Josie & Lennox Welpen: Sky beuschen

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Josie & Lennox Welpen: Sky beuschen

Vor ein paar Tagen bzw das ist jetzt bestimmt schon wieder 1 Woche her, war ich Sky in Oberhausen besuchen. Grund war das Verhalten im Video. Offenbar war Sky der Meinung sein Frauchen immer und immer wieder durch Bellen zu irgendetwas auffordern zu müssen.

Nun ja lange Rede kurzer Sinn…also hab ich mich ins Auto gesetzt, um Sky mal persönlich einen Besuch abzustatten und mir das Problem mal vor Ort anzuschauen. Präsentiert bekommen habe ich einen hübschen Junghund, der mir im Treppenhaus schon entgegen kam und mich freundlich bis ganz nach oben begleitete. Kein Springen und kein Anbellen – schon mal top!

In der Wohnung zeigte er dann sein wahres Talent und fing gleich an den Müllsack zu inspizieren und seine Näpfe auszulutschen, nach dem Motto: Komm Frauchen ich hab Hunger, wie sieht es aus ;-). Er zeigte also durchaus ein aufforderndes, manipulierendes Verhalten, auf das wir bewusste nicht eingingen, um zu testen, ob er wieder anfängt zu bellen. Aber ich muss sagen, während meines Besuches hat er keinen Muxxer von sich gegeben.

Das Müllsackproblem / das Ausräumen des Müllsackes lässt sich übrigens ganz einfach verhindern, in dem man den Sack hochlegt 🙂 Und den Kühlschrank auf Augenhöhe des Hundes ist auch nicht unbedingt optimal, vor allem dann, wenn man schon mal vergisst ihn zu schließen *lach*.

Was mir besonders positiv auffiel, war, dass er mit seinen 4 Monaten schon gut ohne Box alleine bleiben konnte (und auch schon verdammt stubenrein war – zum Ende meines Besuches zeigte er durch Sitzen an der Tür an, dass er dann vllt doch mal müsste) und auch gut zur Ruhe kam. Wenn das Frauchen das Zimmer verließ, um in die Küche zu gehen, hat er brav an der Tür gewartet ohne Radau zu machen – sehr gut.

Leider hat das Frauchen ihm irgendwelche dubiosen Ohrentropfen verabreicht, die versprechen die Ohren zu reinigen. Sky hatte aber keine Milben oder keine Entzündung, dafür jetzt aber extreme Panik allein schon nur vor dem Fläschchen und dem Berühren seiner Ohren.

Also verbrachten wir eine recht lange Zeit damit seine Ohren anzufassen und mit Leckerlis positiv zu bestärken. Der nächste Schritt bestand dann darin vorsichtig die Ohren mit Wattestäbchen zu reinigen, aber auch die waren ihm nicht ganz geheuer… Ziel war es also das Ohr anzufassen, ohne, dass er in Panik geriet und bei ruhigem Verhalten ihn positiv zu bestärken, auch wenn das am Anfang bedeutete, dass ich sein Ohr so lange festhielt, bis er mit dem Geschrei und dem Gezappel aufhörte. So lernt der Hund, dass er mit Rumschreien, Beissen und Zappeln nicht an sein Ziel kommt, sondern, dass ich erst loslasse, wenn er ruhig ist. Auch wenn Sky zur Zeit keine Parasiten in den Ohren hat, halte ich es dennoch für sinnvoll den Hund darauf zu trainieren, sich Maul, Ohren, Pfoten und Geschlechtsteile anfassen zu lassen, damit ein Tierarzt einen einfacheren Job hat und der Hund keinen Stress

Da Sky mit der Pflege seiner Ohren schon so Probleme hatte, wollte ich auch testen, was er vom Bürsten hielt. Typisch Junghund biss er ein oder zweimal in die Bürste, aber mit ausreichender Leckerli Zufuhr, ließ er das Bürsten über sich ergehen. 

