ist für Hun­de ab ei­nem Al­ter von 8 Wo­chen vor­ge­se­hen und soll­te ins­be­son­de­re dann ein­ge­setzt wer­den, wenn eine Imp­fung ge­gen Toll­wut und Lep­to­s­pi­ro­se zum glei­chen Zeit­punkt vor­ge­se­hen ist. Die Grund­im­mu­ni­sie­rung ge­gen Lep­to­s­pi­ro­se be­steht aus 2 Imp­fun­gen im Ab­stand von 2 bis 4 Wo­chen.

Die Grund­im­mu­ni­sie­rung ge­gen Toll­wut be­steht aus ei­ner Imp­fung.

Ein Toll­wut­impf­schutz im Sin­ne der Toll­wut-Ver­ord­nung be­steht nur dann, wenn Wel­pen zum Zeit­punkt der Imp­fung nicht jün­ger als drei Mo­na­te sind.

So­fern die Erst­imp­fung frü­her ver­ab­reicht wird, ist eine wei­te­re Imp­fung 2 bis 4 Wo­chen spä­ter bei ei­nem Le­bens­al­ter von min­des­tens 12 Wo­chen zu ver­ab­rei­chen.

Grund­im­mu­ni­sie­rung: 

  • Al­ter 8 ‑12 Wo­chen: zwei Imp­fun­gen im Ab­stand von 2 bis 4 Wo­chen, zwei­te Imp­fung frü­hes­tens ab ei­nem Le­bens­al­ter von 12 Wo­chen
  • Al­ter ab 12 Wo­chen: eine Imp­fung; bis­her nicht ge­impf­te Hun­de soll­ten 2 bis 4 Wo­chen vor oder nach der Imp­fung mit No­bi­vac LT zu­sätz­lich mit dem In­ter­vet-Impf­stoff ge­gen Lep­to­s­pi­ro­se ge­impft wer­den.

Wie­der­ho­lungs­imp­fung:
Lep­to­s­pi­ren-Kom­po­nen­ten: alle 6–12 Mo­na­te in Ab­hän­gig­keit von der be­leg­ten Dau­er der Im­mu­ni­tät.

Toll­wut-Kom­po­nen­te: 
alle 3 Jah­re (na­tio­na­le Be­stim­mun­gen sind zu be­rück­sich­ti­gen)

Dar­aus er­gibt sich fol­gen­des Impf­sche­ma:

Grund­im­mu­ni­sie­rung für 8 Wo­chen alte Wel­pen:

  • SHPPIL mit 8 Wo­chen
  • 2 Nachimp­fung 2–4 Wo­chen spä­ter mit ca. 12 Wo­chen noch­mals ge­gen SHPPIL + T (bei Be­darf)
    (”Die­se zwei­te Imp­fung ge­gen Stau­pe, H.c.c., Par­vo­vi­ro­se und Pa­rain­flu­en­za ist bei Wel­pen auf­grund der even­tu­ell zu­vor noch vor­han­de­nen ma­ter­na­len An­ti­kör­per not­wen­dig.” Bei Men­schen impft man 2 Mal, da nicht alle Men­schen auf le­ben­de Impf­stof­fe, so wie z.B. bei SHPPI beim Hund, mit Ge­däch­nis­zel­len re­agie­ren.)

oder Grund­im­mu­ni­sie­rung für 12 Wo­chen alte Wel­pen:

  • Ein­ma­li­ge Imp­fung mit SHPPIL + T (bei Be­darf)
  • 2 Nachimf­pung 2–4 Wo­chen spä­ter mit ca. 16 Wo­chen nur ge­gen Lep­to­s­pi­ro­se! (Todimpf­stof­fe müs­sen (beim Men­schen) wie­der­holt wer­den, da der Or­ga­nis­mus nicht so vie­le Ge­däch­nis­zel­len hat, wie bei Le­bend­impf­stof­fen.)

