Josie & Lennox Welpen: Bear besuchen

...bald ist es so weit - wir erwarten Welpen...

Welpen-TV: Live!

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Josie & Lennox Welpen: Bear besuchen

Gestern war ich Bear und seine Familie in Mülheim besuchen um ihnen etwas Nachhilfe in der Erziehung zu geben und mir die Probleme vor allem des randalierenden Bears in der Box mal live anzuhören und auch anzuschauen.

Nachfolgend möchte ich euch beschreiben, was bisher passiert ist, bitte verurteilt die Halter nicht. Sie wussten es einfach nicht besser und jeder fängt mal klein an und lernt dazu 😉

Ich hatte nämlich letzte Woche einen verzweifelten Anruf bekommen, in dem ich nach Hilfe gefragt wurde, da Bear seit gut 3 Stunden in der Box randalierte und einfach nicht ruhig wurde. Ich hörte das arme Tier im Hintergrund bald lauter, als den eigentlichen Anrufer…Bear hatte sich inzwischen schon übergeben, weil er viel zu gestresst war, also passten wir erstmal einen Moment ab, in dem er kurz die Klappe hielt, um ihn aus der Box zu befreien und ihn erstmal außerhalb wieder runter kommen zu lassen, um einen neuen Versuch zu starten. Weiterhin stellte sich dann heraus, dass mit Bear einen Tag zuvor Autogefahren und ein ca. 1h Spaziergang unternommen wurde…Viel zu viel Aktion für so einen kleinen Zwerg, daher vermutlich auch das extreme Geschrei und die extreme Unruhe am nachfolgenden Tag.

Die nächsten Tage verbrachten wir damit per Whats App Videos auszutauschen und mit meinen Tipps und Anweisungen schaffte die Familie es, dass Bear die Hundebox besser akzeptierte und sich so langsam entspannte.

Als ich ankam, saß er brav in seiner Box und beobachtete mich, als ich reinkam. Schon mal keinen Muckser – Daumen hoch!

Ich ging dann zu seiner Box und liess ihn an meiner Hand schnuppern, als ich mich wieder entfernte hat er natürlich gleich seinen Unmut kund getan (ok Anfängerfehler ich hätte nicht zur Box gehen sollen…). Als er mal kurz nach Luft schnappte, liess der Herr des Hauses das Tierchen auf meine Anweisung hin frei. Das Timing macht es nämlich 😉

Dieser Welpe ist echt ein Rambo. Er springt einem schon jetzt fast bis zur Nase und ich muss ehrlich sagen damit habe ich gar nicht gerechnet…(bei uns war er doch so lieb *lach*). Aber wäre ja gelacht wenn wir uns von so einem Witzknubel auf der Nase rum tanzen ließen.

Auf jeden Fall hat Bear seine Familie innerhalb der 2 Wochen, in denen er jetzt dort wohnt schon gut konditioniert und im Griff 🙂 Er hat die Familie sogar soweit gebracht, dass sie sich in der eigenen Wohnung nicht mehr trauten zu bewegen, denn jegliche Bewegung wurde sofort mit heftigem Gebrüll aus der Box kommentiert…auch Gespräche waren einen Tag lang nicht möglich…

Um den Flummi ruhig zu bekommen, habe ich ihn erstmal auf den Rücken auf meinen Schoß gelegt und ihn festgehalten und erst wieder los gelassen, als er sich beruhigt hatte.

Schritt 1: Ihm zeigen, dass ich stärker bin und ihm gleichzeitig beibringen, dass er wieder Freiheit hat, wenn er ruhig bleibt. 

Schritt 2: Ihn davon abhalten auf das Sofa und am Tisch hochzuspringen. Da hat Bear’s Familie schon einen guten Ansatz gewählt, den sie sich von Cesar Millan abgeschaut haben. Durch körperliches Bedrängen, d.h. auf ihn zugehen und ihm mit den Beinen den Weg versperren, zeigte Bear sich doch recht beeindruckt und liess das Hochspringen an den Möbeln dann nach kurzer Zeit bleiben. Kleine Erinnerung meinerseits durch das etwas heftigere Herrunterziehen zeigten schnell Wirkung. Außerdem empfahl ich alles was in Welpenhöhe ist erstmal wegzuräumen, um so weniger Animation hat er, irgendwo hoch zu springen.

Schritt 3: Eine Beschäftigung finden, die ihn auslastet aber nicht wieder aufputscht, also Futter auf den Boden gekullert und ihn aufgefordert zu suchen. Nasenarbeit erfordert nämlich eine hohe Konzentration und macht schnell müde…(Bear nicht *lach*). Diese Übung kann man auch unterwegs auf der Wiese prima üben und so den Hund von der Umgebung ablenken z.B. wenn Gänse auf der Wiese sitzen oder man kann das Futter unter dem Schrank oder dem Couchtisch verstecken, so muss der Hund seine Fantasie einsetzen, um ans Futter zu kommen.

