CEA-Collie Eye Anomalie

Australian Shepherd Züchter aus Krefeld (NRW)

Collie Eye Anomalie

Was ist CEA?

CEA be­deu­tet Col­lie Eye Ano­ma­lie. Sie ist eine Au­gen­er­kran­kung, die vor al­lem bei Col­lies und ver­wand­ten Hun­de­ras­sen wie dem Aus­tra­li­an She­pherd auf­tritt.

Die Au­gen­krank­heit be­trifft den Au­gen­hin­ter­grund und führt zu ei­ner Be­ein­träch­ti­gung der Seh­kraft oder so­gar zur Er­blin­dung.

Entstehung

CEA ent­steht durch eine ge­ne­ti­sche Fehl­bil­dung der Netz­haut und Ader­haut im Lau­fe der Em­bryo­nal­ent­wick­lung. Es kommt da­durch zu Stö­run­gen in der Ent­wick­lung der Blut­ge­fä­ße, die dann ins Auge ein­blu­ten kön­nen. Auch eine Netz­haut­ab­lö­sung kann die Fol­ge sein. Je nach Schwe­re der Er­kran­kung lei­det der Hund an ei­ner ver­min­der­ten Seh­kraft oder er­blin­det voll­stän­dig.

Symptome

Be­trof­fe­ne Wel­pen zei­gen von Ge­burt an eine ver­min­der­te Seh­kraft oder sind so­gar be­reits blind.

Die Er­kran­kung schrei­tet nicht fort, al­len­falls kann es spä­ter zu ei­ner Netz­haut­ab­lö­sung kom­men.

Leich­te­re Fäl­le kön­nen spä­ter auch erst durch Zu­fall dia­gnos­ti­ziert wer­den. Die meis­ten Hun­de sind aber kli­nisch un­auf­fäl­lig, so­dass die CEA erst bei ei­ner Un­ter­su­chung fest­ge­stellt wird.

Sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung des Au­ges
Quel­le: Ta­los, co­lo­ri­zed by Ja­kov [CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Diagnose

Die Dia­gno­se er­folgt durch eine Oph­thal­mo­sko­pie, bei der die Pu­pil­len des Hun­des mit­tels Au­gen­trop­fen ge­wei­tet wer­den und dann mit ei­ner Lupe das Auge von ei­nem Fach­arzt für Au­gen­heil­kun­de (Oph­thal­mo­lo­ge) be­ur­teilt wird. Bei er­krank­ten Hun­den sind bei­de Au­gen be­trof­fen, der Schwe­re­grad kann je­doch un­ter­schied­lich sein.

Schweregrade

Man un­ter­schei­det drei Schwe­re­gra­de:

Chorioretinale Hypoplasie (CRH)

Das be­deu­tet, dass in ei­nem be­stimm­ten Be­reich des Au­ges ein Teil der Netz­haut und der dar­un­ter lie­gen­den Ader­haut feh­len.

Die­se Be­rei­che sind be­son­ders gut bei Wel­pen bis zur neun­ten Le­bens­wo­che zu er­ken­nen, da bis zu die­sem Zeit­punkt die Netz­haut noch nicht pig­men­tiert (ge­färbt) ist. Nach die­ser Zeit ist bei ei­ni­gen Hun­den die CRH nicht mehr fest­stell­bar, da das Pig­ment die­se Stel­len ver­deckt. Das sind die so­ge­nann­ten „go nor­mals“, die bei ei­ner spä­te­ren Au­gen­un­ter­su­chung wie­der als frei ge­tes­tet wer­den.

Un­er­heb­lich, ob „go nor­mal“ oder nicht, wer­den die be­tref­fen­den Hun­de in ih­rem Seh­ver­mö­gen und da­mit in ih­rer Le­bens­qua­li­tät nicht be­ein­flusst, da die Ver­än­de­run­gen in der Re­gel nur sehr klei­ne Netz­haut­be­zir­ke be­tref­fen.

Foto: Cho­ro­ida­le Hy­po­p­la­sie

Dan­ke an Dr. med. vet. Ma­ri­an­ne Rich­ter für die zur Ver­fü­gung­stel­lung der Fo­tos
Quel­le: www.eyevet.ch/cea.html

Kolobom

Hier­bei han­delt es sich um eine mehr oder we­ni­ger groß­flä­chi­ge Aus­buch­tung der Netz­haut im Be­reich des Seh­ner­ven­kop­fes.

