Der Fall Polly: Diagnose Lebershunt Teil 7

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Der Fall Polly: Diagnose Lebershunt Teil 7

Ich wollte euch eigentlich schon länger wieder ein Update von Polly geben, aber irgendwie noch nicht dazu gekommen, daher jetzt mal heute 🙂

Also Polly geht es nach wie vor sehr gut, sie ist weiterhin anfallsfrei und entwickelt sich sehr gut. Sie müsste jetzt in etwa 10kg haben. Wie man in den Videos sieht, hat sie hier eine Menge Spaß und freut sich über ihre neuen Spielkameraden. Sie war inzwischen auch schon mit auf einem unserer Yellowstone Walks und hat ihre 2 Brüder wieder getroffen. Auch unter den vielen anderen Hunden hat sie sich gut benommen und hat brav gehört 🙂

Polly hat es ein bisschen übertrieben und ist schon leicht lädiert, sie hat momentan eine kleine Kopfwunde, weil Phoebe (nehme ich mal an) zu heftig gespielt hat…naja aber die Wunde haben wir gut im Griff und sie ist schon fast verheilt. Im Moment oder seit gefühlt mindestens 2 Wochen macht mir das eine Ohr von Polly Sorgen. Immer wieder ist das Ohr von innen gerötet und wirkt wie wund gekratzt (nur ohne Kratzer). Ich hatte sowas schon mal bei Josie, da war es wirklich wund gekratzt und heilte dann nach ein paar Tagen wieder ab.

Bei Polly will das aber nicht so richtig heilen, oder sie kratzt es sich unbemerkt immer wieder wund. Es scheint sie nicht sonderlich zu stören, aber ich mache das Ohr jeden Tag mehrmals sauber und creme es dann mit Aloe Vera ein, wir haben eine Aloe Vera Pflanze und ich habe auch ein Aloe Vera Gel. Ich hatte die Entzündung sage ich mal schon einmal fast weg, aber vielleicht habe ich zu früh aufgehört mit der Pflege mal sehen…Parasiten kann ich jedenfalls nicht erkennen und denke auch nicht, dass es Ohrmilben sind, dann würde die mehr Kratzen und den Kopf schütteln. 

Ich bin inzwischen in einer Facebook Gruppe zum Thema Lebershunt bei Hunden und da habe ich gelesen, dass die Hunde wohl über die Ohren entgiften, also vielleicht ist das bei Polly der Fall. Da gibt es einen Hund der bis auf Ohren Entzündungen soweit keine Probleme hat, aber mit Reinigung und Pflege haben die Halter das gut im Griff. 

Dann wollte ich noch was zum Thema OP sagen, deshalb habe ich bisher auch nichts weiter in Sachen Tierarzt bei Polly verfolgt, weil ich mir extremst unsicher bin, ob eine OP wirklich eine so tolle Idee ist…Eine OP bedeutet mehrere Tage Aufenthalt in der Klinik. In Gießen wurde ein Hund 15 Tage lang da behalten…

Also ich habe durch die FB Gruppe jemanden kennen gelernt, die auch einen Aussie mit Shunt hatte (dieser hat die OP überlebt und ist soweit fit). Das Mädchen hat über den Lebershunt eine Facharbeit geschrieben und in dieser habe ich die Tabelle gefunden, die ich euch anhänge. Dort wurden 56 Hunde erfasst. 39 davon hatten einen extrahepatischen Shunt und 18 einen intrahepatischen.  Von den 39 Hunden haben letztendlich nur 31 Hunde überlebt. Die meisten Hunde wurden nach der Operation eingeschläfert. Das finde ich ist ein extrem hoher Verlust. Was man dann auch erkennt ist, dass viele Hunde mehrmals operiert werden mussten. Und gerade mal bei 18 Hunden war der Shunt verschlossen, bei 19 nur eingeengt, d.h. weitere OP nötig oder weiterhin erkrankt und weiterhin Leberdiät. 

Das ist jetzt natürlich keine besonders aussagekräftige Statistik, da zu wenig Probanden, aber das Ergebnis passt ungefähr zu der Statistik, die Frau Dr. Möhrke bei sich in der Praxis eröffnet hat, in der auch nur 2 von 3 Hunden die OP überlebt haben. 

Durch die Facebook Gruppe bekomme ich natürlich auch ab und zu mal Hunde mit, die die OP geschafft haben und danach gesund sind, aber auch viele Hunde, die versterben oder bei denen die OP nicht den gewünschten Erfolg bringt. Es war dort jemand, der hat 10.000€ in den Hund investiert und dann ist der kleine Kerl nicht mal 4 Monate alt geworden, weil er während der OP verblutet ist. Ein anderer wurde operiert und zeigte nach der OP immer noch das Verhalten, was er vor der OP hatte, und siehe da der Shunt ist nicht verschlossen und der Hund weiterhin erkrankt. Ein 2 Eingriff kommt für diese Halter nicht in Frage. 

Es gibt doch viele Hunde, die bereits 8 und 9 Jahre alt sind und dieses Alter ohne OP erreicht haben. Ich weiß auch von einem Beispiel, da ist der Hund auch als junger Hund erkrankt und die Ärzte meinten, dass der Hund nicht älter als 1 Jahr wird und siehe da auch diese Maus ist jetzt 8 Jahre alt und allen Hunden geht es den Umständen entsprechend gut. Ich müsste eigentlich Gießen und Utrecht noch mal nach Statistiken fragen, einfach nur weil es mich interessiert…

So viel also erstmal zu dem OP Thema…Ich habe Polly jetzt momentan auf 0,8ml Lactulose pro Mahlzeit eingestellt, sie bekommt morgens und abends ungefähr 200g Hills Leberdiät Futter. Wir werden Polly in regelmässigen Abständen beim Tierarzt durchchecken lassen und schauen wie sich ihre Werte entwickeln. In der Zwischenzeit versuche ich an weitere Informationen zu kommen, was zu diesem Thema leider extrem schwierig ist.

Ach noch was zu der Facharbeit, da hat das Mädchen ihren Tierarzt befragt und dieser hat berichtet, dass in einer normalen Tierarzt Karriere vielleicht alle 10 Jahre mal ein Lebershunt Hund vorbei kommt und die Diagnose deshalb so schwierig ist. In der Zeit als der Tierarzt in der Klinik gearbeitet hat, waren 5 oder 6 Hunde dort mit einem Lebershunt diagnostiziert worden. Von 2 Hunden wusste er, dass diese die OP überlebt hatten. Zu den anderen Hunden hatte er keinen Kontakt mehr und kann dazu folglich nichts sagen. 

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