Nachimp­fun­gen:

  • Alle 3 Jah­re: Stau­pe, H.c.c. und Par­vo­vi­ro­se & Toll­wut
  • Jähr­lich Lep­to­s­pi­ro­se & Pa­rain­flu­en­za

”Bis vor we­ni­gen Jah­ren war man der Mei­nung, Imp­fun­gen scha­de­ten nie. Auch wenn sie viel­leicht nicht nüt­zen, stel­len sie zu­min­dest kei­ne Ge­fahr dar. In­zwi­schen wis­sen wir, daß das nicht so ist.”
(Prof. Dr. Ma­ri­an Hor­zi­nek (Uni­ver­si­tät Ut­recht), WDR-In­ter­view, Ja­nu­ar 2001)

Beginn & Dauer der Immunität

Be­ginn der Im­mu­ni­tät:

  • für Stau­pe, H.c.c. und Par­vo­vi­ro­se: 1 Wo­che nach Imp­fung
  • für Pa­rain­flu­en­za: 4 Wo­chen nach Imp­fung
  • Lep­to­s­pi­ren-Kom­po­nen­ten: 4 Wo­chen nach Ab­schluss der Grund­im­mu­ni­sie­rung (d.h. 12 Le­bens­wo­che)
  • Toll­wut-Kom­po­nen­te: Eine schüt­zen­de se­ro­lo­gi­sche Ant­wort von > 0,5 I.E. ist in der Re­gel 3 Wo­chen nach Imp­fung zu er­war­ten.

-> d.h. Wel­pen­spiel­grup­pen­be­such mit 10 Wo­chen ist ei­gent­lich zu früh und soll­te, um eine voll­stän­di­ge Im­mu­ni­tät zu ge­währ­leis­ten, erst ab der 12. Wo­che er­fol­gen. Dies kol­li­diert aber mit der So­zia­li­sie­rungs­pha­se (bis 16. Le­bens­wo­che), in der der Wel­pe mög­lichst vie­le Ein­drü­cke sam­meln soll­te, da er die­se jetzt be­son­ders ein­fach wie ein Schwamm auf­sau­gen kann.

Dau­er der Im­mu­ni­tät:

  • für Stau­pe, H.c.c. und Par­vo­vi­ro­se: 3 Jah­re
  • für Pa­rain­flu­en­za: 1 Jahr
  • Lep­to­s­pi­ren-Kom­po­nen­ten: 1 Jahr für Se­ro­grup­pe Ca­ni­co­la und 6 Mo­na­te für Se­ro­grup­pe Ic­te­roha­emor­rha­giae
  • Toll­wut-Kom­po­nen­te: 3 Jah­re

”Eine Pra­xis, die vor vie­len Jah­ren ein­setz­te und der es an wis­sen­schaft­li­cher Gül­tig­keit oder Recht­fer­ti­gung man­gelt, sind jähr­li­che Wie­der­ho­lungs­imp­fun­gen. Für jähr­li­che Rev­ak­zi­nie­run­gen be­steht fast ohne Aus­nah­me kei­ne im­mu­no­lo­gi­sche Not­wen­dig­keit. Im­mu­ni­tät ge­gen Vi­ren hält über Jah­re oder das gan­ze Tier­le­ben lang an. Eine wirk­sa­me Imp­fung ge­gen die meis­ten bak­te­ri­el­len Krank­heits­er­re­ger ruft ein im­mu­no­lo­gi­sches Ge­dächt­nis her­vor, das über Jah­re an­hält und es dem Tier er­mög­licht, eine pro­tek­ti­ve ana­mnes­ti­sche (se­kun­dä­re) Ant­wort zu ent­wi­ckeln, wenn es vi­ru­len­ten Or­ga­nis­men aus­ge­setzt ist. Ein­zig die Im­mun­ant­wort auf To­xi­ne er­for­dert Auf­fri­schimp­fun­gen (zum Bei­spiel wird die Te­ta­nus­to­xin-Auf­fri­schung alle sie­ben bis zehn Jah­re emp­foh­len). To­xin-Impf­stof­fe wer­den aber bei Hun­den und Kat­zen ge­gen­wär­tig gar nicht ver­wen­det.”
(T. R. Philipps/R. D. Schultz, Kirk’s Cur­rent Ve­te­ri­na­ry The­ra­py, 1992)

Welche Stoffe werden meinem Hund geimpft?

Bei­spiel­haft zie­he ich hier die Impf­stof­fe No­bi­vac® SHPPi und No­bi­vac® LT her­an, da un­se­re Wel­pen mit die­sen Pro­duk­ten ge­impft wer­den (si­cher­lich wirst du aber bei der Re­cher­che an­de­rer Impf­stof­fe ähn­li­che Zu­sam­men­set­zun­gen fin­den). Au­ßer­dem mar­kie­re ich ei­ni­ge Be­grif­fe far­big. Zu die­sen Begriffen/Farben fin­dest du wei­ter un­ten je­weils wei­te­re Er­klä­run­gen.

