Canines Herpesvirus Typ 1

...übrigens, wir haben Welpen...

Welpen-TV: Live!

Canines Herpesvirus Typ 1

Was ist das Canine Herpesvirus Typ 1?

Das Canine Herpesvirus Typ 1 ist ein Herpes Virus das speziell den Hund befällt. Herpes Viren sind für jede Tierart spezifisch, d.h. der Hund kann sich z.B. nicht beim Menschen anstecken.

Besonders gefährlich ist das Virus, wenn eine erkrankte Hündin trächtig ist und Welpen zur Welt bringt. Der Canine Herpes Virus ist der Hauptgrund für plötzliches Welpensterben kurz nach der Geburt oder für sehr kleine Würfe oft auch mit Todgeburten.

Symptome & Ansteckung

Hunde stecken sich über den Kontakt durch Schnüffeln und Belecken mit anderen Hunden an, z.B. in der Hundeschule auf Hundeplätzchen, oder ganz einfach über die Kontaktaufnahme beim Deckakt.

Der Erreger wird hauptsächlich über die Schleimhäute in Maul- und Nasengegend übertragen – und nicht wie häufig fälschlicherweise angenommen wird über die Schleimhäute an den Geschlechtsorganen: Das Virus kann viel einfacher über die Atemwege in den Organismus eindringen.

Ist ein Hund erst einmal infiziert, ist er lebenslang Träger des Virus.

Verbreitung

Häufung vom Caninen Herpes Virus in Hundezuchten:

  • Großbritannien: 76 bis 88% (Truyen et.al 2005)
  • Niederlande: 39,3% (Rijsewijk 1999)
  • Frankreich: 30,6% (Guigal 2001)
  • Deutschland: 30% (Truyen,Manteufel,Wilhelm2005)

Die Infektion geht meist unbemerkt vorüber: Manchmal zeigen die Hunde leichte Erkältungssymptome wie leichter Schnupfen (Nasenausfluss) und Husten.

Ansonsten macht das Virus dem erwachsenen Hund keine großen Probleme und ist für den einzelnen Hund nicht sonderlich gefährlich. Das Problem an diesem Virus – und das macht ihn so heimtückisch – ist aber seine Möglichkeit, sich in die Nervenganglien zurückzieht und dort unsichtbar (inaktiv) und nicht nachweisbar zu verbleiben. Erst wenn der Hund wieder unter Stress (Schwächung des Immunsystems, Sekundärinfektionen, Hormonänderungen bspw. durch die Trächtigkeit) leidet, kommt das Virus wieder zum Vorschein und sucht sich einen neuen Wirt.

Das Virus hat also Ruhe- und Aktivitätsphasen, in denen sich das Virus weiter vermehrt oder in denen es unauffällig im Wirt weiterlebt.

Behandlung & Vorbeugung

Leider lässt sich das Canine Herpes Virus nicht behandeln und auch nicht dagegen vorbeugen.

Es gibt eine Impfung, die trächtigen Hündinnen verabreicht werden kann. Aber eigentlich ist der Begriff Impfung nicht korrekt, da Laien vermuten würden, dass die Impfung verhindern würde, dass der Hund sich mit dem Erreger ansteckt, wie es zum Beispiel bei Staupe und anderen Krankheiten der Fall ist. Dem ist nicht so: Der Hund steckt sicher weiterhin an/bleibt weiterhin erkrankt aber durch die hohe Anzahl an Antikörpern, die er durch die Impfung erhalten hat, ist sein Nachwuchs mit geschützt. Die Impfung verhindert aber nicht, dass der Hund weitere Hunde ansteckt!

Theoretisch ist es möglich durch vorbeugendes Desinfizieren des Wurfbereichs den Virus zu bekämpfen/abzutöten. Das könnte, wenn man alle Viren erwischt, eine Neuinfektion abwenden. Aber wenn ein Hund bereits erkrankt ist, wird das Desinfizieren nicht helfen.

Herpes und tragende Hündinnen und die Gefahren

Wenn eine mit Herpes infizierte Hündin tragend wird, ist dies mit großen Gefahren für die Welpen verbunden. Dabei kann ein unüblich kleiner Wurf geboren werden, da einige Welpen bereits im Mutterleib absorbiert wurden. Aber es kann auch ein Wurf mit normaler Welpenanzahl zur Welt kommen.

