Einsatz als Therapiehund

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Einsatz als Therapiehund

Therapiehund – Therapiebegleithund – Assistenzhund – Besuchs-Streichelhund

Unterschied Therapiehund & Assistenzhund

Als Therapiehund bezeichnet man alle Haushunde, die in einer tiergestützten medizinischen Behandlung eingesetzt werden. Der Begriff Therapiehund ist also eine Art Oberbegriff für alle Hunde, die tiergestützt arbeiten. Abzugrenzen sind Assistenzhunde, die einen bestimmten Zweck für ihren Menschen erfüllen und ihm im Alltag helfen – sie sind keine Therapiehunde.

Der Begriff Therapiehund ist nicht geschützt, daher kann jeder seinen Hund als Therapiehund bezeichnen. Korrekter ist die Bezeichnung Therapiebegleithund, da hier eine fundierte Ausbildung erforderlich ist.

Therapiebegleithund

Der Therapiebegleithund begleitet den Hundeführer bei seiner Arbeit und unterstützt ihn – und auch nur ihn – im Umgang mit Menschen. Das Therapiebegleithund-Team besteht immer aus einem therapeutisch ausgebildeten Hundeführer  z.B. ein Pysiotherapeut und dem als Therapiebegleithund ausgebildeten Hundes. Therapiebegleithunde können nur von Therapeuten, Pädagogen, Psychologen, Medizinern und verwandten Berufen geführt werden.

Die Aufgabe des Therapiebegleithundes geht dabei weit über den des Besuchshundes hinaus, da immer ein therapeutisches Ziel erreicht werden soll. Der Hund begegnet dem Patienten völlig wertfrei und kann so zum Freund oder Motivationstrainer werden. Er hilft dem Patienten Ängste oder Spannungen abzubauen und fungiert als Brückenbauer zum Therapeuten. Die Übungen fallen dem Patienten leichter, da sie spielerisch mit dem Hund zusammen durchgeführt werden. Das Verantwortungsbewusstsein des Patienten wird geschult und gleichzeitig lernt er Rücksicht zu nehmen und Regeln einzuhalten.

Die Ausbildung nach der Steinfurter Pädagogik / Therapiebegleithundmethode beginnt bereits im ersten Lebensjahr bzw. der Hund muss mindestens 8 Monate alt sein und wird zunächst durch einen theoretischen Teil des Hundeführers und dann eine gemeinsame Ausbildung von Halter & Hund abgeschlossen. Die Prüfung muss beim Berufsverband Therapiebegleithund Deutschland e.v. abgelegt werden und der Hund muss zu diesem Zeitpunkt mindestens 18 Monate alt sein. Die Ausbildung ist in 5 Blöcke unterteilt und kostet etwa 1500€.

Um die Professionalität eines Therapiebegleithunde-Teams zu gewährleisten wird alle 2 Jahre eine Nachprüfung durchgeführt. Außerdem wird der Hund regelmässig tierärztlich untersucht und ist während der therapeutischen Arbeit dementsprechend versichert.

Notwendige Charaktereigenschaften

  • Gelassenheit & Ausgeglichenheit
  • hohe Reizschwelle & Toleranz gegenüber Alltagsreizen vor allem schrille Schreie
  • hohe Toleranz gegenüber Stress
  • Freundliches, offenes Wesen
  • eine hervorragende Prägung
  • Zutraulich & Freude am Menschen
  • hoher Kuschelfaktor, d.h. Hund sollte Berührungen geduldig ertragen
  • Verzeiht schnell und immer
  • erschreckt nicht bei ungeschickten Bewegungen
  • nicht zu schmerzempfindlich, da er grob motorische Bewegungen ertragen muss
  • arbeitet gerne
  • gut motivierter durch Futter- oder Spieltrieb

Einsatzbereiche

  • Bei orthopädischen, chirurgischen oder neurologischen Krankheitsbildern wie z.B. nach Operationen an Gelenken oder Frakturen, Schlaganfallpatienten oder Parkinsonpatienten
  • im Altenheim
  • in Schulen
  • im Kinderheim
  • im Wohnheim
  • bei Hausbesuchen
  • bei passiven Therapieeinheiten, bei denen die Anwesenheit des Hundes für Entspannung sorgt

Ausbildungsinhalte

Folgende Inhalte werden in den Seminaren vermittelt:

Seminarstandorte

  • 75031 Eppingen
  • 48431 Rheine
  • 50968 Köln

Theorieblock I (2 Tage)

  • Anatomie des Hundes
  • Physiologie des Hundes
  • Psychologie des Hundes
  • Tierschutz
  • Rechtliche Bestimmungen
  • Einführung des Hundes in die Behandlung
  • Therapeutisch-pädagogische Einführung in den Therapiebegleithund- Einsatz
  • Zielformulierungen des Therapiebegleithundeinsatzes
  • Fallbeispiele
  • Selbsterfahrung