Zusammensetzung von Nobivac® SHPPi:

1 Do­sis (1 ml) ent­hält:

Lyo­phi­li­sat:

Arz­nei­lich wirk­sa­me Be­stand­tei­le:

  • Stau­pevi­rus (Stamm On­der­stepo­ort): mind. 104,0 GKID50*, max. 106,0 GKID50 Wirts­sys­tem: VERO
  • Ca­ni­nes Ade­no­vi­rus Typ 2 (St. Man­hat­ten LPV 3): mind. 104,0 GKID50, max. 106,5 GKID50 Wirts­sys­tem: MDCK
  • Ca­ni­nes Par­vo­vi­rus (pa­ten­tier­ter Stamm 154): mind. 107,0 GKID50, max. 108,4 GKID50 Wirts­sys­tem: FEF oder A72
  • Ca­ni­nes Pa­rain­flu­en­za­vi­rus (Stamm Cor­nell): mind. 105,5 GKID50, max 107,0 GKID 50 Wirts­sys­tem: VERO

* Ge­we­be­kul­tur-in­fek­tiö­se Do­sis 50 %

Lö­sungs­mit­tel:

  • No­bi­vac® Sol­vens
  • Phos­phat-ge­puf­fer­te phy­sio­lo­gi­sche Koch­salz­lö­sung

Zusammensetzung von NOBIVAC® LT

Eine Do­sis (1 ml) ent­hält:

Arz­nei­lich wirk­sa­me Be­stand­tei­le: 

  • In­ak­ti­vier­tes Toll­wut­vi­rus, Stamm Pas­teur RIV: mind. 3 IU (1)
  • Lep­to­s­pi­ra in­ter­ro­gans, in­ak­ti­viert,
    • Se­ro­grup­pe Ca­ni­co­la Stamm Ca-12–000 mind. 40 PD80 (2)
    • Se­ro­grup­pe Ic­te­roha­emor­rha­giae Stamm 820K mind. 40 PD80 (2) 1 IU=Internationale Ein­hei­ten,

(1) be­stimmt im Po­ten­cy-Test an der Maus
(2) 80 % der ge­mäß den Vor­schrif­ten des Eu­ro­päi­schen Arz­nei­buchs mit 1/40 ei­ner Hun­de­do­sis im­mu­ni­sier­ten Hams­ter müs­sen ge­gen eine Be­las­tungs­in­fek­ti­on ge­schützt sein; PD = pro­tek­ti­ve Do­sis

Ad­ju­vans:

  • Alu­mi­ni­um­phos­phat 0,66 mg Al

Kon­ser­vie­rungs­mit­tel: 

  • Thio­mer­sal 0,1 mg Wirts­sys­tem (Toll­wut­vi­rus): BHK-Zel­len

Was bedeuten die Inhaltsstoffe nun?

VERO-Zel­len: Zel­len aus Af­fen­nie­ren

Alu­mi­ni­um­hy­dro­xyd: ein Alu­mi­ni­um­salz, das als star­kes All­er­gen be­kannt ist. Wei­te­re Alu­mi­ni­um­ver­bin­dun­gen in Imp­fun­gen sind Alu­mi­ni­um­phos­phat und Alu­mi­ni­um­sul­fat. Alu­mi­ni­um­al­ze för­dern die Ent­ste­hung von Alz­hei­mer und ver­schie­de­nen Krebs­ar­ten, z.B. Brust­krebs, und kön­nen zahl­rei­che Au­to­im­mun­erkran­kun­gen aus­lö­sen.

Thio­mer­sal: = Ethyl-Queck­sil­ber-Thio­sa­li­cylat
Eine Queck­sil­ber­ver­bin­dung, die zur Kon­ser­vie­rung be­nützt wird. Thio­mer­sal be­steht zu fast 50% aus hoch­gif­ti­gem Queck­sil­ber. Ach­tung! Queck­sil­ber kann sich auch hin­ter an­de­ren Be­grif­fen ver­ste­cken!

