Giardien – Dünndarm Parasiten

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Giardien – Dünndarm Parasiten

Was sind Giardien?

Giardien sind hartnäckige, mikroskopisch kleine Dünndarm Parasiten (Giardia intestinalis). Sie stellen nicht nur für Säugetiere, Vögel & Reptilien eine Gefahr dar, sondern sind auch für den Menschen gefährlich. Die birnenförmigen Erreger lassen sich durch 2 Kerne erkennen, die wie ein Augenpaar aussehen und haften sich mit ihrer Bauchhaftscheibe an der Darmwand fest, um sich dort millionenfach zu vermehren.

Giardien sind hochinfektiös und werden paarweise in einer schützenden Hülle über den Kot ausgeschieden. Durch diese schützende Hülle sind die Einzeller mehrere Wochen geschützt und können über verschmutztes Gewässer oder Nahrung in ihren neuen Wirt gelangen. Sie bleiben auf feuchten Böden bis zu sieben Wochen lang infektiös, in 4°C kaltem Wasser sogar bis zu drei Monate.

Viele Lebewesen, darunter auch Menschen, beherbergen in ihrem Darm Giardien und scheiden sie über ihren Kot aus – fühlen sich dabei aber nicht krank. Andere leiden an Übelkeit, Bauchschmerzen & Durchfall.

Giardien

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Symptome

Symptome treten vor allem bei Welpen oder Hunden mit geschwächtem Immunsystem auf. Ein typisches Anzeichen für Giardien ist starker, wiederkehrender Durchfall. Manchmal ist der Kot blutig, schaumig oder schleimig.

Vorallem junge Hunde erbrechen, verlieren dadurch an Gewicht und es kann auch zu Wachstumsstörungen und Hautentzündungen kommen. Meist haben diese Tiere auch ein mattes & stumpfes Fell und Appetitlosigkeit tritt ebenfalls auf.

Giardien Kot

Ansteckungsgefahr

Die Hunde stecken sich über den infizierten Kot, besiedeltes Wasser oder Nahrung, sowie den Kontakt zu erkrankten Hunden mit Giardien an – zum Beispiel, indem sie infizierte Hunde ablecken. Vermutlich reicht die Aufnahme von 10 Zysten bereits aus, um den Hund zu infizieren. Beim Hund herrschen die hundespezifischen Genotypen D und C vor, manchmal findet man aber auch den Gentyp A, der auch für den Menschen gefährlich ist (nur bei etwa 2–7 % der Giardien-positiven Hunde wurde der Gentyp A nachgewiesen).

Der Kot junger Hunde ist besonders infektiös, da er in der Regel große Mengen an Giardien-Zysten enthält. Erkrankte Tiere scheiden bis zu 107 Zysten pro Gramm Kot aus.Diese bleiben zum Teil auch in der Analregion im Fell kleben, so dass es auch zu einer ständigen Infektionswiederholung (Reinfektion) des gleichen Tieres beim Belecken kommt. Die Präpatenz – der Zeitraum von der Infektion bis zur ersten Ausscheidung der Zysten – beträgt 4 bis 15 Tage.

Diagnose

Nach der Allgemeinuntersuchung des Hundes überprüft der Tierarzt mit Hilfe von Schnelltests oder dem sogenannten ELISA Labortest den Kot des Hundes, um die Giardien nachzuweisen. Bei manchen Fällen entnimmt der Tierarzt bei einer Darmspiegelung Flüssigkeit aus dem Zwölffingerdarm. Modernere Verfahren sind der Koproantigentest, bei dem ein Giardien-spezifisches Antigen (GSA65) nachgewiesen wird, sowie der DNA-Erregernachweis mittels Polymerase-Kettenreaktion.

Eine aktuelle deutsche Studie an Kotproben von 24.677 Hunden zeigte eine Befallshäufigkeit von 18,6 %, womit Giardia intestinalis der mit Abstand häufigste Endoparasit überhaupt war.