Die Welpen werden bereits über die Gebärmutter, oder über die Geburt oder spätestens über das Lecken der Mutterhündin nach der Geburt infiziert.

Anfangs wirkt die kleine Familie noch sehr zufrieden, aber etwa 1 Woche später, hören die Welpen auf Nahrung aufzunehmen, jammern und wimmern und werden immer schwächer. Der Kot kann gelblich-grün und verweichlicht sein. Die jungen Welpen haben eine stark angeschwollene Leber und Bauchschmerzen, was sich meist durch eine stark gerötete Bauchdecke äußert. Das letzet Stadium der Krankheit ist Atemnot und Störungen im Nervensystem, an denen die Welpen innerhalb von 1-2 Tagen unter starken Schmerzen versterben.

Weitere Symptome

Folgende Symptome treten innerhalb von 24 bis 76 Stunden nach der Geburt auf:

  • Schwäche, Saugunlust, anhaltendes Wimmern
  • Gewichtsabnahme
  • punktförmige Blutungen auf Schleimhäuten
  • blutiger Durchfall
  • Erbrechen
  • Schmerzhafter Bauch
  • Atemnot durch Mangel an roten Blutkörperchen

Herpes Impfung für trächtige Hündinnen

Zunächst ist zu unterscheiden, ob eine Hündin bereits mit dem Herpes Virus infiziert ist (Sero positiv) oder noch nicht infiziert ist bzw. es im Moment nicht nachweisbar ist (Sero negativ).

Den Nachweis kann eine Titerbestimmung über eine Blutabnahme erbringen. Das Problem bei einer Sero negativen Hündin ist allerdings, dass man nicht sicher sagen kann, dass sie sich nicht infiziert hat. Es kann auch sein, dass der Virus im Moment inaktiv in den Nervenganglien liegt und deshalb nicht nachweisbar ist.

Als Impfung wird ein Paramunitätsinducer: Zylexis® (früher Baypamun®) mit dem Wirkstoff: inaktiviertes Ovines Parapoxvirus (pockenähnlich, Lippengrind Schaf) verwendet. Das Medikament heißt Eurican Herpes 205. Diese Substanz steigert die eigene Immunabwehr und wurde an 180 Hündinnen mit 500 Geburten erprobt. Soweit sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Impfintervalle

Es sind zwei Impfungen notwendig. Die erste Impfung sollte

  • während der Läufigkeit oder 7-10 Tage nach der Deckung erfolgen.

Die 2 Impfung sollte

  • 1-2 Wochen vor der Geburt erfolgen,

damit eine kontinuierliche Antikörperzahl auch nach der Geburt noch gewährleistet ist.

Sero Positive Hündinnen

Bei einer sero positiven Hündin hatte diese bereits Kontakt mit dem Herpes Virus und hat Antikörper gebildet. Da das Virus sich aber in die Nervenganglien zurück zieht, sind nicht immer Antikörper in ausreichender Zahl vorhanden. Diese werden erst dann wieder gebildet, wenn das Virus wieder aktiv wird.

Die Antikörper schützen auch die Welpen. Das Problem ist aber, dass man nicht genau weiß, wann der Hund sich infiziert hat oder wann der Virus wieder aktiv wurde und wie viele Antikörper bis dahin gebildet wurden: Die Antikörperbildung benötigt meist mehrere Wochen, bis eine ausreichende Anzahl Antikörper vorhanden ist.

Es ist deshalb auf jeden Fall sinnvoll Sero positive Hündinnen zu impfen, um die eigenen Antikörper zu boostern, d.h. die Antikörperanzahl zu verstärken und hoch zu halten.

Sero positive Hündinnen müssen bei jeder Trächtigkeit geimpft werden! Hat man eine positive Hündin, kann man auch davon ausgehen, dass der ganze Bestand betroffen ist. Deshalb sollte man jede Hündin, die Welpen bekommen soll, nach dem oben genannten Schema impfen.

Sero negative Hündinnen

Sero negative Hündinnen hatten vermutlich noch keinen Kontakt mit dem Virus oder das Virus befindet sich zur Zeit in der Ruhephase. Diese Hunde besitzen keine oder nur sehr wenige Antikörper gegen den Virus.