Form­alde­hyd: gilt lt. WHO als krebs­er­re­gend

Weitere interessante Fakten zu Impfstoffen

Weitere Fakten

(ent­nom­men aus www.impffrei.at)

”Hu­ma­ne di­plo­ide Lun­gen­fi­bro­plas­ten: Zell­li­ni­en, die aus ab­ge­trie­be­nen Fö­ten her­ge­stellt wer­den. […]”

”An­ti­bio­ti­ka: wer­den Impf­stof­fen bei­gemengt, um die Aus­brei­tung schäd­li­cher Kei­me im Impf­stoff zu ver­hin­dern. Au­ßer­dem sol­len sie et­waig auf­tre­ten­de Im­mun- oder Über­re­ak­tio­nen dämp­fen und le­gen die na­tür­li­che Im­mun­ant­wort zum Teil lahm!

Kri­ti­sche Wis­sen­schaft­ler ver­mu­ten, dass Impf­re­ak­tio­nen und Impf­schä­den da­durch zeit­lich ver­scho­ben wer­den. Man be­ob­ach­te­te Impf­schä­den näm­lich am häu­figs­ten 2 bis 4 Wo­chen nach ei­ner Imp­fung, man­che so­gar erst Mo­na­te oder Jah­re spä­ter. Zu die­sem Zeit­punkt las­sen sich Impf­schä­den noch schwe­rer nach­wei­sen, als wenn sie di­rekt nach ei­ner Imp­fung auf­tre­ten. Vie­le die­ser Re­ak­tio­nen wer­den nicht ein­mal als Impf­schä­den ver­mu­tet oder ge­mel­det.

Na­no­par­ti­kel als Wirk­ver­stär­ker: Dr. Ste­fan Lan­ka (Mi­kro­bi­lo­ge und Vi­ro­lo­ge) warnt vor dem Ein­brin­gen von Na­noteil­chen in den Kör­per, da sie durch ihre Win­zig­keit das Ner­ven­sys­tem und Ge­hirn schä­di­gen kön­nen.

Die Fol­gen ei­ner sol­chen Schä­di­gung sind Mü­dig­keit, Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen, Schlaf- und At­men­stö­run­gen bis hin zu Läh­mun­gen und Er­sti­cken, Mul­ti­ple Skle­ro­se, Par­kin­son, Alz­hei­mer, u.v.m.

Art­frem­des Ei­weiß, z.B. Hüh­ner­ei­weiß: Es han­delt sich da­bei um Res­te aus dem Her­stel­lungs­pro­zess. Frem­des Ei­weiß wirkt in­ji­ziert völ­lig an­ders als ver­speist. Der Impf­cock­tail ge­langt da­bei di­rekt ins Blut (Imp­fun­gen wer­den in stark durch­blu­te­te Mus­keln in­ji­ziert.). Dies ist wi­der­na­tür­lich.

Alle phy­li­ka­li­schen und bio­lo­gi­schen Ab­wehr­bar­rie­ren, wie man sie in Haut, Schleim­haut, Man­deln, Ma­gen­säu­re, lympha­ti­schem Ge­we­be des Darm­trak­tes, Le­ber, u.v.m. fin­det, wer­den da­durch um­gan­gen. Sol­che ”Ver­let­zun­gen” kom­men in der Na­tur nicht vor. Der Or­ga­nis­mus ist da­durch to­tal über­for­dert.

Fremd­ei­weiß kann zu Ab­sto­ßungs­rea­kio­nen bis hin zu schwe­ren all­er­gi­schen Schocks füh­ren.

Phen­oxy­etha­nol: Wei­te­re Na­men: Phen­oxy­etha­nol, 2‑­Phen­oxy-1-etha­nol, Phe­nyl­cel­lo­sol­ve, Mo­no­phe­nyl­gly­kol, Ethy­len­gly­kol­mo­no­phe­nyl­ether.

Phen­oxy­etha­nol ist eine or­ga­ni­sche Ver­bin­dung und tritt bei bei Raum­tem­pe­ra­tur als farb­lo­se, vis­ko­se Flüs­sig­keit auf. Die Dämp­fe sind schwe­rer als Luft. Ver­wen­dung fin­det es als Kon­ser­vie­rungs­stoff.

Au­ßer­dem kann es je nach Do­sie­rung zum Be­ru­hi­gen, Be­täu­ben oder Ein­schlä­fern von Fi­schen ver­wen­det wer­den. Kann All­er­gien aus­lö­sen.