Weiter ging es dann nach einer kurzen Pause mit der Inspektion der „Hundehütte“, in dem wir erstmal alle Spielsachen und Kauknochen entfernten, da Sky ja offenbar meinte, er wäre der Chef des Rudels, daher alle Ressourcen weg und gemeinsames Spiel mit dem Frauchen und Herrchen fördern. Außerdem der Hinweis ihm bloß nicht zu zeigen, dass man am Balkongitter hochhüpfen kann, denn dann springen die Hunde schnell darüber und beim gefühlten 5000 Stock geht das nicht gut aus…

Frauchen besaß so einen coolen Futterbeutel und sie wollte wissen, wie sie damit mit Sky arbeiten kann. Erfreulicherweise apportiert Sky schon sehr gut, daher hat er schnell begriffen, dass er den Beutel ins Maul nehmen und ihn tragen soll. Wir präparierten den Beutel also mit leckerer Wurst und wedelten damit auf dem Boden herum, um den Beutel für Sky interessant zu machen. Das erste Mal klappte gut und er brachte den Beutel zu mir, woraufhin ich ihn sofort mit einem Leckerli auf dem Beutel belohnte (und natürlich verbal auch jeden Schritt wie z.B. Beutel ins Maul nehmen, der ihn zum Ziel führte). Sky ist aber nicht von schlechten Eltern, so dass er beim 2 Mal schon versuchte den Beutel selbstständig zu öffnen…also hab ich versucht ihn durch eine mega mässige Party dazu zu bewegen, den Beutel nicht zu zerstören, sondern mir zu bringen. Der Versuch war erfolgreich ;-). Eine Schleppleine (die aber nicht griffbereit war) würde in so einem Fall Abhilfe schaffen, weil der Hund mit seiner Beute nicht entwischen kann. 

Zwischendurch spielten wir dann Fangen mit Sky, da er sich die Wattestäbchen aus der „Ohrübung“ vom Sideboard geklaut hatte…*lach*.

Als nächstes wollte Sky’s Frauchen wissen, wie sie den Hund auf eine Pfeife konditioniert. Eigentlich ganz einfach, Hund vor sich hinsetzen, pfeifen und Leckerli rein. Diese Übung wiederholten wir 3 Mal, nun wusste Sky, dass es beim Ertönen des Pfiffes etwas Fressbares abzustauben gab. Der nächste Schritt bestand darin, dass ich Sky von seiner Halterin ablenkte (denn so ein Aussie ist ja nicht doof und bettelt ab sofort non stop bei seinem Halter) und sein Frauchen hatte den Auftrag ihn zu rufen und sobald er sich umdrehte und auf dem Weg zu ihr war, sollte sie pfeifen und ihn dann belohnen. Sky hatte super schnell verstanden, wie das Spielchen mit der Pfeife funktionierte ;-). Ab sofort wird das Pfeifen also quer durch die Wohnung geübt (dann natürlich ohne Rufen und nur noch mit Pfiff), um dann später auch draußen einen Hund zu haben, der erfolgreich zurück kommt (Theoretisch :D). 

Bei all der Konzentration und Übung zeigte ich wie man einen Aussie auch ohne viel Aktion beschäftigen kann. Zunächst brachten wir ihm bei, dass Futter immer meins ist, da er automatisch meinte, dass er an den Napf dürfte, den ich in der Hand hielt. Also Futter auf den Boden gelegt und sobald er ran wollte, schnell mit der Hand das Futter abdecken und ein Unterlassungssignal geben z.B. „Nein“ oder „Lass es“. Wir haben in diesem Fall „Lass es“ genommen, weil „Nein“ schon zu abgenutzt war. Sobald Sky dann vom Futter abließ haben wir ihn belohnt. Nach 3 Wiederholungen hatte er verstanden. Als nächstes kullerten wir spielerisch Futter über den Boden und ließen ihn suchen. Offenbar bereitete, dass Spiel nicht nur meinen Hunden Freude, sondern auch ihm. Stufe 2 dieses Spieles bestand dann, darin das Futter zu verstecken und mit ihm gemeinsam zu suchen, in dem wir ihn immer wieder aufforderten seine Nase einzusetzen und ihm bei allzu großer Verzweiflung durch Zeigegesten andeuteten, wo er suchen muss. 