Theorieblock II (2 Tage)

  • Entwicklungsphasen des Hundes
  • Grundlagen der Hundeerziehung
  • Einführung Clickertraining
  • Verhaltensformung
  • Vorraussetzungen für den Therapiebegleithundeinsatz
  • Einsatzgebiete
  • Hintergründe der Zusammenarbeit der Sinnessysteme
  • Förderziele im Kontext zum Therapiebegleithundeinsatz
  • Fallbeispiele
  • Selbsterfahrung

Praxisseminar (2×3 Tage)

  • Psychologische Betrachtung des eigenen Hundes
  • Festlegung der Ausbildungsziele
  • Spezialtraining draußen und in der Praxis
  • Erste Hilfe am Hund
  • Hospitation und Selbsterfahrung
  • Therapievorbereitung
  • Therapiedurchführung mit Videodokumentation
  • Supervision
  • Zielformulierung für das Training zu Hause

Prüfungsseminar (2,5 Tage)

  • Schriftliche Prüfung
  • Praktische Prüfung
  • Videoreferat
  • Vertiefung der Ausbildungsziele
  • Abschlussgespräch

Empfehlenswerte Literatur zum Therapiebegleithund

Ist jeder Hund als Therapiebegleithund geeignet?

Die wichtigste Eigenschaft, die ein angehender Therapiebegleithund haben muss ist ein freundliches, gutmütiges, festes Wesen und eine sehr hohe Reizschwelle. Zudem muss er es lieben gestreichelt und angefasst zu werden.

Das ständige intensive Streicheln von Fremdpersonen, teilweise auch grobmotorisch, muss geübt werden. Außerdem ist eine starke Bindung mit uneingeschränkter Vertrauensbasis zum Hundeführer notwendig.

Ein Hund, der sich gerne berühren lässt, ist eine gute Grundlage für die Ausbildung, reicht aber nicht aus, da die Ausbildung weitere Aspekte wie z.B. Konditionierung des Hundes, Ansätze der Humanmedizin, Kynologie, gesetzliche Regelungen, Hygienebestimmungen usw. umfasst.

Assistenzhunde

Assistenzhunde sind Hunde, die speziell für einen bestimmten Zweck ausgebildet werden, um ihren schwerbehinderten Halter zu unterstützen. Assistenzhunde müssen hohe Standards in der Öffentlichkeit erfüllen z.B. dürfen sie nicht schnuppern und müssen andere Hunde ignorieren. Die Ausbildung dauert ca. 2 Jahre, damit die Hunde ihren behinderten Menschen 24h Stunden begleiten können. Die Ausbildung kostet zwischen 4000-25.000€ und wird von den Krankenkassen leider nicht übernommen.

Einsatzbereiche

Blindenführhunde

Diese Hunde führen sehbehinderte Menschen durch ein Führgeschirr und zeigen ihm Treppenstufen, Hindernisse, Ein- & Ausgänge, Briefkästen und Schalter an und führen ihn sicher durch den Straßenverkehr.

Assistenzhunde für LPF

Diese Hunde helfen Menschen mit eingeschränkter Mobilität z.B. durch einen Rollstuhl, Krücken oder eine Prothese. Sie helfen bei der Alltagsbewältigung, in dem sie Gegenstände vom Boden aufheben, Objekte aus Regalen holen & Lichtschalter & Knöpfe betätigen. Außerdem öffnen und schließen sie Türen, Schubladen & Schränke, sie ziehen den Rollstuhl und helfen beim An- & Ausziehen.

Mobilitätsassistenzhunde

Diese Assistenzhunde helfen Menschen, die Schwierigkeiten beim Gehen haben, in dem sie ein Mobilitätsgeschirr tragen, an dem sich die Person festhalten kann.

PTBS-Assistenzhunde

PTBS Hunde helfen Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und / oder dissoziativen Störung. Sie wecken ihren Menschen aus Alpträumen und machen das Licht an. Außerdem unterbrechen sie Flashbacks und Dissoziationen und führen ihren Halter bei Panikattacken an einen ruhigen Ort, sie schaffen Distanz, bellen auf Kommando, durchsuchen Räume auf Einbrecher, passen auf, dass sich beim Öffnen einer Tür niemand unbemerkt von hinten nähert, gehen in dunklen Räumen voraus und beruhigen.

Diabetikerwarnhunde

Diabetikerwarnhunde waren Typ 1 Diabetiker vor einer drohenden Unterzuckerung und Überzuckerung. Sie geben dem Diabetiker Sicherheit und können täglich Leben retten.

Signalhunde

Signalhunde zeigen stark schwerhörigen Menschen Geräusche an und führen sie zu den Geräuschen.