Ge­sund­heits­schäd­lich beim Ver­schlu­cken. Reizt die Au­gen. Darf nicht in den Un­ter­grund bzw. in das Erd­reich ge­lan­gen. Darf nicht in die Ka­na­li­sa­ti­on, das Ober­flä­chen­was­ser und Grund­was­ser ge­lan­gen.

(wikipedia.de, Si­cher­heits­da­ten­blatt)

Etha­nol: Wei­te­re Na­men: Ethyl­al­ko­hol, Ätha­nol (stan­dard­sprach­lich), Äthylalkohol(standardsprachlich), Wein­geist, Spi­ri­tus, Al­ko­hol (um­gangs­sprach­lich).

Etha­nol ist ein wich­ti­ges or­ga­ni­sches Lö­sungs­mit­tel, eine Grund­che­mi­ka­lie in der In­dus­trie und ein Des­in­fek­ti­ons­mit­tel. Eine der tech­ni­schen Haupt­ver­wen­dun­gen von Etha­nol ist die Nut­zung als Bio­kraft­stoff, als so ge­nann­ter Bio­etha­nol.

Etha­nol ist brenn­bar. Die Dämp­fe sind schwe­rer als Luft.

Reizt die Au­gen und die Schleim­häu­te. In gro­ßen Men­gen auf­ge­nom­men, be­wirkt Etha­nol Schwin­del, Rausch, Nar­ko­se, Atem­läh­mung. (wikipedia.de, Si­cher­heits­da­ten­blatt)”

Impfstoffherstellung

(ent­nom­men aus www.impffrei.at)

”Da Vi­ren nur in le­ben­den Sys­te­men exis­tie­ren und sich ver­meh­ren kön­nen, wer­den sie ge­wöhn­lich im Tier selbst, in Zell­kul­tu­ren und be­fruch­te­ten Hüh­ner­ei­ern ge­züch­tet oder aus dem Blut in­fi­zier­ter Tie­re ge­won­nen.

Bei­spie­le für ”Züch­tungs­me­di­en” sind Hirn­ge­we­be von Ka­nin­chen, Nie­ren­ge­we­be von Hun­den, Meer­schwein­chen, Ka­nin­chen und Af­fen, Ei­weiß von Hüh­ner- oder En­ten­ei­ern, Hüh­ner­em­bry­os, Käl­ber­se­rum, Blut vom Pferd oder Schwein und Ei­ter aus Kuh­po­cken.

Es han­delt sich wohl­ge­merkt im­mer um le­ben­di­ge Tie­re!

Jede Imp­fung mit le­ben­den oder in­ak­ti­vier­ten Vi­ren stellt, wie be­reits er­wähnt, ein po­ten­ti­el­les Ri­si­ko dar. Be­son­ders Af­fen­vi­ren wer­den von For­schern für be­son­ders ge­fähr­lich ge­hal­ten.

Af­fen sind Trä­ger zahl­rei­cher Vi­ren, die bei ih­rem Wirt völ­lig harm­los sind, je­doch bei der Über­que­rung der Ar­ten­schran­ke, d.h. wenn sie in ein an­de­res Le­be­we­sen ge­lan­gen, be­son­ders ag­gres­siv und ge­fähr­lich wer­den kön­nen.

Jede Art hat grund­sätz­lich ihre für sie spe­zi­fisch ei­ge­nen Ty­pen von Mi­kro­ben, die sich in Mil­lio­nen Jah­ren der Evo­lu­ti­on ent­wi­ckelt und als brauch­bar er­wie­sen ha­ben. Vi­ren, die für eine Art un­ge­fähr­lich sind, kön­nen für eine an­de­re Art ge­fähr­lich und so­gar töd­lich sein.

Es ist aber auch mög­lich, dass zwei nicht vi­ru­len­te Vi­ren, die bei ei­ner Imp­fung ge­mischt wer­den, durch Wech­sel­wir­kung im Or­ga­n­ins­mus eine töd­li­che Krank­heit er­zeu­gen. Dies gilt be­son­ders für Mehr­fachimpf­stof­fe bzw. das gleich­zei­ti­ge Ver­ab­rei­chen meh­re­rer Impf­stof­fe auf ein­mal.”

Die jähr­li­che Vak­zi­nie­rung ge­gen al­les und je­des ist eher Folk­lo­re.“
(Prof. Dr. Ma­ri­an Hor­zi­nek (Uni­ver­si­tät Ut­recht), Tier­arzt­kon­greß Düs­sel­dorf, No­vem­ber 2000)


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