Schritt 4: Frust aushalten üben und auch lernen sich zurück zu nehmen. Ich habe dazu Futter in einer Schüssel bekommen (erstmal musste ich ihn durch wiederholtes Zurückschubsen daran hindern direkt an den Futternapf zu kommen). Sobald er auch hier verstanden hatte, dass das Futter meins ist, konnte ich Futter in meine Hand nehmen und die Hand zur Faust verschließen. Nun begann er an der Hand zu lecken und zu kratzen, aber ich öffnete die Hand erst, als er sich brav hingesetzt hatte und sich beruhigt hatte und siehe da nach 2 Übungen hatte er verstanden was ich von ihm wollte.

Schritt 5: Stubenreinheit üben. Das kann Bear schon ausgesprochen gut, er hat in den 3h in denen ich da war nicht einmal reingemacht, sondern er benutzt brav sein Stückchen Wiese, das man ihm im Innenhof parat gelegt hat. Wir haben nun noch ein Kommando zum Lösen des großen Geschäfts etabliert bzw. ich habe dazu geraten auch dafür ein Kommando zu haben, so löst der Hund sich besser an fremden Orten.

Schritt 6: Spielen. Zunächst gaben wir Bear ein Spieltau, um sich damit alleine zu beschäftigen (er malträtierte nämlich immer das Katzennest) und siehe da er blieb brav liegen und kaute auf dem Tau herum. Nach einiger Zeit nahm ich das Tau und führte es immer um meinen Körper herum, so dass Bear um mich herum das Tau jagen musste. Ziel ist es, dass er Hund das Tau nicht bekommt bzw. möglichst nicht bekommt. Natürlich muss er auch ab und an Erfolgschancen haben und das Tau erwischen, sonst spielt er nicht mehr mit. Ein kleines Zerrspiel habe ich ebenfalls mit ihm gemacht, um zu schauen, ob er mich anbellt, tat er aber nicht, sondern er zog nur wild knurrend an dem Tau, dass ich aber immer nur hin und her ruckte, aber nie los ließ, um ihn nicht gewinnen zu lassen, denn der Chef bin immer noch ich ;-).

Schritt 7: Hund ignorieren. Wir versuchten den Hund nicht dauerhaft zu beschäftigen, wenn er außerhalb der Box war, damit er auch lernt sich außerhalb der Box zu entspannen und nicht immer der Meinung ist, es gibt nur Aktion, wenn er außerhalb der Box ist. Naja das Katzenfutter mussten wir dann doch in Sicherheit bringen, sonst wäre es in Bear verschwunden ;-).

Schritt 8: Ihm die Box schmackhaft machen. Wiederholt streute ich Futter in die Box, in die Bear sogleich hinein stürmte. Während er frass, hielt ich die Tür von Außen zu und wartete ab was passiert. Man konnte echt die Uhr danach stellen, ein paar Sekunden war er ruhig und stand in der Box, darauf wartend, dass ich die Tür wieder öffne. Aber schon ein paar Sekunden später fing er wieder an zu randalieren. Als ob er einen inneren Wecker hätte…ich versuchte nach und nach die Zeit zu verlängern, bevor ich die Tür wieder öffnete und ihn wieder heraus ließ. Letztendlich bekam er dann das restliche Futter im Napf in seiner Box zu fressen. Seltsamerweise oder Gott sei Dank, legte er sich dann auch hin und wollte eigentlich schlafen.

Anfängerfehler Nr. 2 ich holte ihn noch einmal aus der Box, um ihn etwas trinken zu lassen und ihn dazu aufzufordern, sein großes Geschäft zu erledigen. Tja war wohl nix…als wir ihn dann wieder in die Box verfrachteten machte er noch mal ca. 10 Minuten Radau um dann wenigstens so zu tun als würde er schlafen.

Schritt 9: Die Familie in Bewegung halten. Nun forderte ich die Familienmitglieder nacheinander auf das Wohnzimmer in Richtung Küche zu verlassen, um zu schauen, bei welchem Familienmitglied er am Lautesten randalierte und ob er das nach der Beschäftigungstherapie jetzt immer noch tat. Leider war er immer noch nicht ruhig, aber zumindest beruhigte er sich schnell wieder. Übrigens ein sehr gutes Timing, die beiden kamen genau dann zurück, als Bear wieder ruhig war – Daumen hoch!

Ein verdammt pfiffiges Kerlchen der Kleine und ein mega aufmerksamer Hund, der jetzt natürlich viele Nerven kostet, aber der später ein toller Gefährte sein wird 🙂

Heute war er übrigens der Star in der Hundeschule und ich hoffe die Familie hat durch meine Tipps und meine Aufmunterung wieder Durchhaltevermögen bekommen (was sie zuvor natürlich auch hatte, aber ich habe sie glaube ich noch mal ermuntert und bestärkt). Ich glaube sie waren vor lauter Regeln und die Angst irgendwas falsch zu machen wie paralysiert. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und ich glaube ich konnte die Familie mal wieder zum Lachen bringen (was ja dem randalierenden Bear sei Dank in letzter Zeit nicht mehr möglich war) und ich habe mich sehr gefreut Bear wieder zu sehen 🙂

Daumen hoch ihr schafft das!

PS: Deshalb gab es am Freitag auch kein Welpen TV…

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