Wenn sich die Hündin während der Trächtigkeit ansteckt, werden die Welpen im Mutterleib infiziert und es kommt zum Absterben der Welpen z.B. durch

  • Fruchtresorption vor Tag 35 oder
  • Aborte nach Tag 35.

Wenn die Mutter bereits infiziert ist und der Virus durch die Hormonumstellung wieder aktiv wird, werden die Welpen meist während der Geburt oder innerhalb von 2-3 Wochen infiziert. Es kommt dann zu

  • lebensschwachen Welpen und
  • Absterben ganzer Würfe.

Werden die Welpen z.B. durch andere Rudelmitglieder erst ab der 3 Woche infiziert, steigt ihre Überlebenschance.

Sero negative Hündinnen sollten auf jeden Fall geimpft werden, wenn ein Herpesfall im Bestand oder im Bestand des Deckpartners aufgetreten, da eine Ansteckung während der Trächtigkeit der Hauptgrund für plötzliches und unerwartetes Welpensterben sind.

Infizierten Würfen ohne Impfung

Die jungen Hunde sterben an dem Herpes Virus, weil sie in den ersten Wochen ihre Körpertemperatur noch nicht selbstständig regeln können und die Welpen „Untertemperatur“ (etwa 34°C bis 36°C) haben: Diese Temperatur ist für den Herpes Virus optimal zur Vermehrung.

Der Züchter sollte deshalb umgehend die Temperatur des Wurflagers auf 38°C („Hot-Dogs“) erhöhen, da sich so das Virus nicht mehr weiter vermehren kann. Die Infektion wird durch die Temperaturerhöhung nicht verhindert, aber verlangsamt!

Mit ein bisschen Glück kann man die Hunde so bis zu einem Alter von 3 Wochen am Leben erhalten. Ab einem Alter von 3 Wochen können die Welpen ihre Temperatur eigenständig auf etwa 38°C halten und ihr Immunsystem kann mit dem Virus umgehen. Die Überlebenschancen der Welpen steigen stetig an und es kommt nur noch zu Husten, Schnupfen und Niesen.

Empfehlenswerte Literatur zum Thema

Weiterführende Literatur


INTERESSIERT DICH VIELLEICHT AUCH

Filter by
Post Page
INFOS BLOG
Sort by

Feedback zum Infoartikel

Wir lernen immer gerne dazu und möchten besser werden - und hilfreicher. Deshalb freuen wir uns sehr, wenn du uns ein wenig von deiner wertvollen Zeit schenken und uns eine Rückmeldung geben würdest. Wir danken dir schon vorab!

Dein Wissensdurst noch nicht gestillt?

Danke für dein Interesse! In unseren Fachbüchern haben wir noch viel mehr für dich - damit du nicht verdurstest :)

Der Australian Shepherd
Australian Shepherd Grooming
Impfung, wieso, weshalb, warum nicht
Entwurmung, wieso, weshalb, warum nicht
Kastration, eine Aufklärung

Dein Wissensdurst noch nicht gestillt?

Danke für dein Interesse! In unseren Fachbüchern haben wir noch viel mehr für dich - damit du nicht verdurstest :)

Der Australian Shepherd
Australian Shepherd Grooming
Impfung, wieso, weshalb, warum nicht
Entwurmung, wieso, weshalb, warum nicht
Kastration, eine Aufklärung

Dein Wissensdurst noch nicht gestillt?

Danke für dein Interesse! In unseren Fachbüchern haben wir noch viel mehr für dich - damit du nicht verdurstest :)

Der Australian Shepherd
Australian Shepherd Grooming
Impfung, wieso, weshalb, warum nicht
Entwurmung, wieso, weshalb, warum nicht
Kastration, eine Aufklärung

Dein Wissensdurst noch nicht gestillt?

Danke für dein Interesse! In unseren Fachbüchern haben wir noch viel mehr für dich - damit du nicht verdurstest :)

Der Australian Shepherd
Australian Shepherd Grooming
Impfung, wieso, weshalb, warum nicht
Entwurmung, wieso, weshalb, warum nicht
Kastration, eine Aufklärung