Der Fall Polly: Diagnose Lebershunt! Teil 4

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Der Fall Polly: Diagnose Lebershunt! Teil 4

Erstmal gibt es ein paar Videos von Pollys Entwicklung in den letzten Tagen. Sie wiegt jetzt aktuell 6,5kg nüchtern *yes*. 

Heute war ich ja wie angekündigt noch mal mit Polly in Dortmund diesmal bei Frau Dr. Möhrke, der Chefin der Tierarztpraxis. Wir haben noch mal Blut abgenommen, genau genommen 2 Mal, weil das erste Mal von der Menge her nicht ausreichend war um Ammoniak und ein Leberprofil zu machen. Außerdem hat Frau Dr. Möhrke den Bauchraum geschallt. Polly fand das alles so gar nicht witzig und wir hatten gut zu tun sie zum Stillhalten zu bewegen. Aber was sein muss, muss sein 😉

Leider hat sich die Diagnose Lebershunt nun bestätigt. Frau Dr. Möhrke konnte einen extrahepatischen Shunt, der von der Milz zur Leber zieht erkennen – was ich aber schon mal gut finde, denn meiner Laien Meinung nach ist so ein äußerer Shunt bestimmt besser zu operieren als ein innerer… Auch die Blutwerte waren diesmal zwar nicht ganz so heftig, wie auf den vorherigen Blutbildern, aber auch diese sprechen für einen Lebershunt. 

Immerhin habe ich aber auch eine gute Nachricht. Die Praxis am Dorney hat schon 3 Welpen mit Lebershunts operiert. 2 haben überlebt, der 3 ist leider verstorben (ja ich weiß keine besonders beruhigende Rate…), da war es wohl aber während der OP auch schon kuschelig…Die OP bietet die Praxis für ca. 1000€ an zzgl. dann „Übernachtungskosten“ für die intensive Nachbetreuung dann nach der OP. Wir sind jetzt so verblieben, dass sie die OP beenden, wenn ihnen während der OP etwas spanisch vorkommt, bevor der Hund dann an den Folgen des womöglich falschen Eingriffes verstirbt. 

Wir werden jetzt in den nächsten Wochen zur Uniklinik nach Utrecht in den Niederlanden verwiesen (ca.2h Anfahrt). Dort wird noch mal ein Ultraschall gemacht, weil dort wohl der Fachmann sitzt, der sich damit ganz besonders gut auskennt. Angeblich werden dort international die Hunde zur OP hingebracht. Wenn dann klar ist, wo die Shuntgefäße verlaufen, dann wäre der nächste Schritt die OP. 

Gott wenn man nur wüsste wie man sich jetzt entscheiden soll.

Wir haben folgende Optionen:

1) Alles so lassen wie bisher und hoffen, dass Polly möglichst lange „durchhält“ und dann irgendwann einschläfern. So wie ich das verstanden habe, entwickeln Lebershunt Hunde aber Nierensteine, die operativ immer wieder entfernt werden müssen und diese Anlagen konnte man bei Polly schon sehen bzw. das gehört wohl auch zum Krankheitsbild. Da muss ich noch mal genauer nachfragen, ob die sich wieder zurück bilden, oder ob da auch eine Behandlung notwendig ist. Das waren mir jetzt ehrlich gesagt zu viele Infos…Auf die Frage mit der Verträglichkeit der Medikamente habe ich auch nur so eine schwammige Antwort bekommen, ich interpretiere daraus, dass man dann im Einzelfall entscheiden muss bzw. schauen muss, ob der Hund damit klar kommt oder nicht…

2) OP für 4000-5000€ in Gießen oder Utrecht. Ebenfalls mit dem Risiko, dass nach der OP der Körper mit dem erhöhten Blutdruck irgendwie nicht klar kommt. Nachteil Polly in völlig fremde Hände geben zu müssen und Polly muss womöglich länger in der Klinik bleiben als nötig. Dafür aber die Spezialisten und massig Erfahrung. Genaue Erfolgsrate muss ich noch herausfinden.

3) OP bei der Praxis am Dorney für ca. 1000€. Gleiches Risiko wie bei 2. Hinzu kommt noch, dass die Praxis am Dorney natürlich nicht die Erfahrung hat, die Gießen und Utrecht haben. Ggfs. unnötige Op, wenn während der OP Probleme auftauchen, die die Ärzte sich nicht zutrauen zu lösen, dann hätte der Hund eine unnötige Bauchwunde und müsste erneut in Narkose gelegt werden.

4) Hund direkt einschläfern, das würden wohl die meisten Züchter tun, so Frau Dr. Möhrke. Das kommt überhaupt nicht in die Tüte, ich kann doch nicht so einen quicklebendigen vor Lebenswillen strotzenden Hund einschläfern…

Für mich ist das irgendwie so ein bisschen eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Lassen wir sie nicht operieren, dann verstirbt sie uns womöglich recht zeitnah, wie der Teufel es so will. Ich weiß jetzt von 2 Lebershunt Hunden, die nicht operiert wurden. Der eine ist 7 Jahre und lebendig, der andere Hund mit 2 Jahren verstorben.

Lassen wir sie operieren, dann stirbt sie womöglich nach der OP und wir ärgern uns, dass wir es gemacht haben, weil Polly ohne OP vllt älter geworden wäre…

Frau Dr. Möhrke rät zu einer OP und sie sagt 99% der Hunde werden operiert, sie hat also keine nennenswerte Erfahrung mit unoperierten Hunden. Eine andere Tierarztpraxis von einer unserer Nachzuchten, die einfach mal nachgefragt hat, sieht auch gute Chancen. Danke übrigens, dass sich auch unsere Welpenfamilien mit dem Thema befassen und Infos einholen <3. Tja so ist also jetzt erstmal der Stand der Dinge.

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