Nor­ma­ler­wei­se wird auch durch ein Ko­lo­bom die Seh­kraft nicht be­ein­träch­tigt. In sel­te­nen Fäl­len kön­nen die Aus­buch­tun­gen al­ler­dings gro­ße Tei­le der Netz­haut ein­neh­men, dann kön­nen sich Ge­sichts­feld­ein­engun­gen er­ge­ben.

Foto: Ko­lo­bom des Seh­ner­ven­kop­fes

Dan­ke an Dr. med. vet. Ma­ri­an­ne Rich­ter für die zur Ver­fü­gung­stel­lung der Fo­tos
Quel­le: www.eyevet.ch/cea.html

Blutungen und Netzhautablösung

Die­ses ist nun die schlimms­te, aber zum Glück auch die sel­tens­te Ver­än­de­rung im Rah­men der Au­gen­ano­ma­lie.

Auf­grund von Blut­ge­fäß­ver­än­de­run­gen in der Ader­haut kann es zu Blu­tun­gen hin­ter der Netz­haut und, als Fol­ge des­sen, zu Netz­haut­ab­lö­sun­gen kom­men.

Die­se Hun­de sind blind und kön­nen Pro­ble­me mit dem Au­gen­in­nen­druck und Ent­zün­dun­gen der Ge­fäß­haut be­kom­men.

Foto: Ko­lo­bom des Seh­ner­ven­kop­fes und fo­ka­le Netz­haut­ab­he­bung

Dan­ke an Dr. med. vet. Ma­ri­an­ne Rich­ter für die zur Ver­fü­gung­stel­lung der Fo­tos
Quel­le: www.eyevet.ch/cea.html

Therapie

Eine Hei­lung von der Col­lie Eye Ano­ma­lie ist nicht mög­lich. Die Hilfs­maß­nah­men be­schrän­ken sich dar­auf, den Hund so gut es geht in sei­ner ver­min­der­ten Seh­kraft zu un­ter­stüt­zen, z.B. Ge­gen­stän­de weg­räu­men, ge­gen die er lau­fen könn­te. Ab­ge­lös­te Netz­häu­te kön­nen durch eine La­ser­be­hand­lung ent­fernt wer­den. Die Le­bens­er­war­tung ei­nes er­krank­ten Hun­des ist nicht be­ein­träch­tigt.

CEA Häufigkeit gemäß CERF zwischen 1991–1999

Cho­ro­idal Hy­po­p­la­siaKo­lo­bomNetz­haut­ab­lö­sung
Lang­haar- & Kurz­haar­col­lies66,7%8,75%1,88%
Bor­der Col­lie2,12%0,57%0,06%
Shel­tie0,39%0,79%0,05%
Aus­tra­li­an She­pherd0,22%0,27%0,13&

Vererbung

Bei Aus­tra­li­an She­pherds liegt ein au­to­so­mal re­zes­si­ver Erb­gang vor, d.h. es müs­sen 2 CEA Trä­ger (+/-) mit­ein­an­der ver­paart wer­den, da­mit CEA be­trof­fe­ne Hun­de ent­ste­hen.

Es ist des­halb nicht ver­ant­wor­tungs­voll, wenn Züch­ter Hun­de ver­paa­ren, bei de­nen er den CEA Gen­sta­tus nicht kennt. Es muss zu­min­dest ein El­tern­teil un­ter­sucht sein und CEA frei sein, so­dass kei­ne CEA be­trof­fe­nen Hun­de fal­len kön­nen. Es ist ein Gen­test mit­tels Spei­chel­pro­be ver­füg­bar.

Bei ei­nem se­riö­sen Züch­ter wer­den alle Wel­pen vor ih­rer Ab­ga­be in ein neu­es Zu­hau­se von ei­nem Fach­arzt für Au­gen­heil­kun­de un­ter­sucht, al­ler­dings kann ein vom Au­gen­arzt un­ter­such­ter CEA frei­er Hund, trotz­dem Trä­ger sein oder so­gar spä­ter er­kran­ken.

Die Au­gen­un­ter­su­chung stellt also nur zum Zeit­punkt der Un­ter­su­chung fest, ob ein Hund be­trof­fen ist oder nicht.

Ver­er­bungs­sche­ma Col­lie Eye Ano­ma­lie © Jen­ni­fer Wal­ter

Weiterführende Literatur


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