Nachdem wir dann ein paar grundlegende Dinge trainiert hatten und ich Sky’s Verhalten besser beurteilen konnte, wollte ich mich noch mal dem Bellproblem widmen, wobei sich jetzt zeigte, dass er das nicht den ganzen Tag über tat (was ich ursprünglich angenommen hatte), sondern offenbar nur ab und zu bzw. dann wenn er selbst überfordert war.

Nun ja so langsam kristallisierte sich heraus, dass Herrchen es besonders lustig fand den Hund anzubellen und sich dann daran erfreute, wenn er zurück bellte. *kopf tisch* Lach dann ist es natürlich kein Wundern, wenn Sky der Meinung ist, dass Bellen eine akzeptable Lautäußerung ist. Also in gewisser Weise selber Schuld…Naja aber wir wollten sein Verhalten ja korrigieren, deshalb brauchte ich so genannte „Trainings Disks“ mit. Das sind mehrere Metallscheiben an einem Art Schlüsselbund befestigt. Ich wollte also die Scheiben nutzen, um sein Verhalten also das Bellen zu unterbrechen und ihm dann ein Alternativ Verhalten anbieten. Tja nur so weit kam es gar nicht. Ich warf die Scheiben auf den Boden, um zu sehen, wie er auf das Klirren reagiert und was sah ich da…Sky stürmte voller Freude den Scheiben hinterher, um sie mir freudestrahlend zu apportieren. So viel also zu meinem Plan…Kurze Zeit später erfuhr ich dann auch warum Sky die Scheiben liebte. Er spielt nämlich gerne mit dem Schlüsselbund und ist deshalb mi dem Klirren bestens vertraut.

Naja aber ich denke das Prinzip ist theoretisch klar, wie man den Hund bei unerwünschtem Verhalten unterbrechen kann.
Bitte wendet euch in so einem Fall an einen geschulten ausgebildeten Trainer und experimentiert nicht alleine herum, denn das Timing der „Bestrafung“ muss explizit passen, sonst tretet ihr euch noch mehr Probleme ein. Außerdem ist Sky hier ein gutes Beispiel, denn er findet die Trainings Disks super und der nächste Schritt ihm eine Dusche mit einer Wasserflasche zu verpassen, interessiert ihn auch nicht mehr groß, so hat ein Trainer keine großartige Chance mehr den Hund zu korrigieren, daher bitte diese Mittel nicht selbstständig einsetzen. Danke!
Ich riet in diesem Fall jetzt also erstmal dazu den Hund jedes Mal, wenn er bellte (unter anderem auch beim Spiel mit anderen Hunden) aus dem Spiel zu nehmen und ihn pausieren zu lassen und in Sky’s Fall würde ich vermutlich nicht mit dem Hund diskutieren (indem ich immer wieder „Nein“ und „Lass es“ Rufe, denn das ist für den Hund wie mitbellen). Sondern ich würde aufstehen und das Zimmer verlassen und ihn doof stehen lassen. In der Hoffnung, dass er merkt, dass sein Bellen zu absoluter Ignoranz führt. 

Und vor allem aufhören den Hund anzubellen und das super zu finden ;-). 

Da Sky jetzt ziemlich k.o. war setzen wir ihn in seine Hundebox, da ich sehen wollte, wie gut das klappt. So lange man im Raum ist klappte es sehr gut, allerdings kommentierte er dann unsere Abwesenheit aus dem Schlafzimmer. Hier besteht also auch noch etwas Nachholbedarf (auch wenn das bei Sky eigentlich nicht nötig wäre), aber diese Übung trainiert Frust ertragen zu können und natürlich auch den Hund alleine lassen zu können, wenn man ihn z.B. nicht überall mithin nehmen kann.

Danke fürs Lesen und wie immer der Hinweis: Bitte nicht die Halter beleidigen oder als Schuldigen hinstellen, sie wussten es nicht besser und ich bin froh, dass sie sich an uns gewandt haben, so konnten wir Sky glaube ich wieder in die richtige Bahn lenken und fehlerhaftes Verhalten korrigieren. 

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