Epilepsiewarnhunde

Epi Hunde warnen einige Minuten vor einem fokalen Anfall, so dass der Epileptiker sich setzen kann um Stürze während des Anfalls zu vermeiden.

Epilepsieanzeigehunde

Diese Hunde helfen Menschen mit primär generalisierten Anfällen. Sie holen bei einem Anfall Hilfe, klingeln an einer Glocke oder drücken den Notfallknopf, holen Medikamente für die Hilfsperson und bleiben nach dem Anfall beim Epileptiker.

Autismushunde

Autismushunde erlernen Aufgaben um das Leben eines Autisten zu erleichtern z.B. beruhigen sie in Menschenmengen und geben Bescheid, wenn das Kind weg läuft.

Asthmawarnhunde

Asthmawarnhunde zeigen Asthamanfälle an, damit der betroffene Massnahmen ergreifen kann, damit sich der Anfall nicht verschlimmert.

Medizinische Warnhunde / Anzeigehunde

Diese Hunde helfen bei verschiedenen Erkrankungen wie Narkolepsie, Addison und Herzerkrankungen und verständigen im Notfall Hilfe

Allergieanzeigehunde

Diese Hunde zeigen den Allergieauslöser rechtzeitig an.

Schlaganfallwarnhunde

Schlaganfallwarnhunde helfen Schlaganfälle zu erkennen und rechtzeitig Hilfe zu holen.

FAS – Assistenzhunde

Diese Hunde helfen Kindern, die vom FAS Syndrom betroffen sind. Sie beruhigen sie bei Reizüberflutung, führen sie in der Öffentlichkeit zu Ausgängen und an sichere Orte.

Demenz-Assistenzhunde

Demenzhunde unterstützen einen Angehörigen eines Demenzkranken, der Zuhause lebt. Sie schenken dem Demenzkranken Wärme und Nähe und alarmieren, wenn der Erkrankte die Wohnung verlässt.

Empfehlenswerte Literatur zum Assistenzhund

Besuchs-Streichelhund

Ein Besuchs-Streichelhund ist ein Hund, der durch das sich Streicheln lassen Abwechslung in den Alltag des Streichelnden bringt und so für mehr Lebensfreude sorgt. Ein solcher Hund sorgt für Harmonie im Unternehmen und verbessert das Arbeitsklima.

Ausbildungsinhalte

Vor der Ausbildung muss ein Eignungstest absolviert werden (71€). Die Ausbildung kostet 684€. Die Nachprüfung in 2 Jahren schlägt mit je 100€ zu Buche.

Insgesamt finden 6 Ausbildungstage plus Prüfung statt.

Inhalte Block 1

1. Tag: praktisches Training: Beziehungsarbeit und Leinenführigkeit, sowie „Lernverhalten in Theorie“ und Praxis, Kontaktaufnahme, Berühren und Streicheln durch fremde Menschen, Frustrationstoleranz (beinhaltet unter anderem liegen bleiben auf einem zugewiesenem Platz), Apportiertraining, Kunststücke, 4h

2. Tag: praktisches Training: Fortsetzung/ Festigung des ersten Tages, Dauer ca 4h

3. Tag: Theorie „Körpersprache und Kommunikation“ und „Alltag mit Hund“, 8h inkl Pause (Marc Lindhorst) im Bürgerhaus Kronshagen

Inhalte Block 2

Wiederholung und Vertiefung von Block 1, insgesamt 2 Tage á 3 Zeitstunden

Prüfungsvorbereitung, 1 Tag, 2 Zeitstunden

Prüfung

1 Tag, Abnahme durch Carolin Möller und Frau Monika Fiebig, Ausstellung eines Zertifikats mit einer Gültigkeit von 2 Jahren, danach Verlängerung möglich

Teilnehmeranzahl: 5-8 Teams, Betreuung durch 1- 2 Trainer

Die Prüfungsvoraussetzungen können auf Wunsch per Post versendet werden.

Am Ende der Ausbildung wird zur Prüfung ein Zertifikat ausgestellt, dass ab Ausstellungsdatum 2 Jahre Gültigkeit hat. WIr halten es für sinnvoll, die Therapiebegleithundeteams nach 2 Jahren zu überprüfen- um eine Überforderung der Hunde zu vermeiden und einen Standart zu halten, der für diese Arbeit unerläßlich ist.

Notwendige Charaktereigenschaften

  • Der Hund lässt sich gerne streicheln und berühren
  • liebenswürdig
  • sozial sicher
  • Zeigt Interesse am Menschen

Seminarstandorte

  • Kiel
  • Bad Wimpfen

 

Achtung: Die Seminarinhalte & Kosten sind je nach Anbieter stark unterschiedlich!


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