Behandlung & Vorbeugung

Giardien werden mit speziellen Wurmkuren mit den Inhaltstoffen Fenbendazol,  Metronidazol oder Febantel behandelt. Geeignet ist z.B. die Wurmkur Panacur oder Drontal flavor Plus. Der Hund wird in der Regel mehrere Tage behandelt und meist muss die Wurmkur 2-3 Wochen später noch einmal wiederholt werden. Leben mehrere Tiere im Haushalt müssen alle Tiere behandelt werden, um eine Neuinfektion zu vermeiden!

Der Hund sollte während der Behandlung kohlenhydratarmes Futter ohne Milchprodukte bekommen. Um eine erneute Infektion zu vermeiden, müssen strikte Hygienevorschriften eingehalten werden, dazu gehört den Kot einsammeln und im Hausmüll entsorgen. Liegeplätze, Spielzeug & Näpfe sollten desinfiziert werde (über 60°C waschen), der Hund sollte bspw. durch vermehrtes Baden gründlich gereinigt und Hände gewaschen werden, nachdem man den Hund gestreichelt hat.

Bei Spaziergängen sollte der Hund von Spielplätzen & Sandkästen ferngehalten werden, um Kinder nicht zu gefährden sich mit dem Giardien Typ A anzustecken.

In den USA ist ein Impfstoff gegen die Giardiose verfügbar (GiardiaVax®).

Folgenden Therapien werden empfohlen:.

Panacur

Zur Giardiosetherapie ist in Deutschland beim Hund nur Fenbendazol
(z. B. Panacur® Fa. Intervet) zugelassen (wobei wenn man etwas googelt findet man noch weitere Medikamente, aber hauptsächlich wird (leider) erst Mal Panacur verschrieben).

Dosierung:
Hund / Katze: Fenbendazol
50 mg/kg/Tag p.o. an (3 –) 5 aufeinander folgenden Tagen dann je nach Tierarztmeinung zwischen 3-10 Tage Pause (die Packungsbeilage empfiehlt 10 Tage Pause) und dann erneute Panacurbehandlung. Kosten ca. 80€.

Wirksam sind auch:
Hund: Febantel/Pyrantelembonat/Praziquantel (Drontal flavor Plus®) 1⁄2 Tablette/5 kg KG/Tag p.o. an 2 aufeinander folgenden Tagen.

Hund / Katze: Metronidazol 12,5 – 25 mg/kg KG 2x täglich p.o. an 5 aufeinander folgenden Tagen

Kontrolluntersuchung 5 – 7 Tage nach Therapieende. Wiederholte Behandlungen je nach klinischem Bild und Ergebnis der Kontrolluntersuchung.

 

Metrodinazol

Aus Erfahrungen im Bekanntenkreis gibt es noch ein Antibiotikum namens Metrodinazol, dieses wird von den Erregern selber zu Zwischenprodukten umgebaut, welche die DNA des Erregers schädigen und so eine „Fortpflanzung“ / Zellteilung verhindern. Es verhindert also die Vermehrung des Erregers. Explizit wird erwähnt, dass es die Giardien aber nicht abtötet, deshalb darf der Hund keine Kohlenhydrate während der Behandlung zu sich nehmen, damit die Giardien „verhungern“. Diese Behandlung kostet 2,60€, ja ihr habt richtig gelesen!

Dosierung:
25-65mg /kg 1 Mal täglich 5 Tage hintereinander

Es darf aber nicht bei tragenden oder laktierenden Tieren und auch nicht bei ZNS & Lebererkrankungen angewendet werden.

Ich persönlich würde sofort zu diesem Antibiotikum greifen, da es offenbar besser / für mich logischer wirkt, günstiger ist und der Hund keinen Durchfall hat!

Spartrix

Es gibt offenbar auch Giardien Stämme, die sowohl gegen Panacur als auch Metrodinazol bereits immun sind und Resistenzen ausgebildet haben, dann kann man das Medikament Spartrix (Wirkstoff Carnidazol) verwenden


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