Degenerative Myelopathien bei Hunden

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DEGENERATIVE MYELOPATHIEN

Was ist DM?

Als Degenerative Myelopathien (chronic degenerative radiculomyelopathy) fasst man eine Reihe neurologischer Erkrankungen zusammen, die das Rückenmark (griech. myelos) zerstören (Degeneration). Die Erkrankung lässt sich in zwei große Gruppen einteilen: Die jungen und die alten Hunde. Meist geht die Erkrankungen mit Bewegungsstörungen der Hinterhand einher und ist nicht schmerzhaft.

Ursächlich für die Krankheit ist wahrscheinlich eine Mutation des SOD1-Gens, aber bei bestimmten Rassen, z.B. dem Hovawart, weiß man schon heute, dass dieses Gen nicht alleine Ursache für den Ausbruch der Krankheit ist. Beim Aussie liegt wahrscheinlich ebenfalls eine polygene Vererbung vor: Aber da hier zu wenig Daten vorliegen, ist dies nur eine Vermutung.

Ältere Hunde

Die Degenerative Myelopathie ist bei älteren Hunden hauptsächlich beim Schäferhund sehr verbreitet. Die Krankheit beginnt mit etwa 5 Jahren (andere Quellen scheinen 8 Jahre). Die Ursache ist eine Mutation des SOD1-Gens, wobei die Forschung schon herausgefunden hat, dass das Gen bei Hovawarten nicht alleine die Ursache ist. Die Erkrankung ist durch eine Degeneration des Myelinsim Brust- und Lendenteil des Rückenmarks gekennzeichnet. Dadurch entwickeln sich allmählich unkoordinierte Bewegungen der Hinterhand, eine gestörte Eigenwahrnehmung und gestörte Reflexe. Die Erkrankung ist nicht schmerzhaft. Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, sind irgendwann auch die Vorderläufe betroffen und es kommt zu Lähmungen.

Die Diagnose wird meist nach dem Ausschlussverfahren gestellt, da sie nur durch eine Autopsie sicher festgestellt werden kann. Vor allem ein Bandscheibenvorfall und eine Fibrokartilaginöse Embolie (beide treten akut auf), Cauda-equina-Syndrom und Wobbler-Syndrom (Röntgen,Myelografie) und schließlich Tumoren des Rückenmarks müssen ausgeschlossen werden. Durch eine Magnetresonanztomographie, die in der Tiermedizin aber nur selten Anwendung findet, kann man einen erhöhten Proteingehalt im Rückenmark feststellen, so dass die Diagnose als sicher angenommen wird. Typisch und für die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wichtig, verläuft degenerative Myelopathie schmerzlos.

Junghunde

Bei Junghunden bricht die Erkrankung nur sehr selten aus. Die Erkrankung kann man nicht therapieren und die Prognosen sind sehr schlecht. Bei der Diagnose müssen angeborene Fehlbildungen des Rückenmarks und infektiöse Krankheiten ausgeschlossen werden.

Wie betroffen ist der Aussie?

Die OFFA hat eine Statistik veröffentlicht, in der 41 Aussies getestet wurden. Dabei wurden 18 freie (44%), 9 Träger (22%) und 14 betroffene Hunde (34%) ausgewertet. Natürlich ist diese Statistik nicht unbedingt aussagekräftig, da die Anzahl der getesteten Hunde gering ist, aber eine Tendenz lässt sich dennoch erkennen. Weiterhin belegt diese Tendenz eine Studie von Aussie.de bei der 180 Ausziehalter teilgenommen haben. Das Ergebnis dieser Studie ist, dass 30% der Teilnehmer Aussie mit einem oder zwei Kopien diese Allels haben. Jeder Züchter sollte deshalb seine Hunde testen lassen.

Symptome & Behandlung

Als Symptom treten wegknickende Hinterhand bzw. umkoordinierte Bewegungen der Hinterhand auf, oft gepaart mit gestörter Eigenwahrnehmung und gestörten Reflexen. Die Krankheit ist immer schmerzfrei. Mittels Physiotherapie, täglichem Laufen oder Schwimmen kann versucht werden, den Muskelschwund aufzuhalten.

Behandlungsversuche wurden mit Prednisolon, Aminocapronsäure, N-Acetylcystein, Vitamin E, Vitamin C und Vitamin B-Komplex durchgeführt. Alle Medikationen zeigen nach einer aktuellen Studie keine erhöhte Wirksamkeit gegenüber der Physiotherapie und konnten den Krankheitsverlauf nicht aufhalten. Die Prognose ist daher schlecht und oftmals bleibt nur die Einschläferung, um dem erkrankten Tier unnötiges Leiden zu ersparen.

Vererbung – Gentypen

Inzwischen gibt es die Möglichkeit eines Gentestes, auch bei uns in Deutschland. Hier eine kurze Erläuterung der drei Genotypen (Quelle: Laboklin):

Genotyp N/N – homozygot [reinerbig] gesund

Dieser Hund trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an DM zu erkranken. Er kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben

Genotyp N/DM – heterozygoter [mischerbiger] Träger

Dieser Hund trägt eine Kopie des mutierten Gens. Er hat ein extrem geringes Risiko an DM zu erkranken, kann die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an seine Nachkommen weitergeben. Ein solcher Hund sollte nur mit einem DM mutationsfreien Hund verpaart werden.

Genotyp DM/DM – homozygot [reinerbig] betroffen

Dieser Hund trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an DM zu erkranken. Er wird die Mutation zu 100% an seine Nachkommen weitergeben und sollte nur mit einem DM Mutationsfreien Hund verpaart werden.

Aktueller Erkenntnisstand

Die Vererbung ist wahrscheinlich autosomal rezessiv, da nicht alle betroffenen Tiere auch erkranken.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft, sollte man Träger nicht von der Zucht ausschließen, da dies vermutlich zu weiteren Problemen führen könnte, da der Genpool dann zu klein wird und einige Linie ganz aussterben würden.


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